Highend-Technik und trotzdem kostengünstig

Kazam will auf dem Smartphone-Markt bestehen

Um auf dem Smartphone-Markt gegen Großkonzerne bestehen zu können, müssen sich vor allem kleine Anbieter durch den Preis differenzieren. Im Interview berichtet Richard Häusler, Sales Director DACH beim Smartphone-Hersteller Kazam, wie das gelingt.

  • „Je dünner das Smartphone, desto anspruchsvoller ist die Auswahl der Materialien und umso teurer wird es dadurch dann zwangsläufig", Richard Häusler, Sales Director DACH bei Kazam.

  • Das Modell Tornado 348 soll mit 5,15 mm das dünnste Smartphone der Welt sein.

Herr Häusler, wie lässt es sich bewerkstelligen, ein kostengünstiges, aber zugleich mit Highend-Technik ausgestattetes Smartphone auf dem Markt anzubieten?
Richard Häusler:
Das funktioniert nur mit einer schlanken Organisation, ohne die üblichen zum Teil sehr aufgeblähten Vertriebs- und Marketing-Strukturen.

Ihr Tornado 348 soll mit 5,15 mm das „dünnste Smartphone der Welt“ sein. Allerdings wirbt der Hersteller Oppo wiederum damit, dass sein R5-Modell sogar nur 4,85 mm dünn sei. Müssen Sie sich jetzt um Ihren Eintrag im „Guinness-Buch der Rekorde“ Sorgen machen?
Häusler:
Nein, nicht wirklich! Unser Tornado 348 ist nach wie vor das einzige derzeit verfügbare Smartphone mit 5,15 mm Bauhöhe, das auch über Standardanschlüsse für Kopfhörer und eine Micro-USB-Buchse verfügt. Klar geht es vielleicht noch dünner, nur dann fallen einige Komfortfunktionen für den Kunden weg, und das wollen wir vermeiden.

Inwieweit wird die Stabilität von Smartphones durch eine immer schlankere Bauweise beeinflusst?
Häusler:
Je dünner das Smartphone, desto anspruchsvoller ist die Auswahl der Materialien und umso teurer wird es dadurch dann zwangsläufig. Es ist also weniger eine Frage der Materialien, auch ein dünnes Smartphone äußerst stabil zu konstruieren. Vielmehr bestimmt der angepeilte Verkaufspreis zum erheblichen Teil die Materialauswahl.

Wollen die Endnutzer überhaupt dünnere Smartphones – oder legen sie anstatt auf das Design eher mehr Wert auf die Funktionalität?
Häusler:
Am Beispiel unseres Tornado 348 sieht man, dass beides kombinierbar ist: kompakte Abmessungen mit einer guten Ausstattung – ohne Verzicht auf Komfort wie z.B. einen schnellen Prozessor, einen leistungsfähigen Akku oder ein gut auflösendes Display.

Welche Rolle spielt für Endnutzer die LTE-Fähigkeit von Smartphones? Ihr aktuelles Flaggschiff ist beispielsweise nicht LTE-fähig – inwieweit haben Sie die Entwicklung verpasst?
Häusler:
Die Nachfrage nach LTE-fähigen Geräten war von Seiten der Endkunden bisher kaum vorhanden. Das ändert sich derzeit, weil die Netzbetreiber LTE für ihre Kunden ohne Mehrpreis freischalten. Wir haben entsprechend reagiert und unser Portfolio mit LTE-fähigen Geräten über alle Preisklassen hinweg ergänzt.

Trooper, Thunder, Tornado – wie geht man eigentlich bei der Namensfindung für mobile Endgeräte vor?
Häusler:
Da ist Kreativität gefragt! Uns geht es darum, dass wir im Smartphone-Bereich Produktlinien haben, an denen sich unser Kunde etwas einfacher orientieren kann.

Inwieweit fokussieren Sie auch den Business-Markt?
Häusler:
Die Markteinführung in Deut-schland orientiert sich an einem langfristig ausgelegten Plan. Dabei wird der Business-Markt auch eine entscheidende Rolle spielen – allerdings nicht im ersten Schritt. Derzeit konzentrieren wir uns voll auf den stationären Handel, und die bisherige Entwicklung hat uns gezeigt, dass wir mit dieser Vorgehensweise und der anfänglichen Fokussierung gut unterwegs sind.

Welche Rolle spielt hier die Fusion mit Toughshield im vergangenen Jahr?
Häusler:
Das war die logische Folge, um die damit verbundenen Synergien zu nutzen und die Bereiche zusammenzuführen.

Welche Bedeutung messen Sie dem Thema „Service“ im Mobility-Markt bei?
Häusler:
Das ist ein wichtiger Punkt, der uns am Herzen liegt. Mit unseren speziellen Services, wie z.B. Screen Protection (im Schadensfall erfolgt hier ein einmaliger, kostenfreier Display-Tausch innerhalb von zwölf Monaten nach Kauf), Rescue (Fernwartung über unser Kunden-Center) und der optionalen Drei-Jahres-Garantie, haben wir derzeit ein Alleinstellungsmerkmal im Markt, das unsere Endkunden positiv aufnehmen.

