Tipps zu Kinder-Apps - für Eltern
Zunächst einmal sollten Eltern unter Kontrolle haben, welche Apps ein Kind nutzt. Es empfiehlt sich, die Informationen und Kommentare zur jeweiligen App im App Store zu lesen. Wichtig: Die dort angegebenen Altersfreigaben beziehen sich ausschließlich auf Spielinhalte, nicht aber auf Werbung, In-App-Käufe oder Datenweitergabe. Wer auf Nummer sicher gehen will, spielt eine neu heruntergeladene App selbst einmal durch oder beaufsichtigt das Kind beim Spielen und prüft dessen Umgang mit Werbung. Zudem können sich Eltern auf www.app-geprueft.net von jugendschutz.net oder bei der Stiftung Warentest über zahlreiche Kinder-Apps informieren.
Die wohl effektivste Lösung ist, das WLAN und die „mobilen Daten“ am Smartphone oder Tablet zu deaktivieren, denn die meisten Kinder-Apps funktionieren auch ohne Internet. Die Werbeanzeigen, die eine Internetverbindung benötigen, verschwinden im Offline-Modus und In-App-Käufe oder Käufe im App Store werden unmöglich gemacht.
Eltern sollten außerdem nicht nur die Werbung im Auge behalten, sondern auch den Datenschutz. Viele Apps verlangen nämlich nach Berechtigungen, wie etwa den Zugriff auf die Kamera-Funktion, das Adressbuch oder den Standort.
Wenn Eltern ihre Kreditkarten- und Bezahldaten oder Passwörter auf mobilen Geräten nicht speichern und In-App-Käufe abschalten, verringert sich ebenfalls die Gefahr unerwünschter Einkäufe.
Zudem ist es sinnvoll, eine kostenlose Drittanbietersperre einzurichten, um beim mobilen Surfen oder Spielen versehentliche Käufe oder Abofallen zu vermeiden. Drittanbieter sind Anbieter, die neben dem Mobilfunkanbieter, Produkte oder Dienstleistungen auf dem Tablet oder Smartphone anbieten dürfen.
Für Android-Smartphones oder -Tablets gibt es Apps, die dabei helfen sollen, die Geräte für Kinder sicher zu machen. Die App „Kindermodus“ verhindert zum Beispiel In-App-Käufe und im Google Play Store kann nur mit Einverständnis der Eltern etwas heruntergeladen werden. Mit der App „Kids Zone“ können Eltern bestimmen, welche Apps ihre Kinder nutzen dürfen. Sie hat außerdem einen Timer, mit dem sich die Zeit für die Kinder am Bildschirm eingrenzen lässt.
Auf dem iPhone können Eltern in den Einstellungen eine Kindersicherung aktivieren und so etwa auf dem Gerät installierte Apps oder die Kamera-Funktion deaktivieren. Zudem lassen sich Altersfreigaben für Filme, Musik, Apps oder Websites festlegen.
Vieles spricht dafür, dass vor allem Kinder unter drei Jahren keine elektronischen Medien benötigen, um sich gut zu entwickeln. Ganzheitliche Erfahrungen beim Spielen mit anderen Kindern, Sport oder die Natur erkunden sind deutlich wertvoller, rät die Initiative „Schau hin! Was dein Kind mit den Medien macht“. Bei älteren Kindern sollten Eltern klare Regeln aufstellen, wie viel Zeit diese mit Spiele-Apps verbringen dürfen. Die Initiative hält für Kinder jünger als fünf Jahre eine halbe Stunde Mediennutzung für ausreichend.
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