Angriffskanäle identifizieren

IT-Sicherheit und Elektroautos

Interview mit Andreas Philipp, Marketing-Chef bei Utimaco Safeware, über Sicherheitsaspekte beim Zusammenspiel zwischen E-Mobility und Car-IT

Andreas Philipp, Marketing-Chef bei Utimaco Safeware, berichtet über Sicherheitsspekte beim Zusammenspiel zwischen E-Mobility und Car-IT

Herr Philipp, in diesem Jahr wurde bekannt, dass ­chinesische Studenten einen ­fahrenden Tesla manipulierten. Wie leicht ist es wirklich, von außen auf die ­Bordelektronik eines Automobils zuzu­greifen?
Andreas Philipp:
Gerade dieser „Hack“ zeigt sehr schön die Verwundbarkeit des „neuen Systems Auto“ auf. Jedoch ist diese Frage sehr schwer und nur hinsichtlich der unterschiedlichen IT-Systeme zu beantworten. Besser ist immer die Betrachtungsweise der Kommunikationskanäle eines modernen Automobils, um potentiellen Angriffs­kanäle zu identifizieren. Hier sind sicherlich im ersten Schritt die automobilinternen Kommunikationskanäle wie z.B. Can-Bus-Systeme zu nennen. Aber auch externe Kommunikationskanäle wie Wifi oder UMTS sind zu betrachten und zu bewerten, gerade wenn es um die Angreifbarkeit eines PKWs geht.

Verschiedene Her­steller entwickeln mobile Lösungen, mit denen Nutzer auf Automobilfunktionen zugreifen können. So sollen Nutzer E-Modelle ­künftig per Datenbrille z.B. entriegeln und verschließen können. Was wird in diesem Bereich in Zukunft noch möglich sein?
Philipp:
Ich denke, es wird eine Reihe an unterschiedlichsten „Innovationslösungen“ in Zukunft geben. Ob sie sich am Markt etablieren oder scheitern werden, sei einmal dahingestellt. Wichtig ist auf jeden Fall, zu verstehen, dass die Verknüpfung zwischen Internetdiensten und mobilen Anwendungen immer eine gewisse Gefahr birgt, die der Nutzer zu oft übersieht (aufgrund von zu hoher Komplexität) oder aber auch in Kauf nimmt (aufgrund von Vorteilsnutzen).

Welche Rolle werden speziell Wearables dabei spielen?
Philipp:
Aus einigen Forschungsprojekten kann ich berichten, dass gerade im Bereich des Industrie-Einsatzes – etwa in der Logistik – Wearables uns dabei helfen werden, aktiv unsere Mobilität zu fördern. Im privaten Umfeld werden es eher Gimmicks bleiben und durch Dienstanbieter wie Google mit seiner Datenbrille Glass vorangetrieben.

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