Wer alle Daten abgetrennt vom Hauptsystem sichert, kann diese nach einem erfolgreichen Angriff einspielen und den Schaden minimieren.
In deutschen Unternehmen wimmelt es von mobilen Geräten – private und geschäftliche. Fast jeder dieser Apparate ist mit dem Firmennetzwerk verbunden, damit die Angestellten ihre Arbeit auch abseits des Schreibtisches erledigen können – sei es unterwegs oder zuhause. Damit steigt aber auch die Zahl der Fernzugriffe und nur wenig kontrollierten Geräte stark an. Die Grenzen zwischen Intranet und Internet verschwimmen. Die IT-Sicherheit muss daher umdenken, wenn es um eine Strategie zur Verteidigung geht, denn: Die Zeit der Experimente ist für die Hacker vorbei. Sogar Ransomware wurde mittlerweile auf Smartphones entdeckt und es leiden bereits fast 30 Prozent der Unternehmen weltweit unter Cyberangriffen, die sich ihren Weg über ein mobiles Gerät suchten. Diese sind umfangreich mit Unternehmensnetzwerken und Arbeitsprozessen verbunden, was den Angriffspunkt sehr attraktiv für Cyberkriminelle macht. Datendiebstahl, Betrug, längere Ausfallzeiten und der Verlust des guten Rufes wie auch der Glaubwürdigkeit können die Folge sein. Strafzahlungen im Rahmen von Gesetzen und Verordnungen, wie der DSGVO, deren Standards eingehalten werden müssen, kommen außerdem hinzu.
Check Point Software Technologies hält einige nützliche Ratschläge bereit, um das Risiko eines erfolgreichen Hackerangriffes über mobile Geräte deutlich zu verringern:
1. Verschlüsselung von Daten auf mobilen Geräten: Ohne den passenden Schlüssel haben unbefugte Benutzer keinen Zugriff auf die Daten. VPN kann daher einen sicherer Fernzugriff auf das Unternehmensnetzwerk herstellen. Alle Daten, die zwischen dem Gerät und dem VPN-Server übertragen werden, sind verschlüsselt.
2. Aktualisieren des Betriebssystems und der Anwendungen: Die Software eines mobilen Gerätes sollte stets auf dem aktuellen Stand der Technik sein. Aktualisierungen enthalten in der Regel wichtige Patches gegen Sicherheitslücken.
3. Nur das Herunterladen und Installieren aus vertrauenswürdigen Quellen erlauben: Programme aus dritten Quellen, also inoffiziellen App-Stores oder Webseiten, können mit Viren verseucht sein. Sie gefährden die Sicherheit des tragbaren Gerätes und damit des verbundenen Firmennetzwerks. Eine Installation von Anwendungen sollte auf mobilen Geräten, die zum Arbeiten benutzt werden, nur durch das Unternehmen selbst erfolgen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
4. Kontinuierlich Backups erstellen: Wer alle Daten abgetrennt vom Hauptsystem sichert, kann diese nach einem erfolgreichen Angriff einspielen und den Schaden minimieren – besonders nach Ransomware-Attacken. Automatisierte Backups sollten daher auch tragbare Geräte einschließen.
5. Vorkehrungen gegen Mobile Phishing treffen: Mobiltelefone sind zum bevorzugten Ziel geworden, denn 23 Prozent der Attacken im ersten Quartal 2020 waren allein gegen Smartphones gerichtet. Verdächtige Links oder Dateien aus unbekannten Quellen sollten von den Mitarbeitern sofort gemeldet und gemieden werden.
Ein Fehler, der häufig begangen wird, aber dringend vermieden werden sollte: Es bringt nichts, eine Endpoint-Sicherheitslösung nach der anderen zu installieren, wenn diese nicht in der Lage sind, fortschrittliche Attacken gegen tragbare Geräte aufzuhalten oder die so beliebten wie hinterlistigen Zero-Day-Attacken aufzuspüren. Es braucht spezialisierte Produkte, die im Idealfall mit einer Threat-Intelligence-Engine verbunden sind, welche wiederum Bedrohungsdaten aus aller Welt sammelt, in einer Cloud ablegt und in Echtzeit an alle angeschlossenen Sicherheitslösungen übermittelt. Einfach lässt sich das mithilfe einer umfangreichen IT-Sicherheitsarchitektur umsetzen, die viele Komponenten vereint und zentral steuert. Auf diese Weise kommt es nicht zu Kommunikationsproblemen, die sich zwangsläufig ergeben, wenn Sicherheitslösungen unterschiedlicher Art und Marken zusammengeworfen werden. Konsolidierung ist in diesem Fall der Trumpf jeder IT-Sicherheitsstrategie.
Bildquelle: Check Point Software