Standardmäßig gibt es auf mobile Geräte in der Regel zwei Jahre Garantie. Was steckt hinter Ihrem Drei-Jahres-Modell? Und was muss der Anwender tun?
Häusler:
Die optionale Drei-Jahres-Garantie gehört zu unserem Service-Gesamtkonzept. Der Kunde muss sich dazu nur einmalig auf unserer Website registrieren, anschließend aus einer Auswahl verschiedener empfohlener Apps mindestens drei Installationen auswählen, die anschließend auf dem jeweiligen Smartphone installiert werden, und schon kommt er in den Genuss der Verlängerung der Garantie von zwei auf drei Jahre.

Nutzer geben ihr Gerät nur ungern aus der Hand, schließlich sind viele wichtige Daten auf dem kleinen Computer zu finden. Was können die Anwender also tun, wenn das Smartphone streikt, sie es aber ungern einschicken möchten?
Häusler:
Hier bieten wir Hilfe: Zum einem haben wir einen telefonischen Kunden-Service, der in den meisten Fällen die richtigen Tipps parat hat. Sollte der Anwender einmal gar nicht mehr weiterkommen, kann er mit Rescue einem Service-Mitarbeiter per Fernwartung Zugriff auf das Smartphone geben, der dann alle technischen Daten und Pro-bleme angezeigt bekommt und so Fehler beheben kann. Dabei hat der Kunde stets einen Blick darauf, welche Daten der Service-Mitarbeiter aufruft. In den seltensten Fällen streikt das Handy komplett. Sollte dies dennoch der Fall sein, hilft nur ein regelmäßiges Backup der Daten. Das ist mit dem Android-Betriebssystem recht gut und einfach für den Endkunden zu bewerkstelligen. Er sollte es nur regelmäßig machen. Somit kann er seine Daten vor der Reparatur löschen und hat kein ungutes Gefühl, sein geliebtes Handy aus der Hand geben zu müssen.

Seit dem 1. März 2015, gut ein Jahr nach dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland, zeigt sich Kazam plötzlich in neuem Antlitz. Die Unternehmensfarbe Dunkelblau ist einem grellen Pink gewichen. Vor welchem Hintergrund haben Sie die Corporate Identity so kurz nach Unternehmensgründung geändert? Sorgt das nicht eher für Verwirrung?
Häusler:
Für uns waren die ersten zwölf Monate am Markt sehr aufschlussreich. Die vielen direkten Kontakte mit dem Handel und unseren Endkunden haben uns gezeigt, dass die Besonderheiten, die uns von anderen Marktteilnehmern unterscheiden, gesehen werden. Wir sind frisch, wir sind anders, wir wollen etwas bewegen. Diese Eigenschaften sollen sich auch ganz klar in unserem Erscheinungsbild widerspiegeln. Wir haben uns deswegen dazu entschlossen, unseren Außenauftritt, auch nach relativ kurzer Zeit am Markt, noch einmal zu verändern. Unseren Kunden gefällt das bislang. Über unsere direkten Kommunikationskanäle erhalten wir schon jetzt positive Kommentare und Reaktionen.

Welche konkreten Ziele verfolgen Sie anno 2015? Etwa ein noch dünneres Smartphone?
Häusler:
Selbstverständlich werden wir auch in 2015 unser Produktportfolio weiter optimieren. Wir werden die Zusammenarbeit mit dem Handel intensivieren und sind darüber hinaus auch sicher für die eine oder andere Überraschung gut. Mit der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin steht im Herbst die wichtigste deutsche Messe in diesem Bereich an. Man kann davon ausgehen, dass wir es uns nicht entgehen lassen werden, dort Meilensteine zu setzen.


Richard Häusler...
besitzt über 25 Jahre Erfahrung in der Entwicklung,
Etablierung und Gestaltung von Marken im Bereich Consumer Electronics und der Telekommunikation. In seiner beruflichen Laufbahn war er in verschiedenen Führungspositionen tätig und kann somit auf eine umfassende Branchenerfahrung in der Zusammenarbeit mit Netzbetreibern und Handel zurückgreifen. Unter anderem war er Vertriebsverantwortlicher bei Sony für Vodafone und spielte eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung des unabhängigen Vertriebs bei Nokia. Seit 2013 ist Richard Häusler Sales Director für die DACH-Region bei Kazam, wo er für neue Dynamik im Smartphone-Markt sorgt.


Kazam...
...ist ein europäischer Anbieter von Smartphones und Handys, der 2013 gegründet wurde und seinen Hauptsitz in London hat. Das rasant wachsende Unternehmen hat heute schon mehr als 200 Mitarbeiter. Die Marke richtet den Fokus auf ansprechendes Design, intuitive Technologie sowie qualitativ hochwertige und technologisch ausgereifte Mobilfunkgeräte zu attraktiven Preisen. Herzstück der Unternehmensphilosophie soll der Kundenservice sein: So hat jeder Kunde die Möglichkeit, einmalig und kostenfrei sein Display zu tauschen sowie unkomplizierte Hilfe per Fernwartung in Anspruch zu nehmen. Diese Garantieleistungen können von zwei auf drei Jahre kostenfrei erweitert werden. Geleitet wird das Unternehmen von Michael Coombes (CEO) und James Atkins (CMO).

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