„Laufen bestimmte Dienste eines Unternehmens in der Cloud großer US-Konzerne, braucht es eine separate Kommunikationslösung“, meint Tobias Stepan.
Allein aus Sicht des Datenschutzes gibt es keine gültige Rechtsgrundlage, um personenbezogene Daten in den USA oder von US-Unternehmen verarbeiten zu lassen. Davon sind auch vermeintlich sichere Kommunikationslösungen betroffen, mit denen Unternehmen Personendaten und andere sensible Informationen übermitteln. Doch es geht nicht nur um den Schutz solcher kritischen Daten, sondern auch um die Gewährleistung des Organisationsbetriebs – insbesondere in Krisen- und Notfallsituationen.
Laufen bestimmte Dienste eines Unternehmens in der Cloud großer US-Konzerne, braucht es eine separate Kommunikationslösung, um auch in Krisensituationen oder im Fall von Cyberattacken im eigenen Unternehmen die volle Funktionsfähigkeit des Betriebs gewährleisten zu können. Denn nur dann bleibt der interne Informationsfluss zu jeder Zeit gewährleistet und die Organisation weiter handlungsfähig.
Wer seine Daten bestmöglich schützen und die Kommunikation auch im Krisenfall sicherstellen will, muss die eingesetzten Kommunikationslösungen genauestens unter die Lupe nehmen und sich Fragen stellen wie z.B. „Werden maximale Sicherheitsmaßnahmen, zum Beispiel die Umsetzung des Zero-Trust-Modells, ergriffen?“, „Folgt der Software-Anbieter den Prinzipien von Privacy by Design und Privacy by Default?“ oder „Garantiert der Dienstleister dem Anwender Datensouveränität und volle Kontrolle über die Daten?“.
Auch im Hinblick auf das Hosting einer Kommunikationslösung, gilt es Fragen zu prüfen wie „Bietet der Dienstleister für seine Kommunikationslösung verschiedene Hosting-Modelle an (Public Cloud, Private Cloud, On-Premises)?“ oder „Liegen Sitz des Software-Anbieters und des Cloud-Providers innerhalb der EU?“. Lassen sich diese Fragen für eine konkrete Kommunikationslösung bejahen, besteht aus datenschutzrechtlicher Sicht und im Hinblick auf Datensicherheit und -souveränität eine gute Grundlage.
Nicht allen Unternehmen ist aktuell bewusst, auf welcher rechtlichen und technologischen Grundlage sie ihre Kommunikationslösungen betreiben. Dies sorgt für eine bedenkliche Abhängigkeit von unter Umständen ungeeigneten Lösungen und birgt erhebliche datenschutzrechtliche und wirtschaftliche Risiken. Nur wer selbstbestimmt steuert, wie das eigene Unternehmen personenbezogene und unternehmenskritische Daten verarbeitet, ist für den Ernstfall gewappnet.
Bildquelle: Teamwire