Interaktives Stadtportal

Kostenfreies City-WLAN in Kevelaer

Nach Kevelaer kommen jedes Jahr Millionen Touristen. Ein interaktives Stadtportal und kostenfreies WiFi liefert Besuchern Informationen über die Stadt.

  • Teilweise mussten die Access Points (APs) an denkmalgeschützten Gebäuden angebracht werden.

  • Es soll nicht schwer gewesen sein, die Stadtbewohner davon zu überzeugen, einen AP an ihrem Haus zu montieren. Schließlich profitiert jeder vom City-WLAN.

Die nordrhein-westfälische Stadt Kevelaer ist nicht nur einer der wichtigsten deutschen Marienwallfahrtsorte, sondern auch staatlich anerkannter Erholungsort. Beides führt zu einem hohen Touristenaufkommen: So kommen jedes Jahr ca. eine Million Pilger und Touristen in die Ortschaft. Oneline-Media hat es sich zur Aufgabe gemacht, das interaktive Stadtmarketing von Kevelaer zu forcieren und die Informationen aus dem Stadtgebiet zu bündeln. Denn bislang gab es, wie in den meisten Städten, einen Flickenteppich aus Einzelinformationen und Webseiten bzw. Portalen. Das Unternehmen betreibt das Stadtportal www.unverwechselbar-kevelaer.de, von dem Einwohner, Besucher und Gewerbetreibende profitieren.

Ziel von Oneline-Media war es, dem Stadtmarketing ein neues interaktives Gesicht zu geben. Um das Portal zu promoten, sollte ein City-WLAN her, also kostenfreies WiFi in der gesamten Innenstadt, denn gerade Touristen wollen nicht unbedingt ihr Datenvolumen aufbrauchen oder hohe Roaming-Gebühren zahlen, wenn sie aus dem Ausland kommen. „Es fing alles mit der Idee zu unserem interaktiven Stadtportal an“, erzählt Rudi Beerden von Oneline-Media, Mitbegründer des Stadtportals. „Nachdem wir das gelauncht hatten, wollten wir es natürlich so gut wie möglich nutzbar machen und den Leuten die Möglichkeiten geben, immer und überall in der Stadt darauf zuzugreifen.“

Montage der Access Points

Bei solchen Netzwerken ist meist die Finanzierung die größte Herausforderung. In Kevelaer kommt ein großer Teil der Einnahmen der lokalen Geschäfte und Gastronomie auch von den Touristen. Deshalb lag es nahe, dass die Unternehmen die Hardware für das Netzwerk sponsern sollten, denn sie profitieren mit am meisten von einer regen Nutzung des Stadtportals. Eine weitere Herausforderung ist die große Anzahl der Besucher, weshalb eine Lösung gebraucht wurde, die speziell für den High-Density-Bereich geeignet ist. Dazu kommt die Tatsache, dass in der Innenstadt von Kevelaer viele Gebäude denkmalgeschützt sind und die Besitzer der Montage der Access Points (APs) zustimmen mussten. Insgesamt wurden bisher acht APs für den Außenbereich angebracht, die ohne Meshing funktionieren. Dazu kommen ein Controller und sieben Bridges, um das notwendige Rundnetz aufzubauen und so den zentralen Stadtkern mit WLAN zu versorgen. „Wir haben das Projekt für unser City-WLAN ganz klassisch ausgeschrieben“, berichtet Rudi Beeren. „Das IT-Systemhaus Büro Büro Goch GmbH aus Goch schlug uns dann den Anbieter Ruckus vor, für den wir uns dann aufgrund des guten Services und der Stärke im High-Density-Bereich entschieden haben. Ein weiterer Pluspunkt war die Tatsache, dass wir von Ruckus weniger APs brauchten als bei anderen Anbietern. Das sparte Anschaffungskosten und wir mussten weniger APs an den denkmalgeschützten Häusern montieren.“

Geschäftsmodelle oft unklar

Nach der Anbieterwahl wurden Testmessungen durchgeführt, um die optimalen Standorte für die APs zu finden. Danach folgten die Gespräche mit den jeweiligen Hauseigentümern. „Die Leute zu überzeugen, einen AP an ihrem Haus zu montieren, war gar nicht schwer, denn von dem City-WLAN profitiert schließlich jeder“, erinnert sich Beerden. Finanziert wurde die Hardware privatwirtschaftlich. „Solche City-WiFi-Netze gibt es bisher in Deutschland noch ganz wenig. Das liegt größtenteils daran, dass die Geschäftsmodelle oft nicht klar sind. In Kevelaer haben wir unser Ziel erreicht, indem die lokalen Unternehmer die Kosten für die Hardware übernommen, die Stadt ihre generelle Zustimmung zu unserem Projekt gegeben hat und wir auf privatwirtschaftlicher Basis das Gesamtkonzept realisiert haben.“

So gibt es in Kevelaer nun ein leistungsfähiges WLAN im inneren Stadtkern, das die Attraktivität steigern soll. Das interaktive Stadtportal wird gut angenommen, um sich unterwegs über Angebote in der nächsten Umgebung zu informieren. „Die Umsetzung eines WLANs durch die öffentliche Hand ist eher schwierig, deshalb wollten wir die ganze Gemeinde mit einbeziehen. Damit haben wir immerhin schon den Kern unserer Innenstadt zu einer kostenfreien WLAN-Zone gemacht. Wir wollen das Netz aber auch kontinuierlich weiter ausbauen: Je mehr Institutionen, Vereine und Geschäftsleute sich beteiligen, desto größer kann unser Netz werden und anderen deutschen Städten ein gutes Vorbild sein“, so Rudi Beeren.

Ersatz für den Internetanschluss zu Hause ist das Netz allerdings nicht. Die Zugriffszeiten sind bislang auf zweimal neunzig Minuten pro Tag begrenzt. Nutzen kann das WLAN aber jeder: Zur Anmeldung müssen die AGBs bestätigt und eine E-Mail-Adresse eingegeben werden, an die dann umgehend die notwendigen Login-Daten gesendet werden.


Kevelaer...
...ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen und hat knapp 30.000 Einwohner. Überregional bekannt ist Kevelaer als einer der wichtigsten deutschen Marienwallfahrtsorte. Zudem ist Kevelaer staatlich anerkannter Erholungsort. Beides führt zu einem hohen Touristenaufkommen: Jährlich sind etwa eine Million Besucher und Pilger in Kevelaer zu Gast.

www.unverwechselbar-kevelaer.de

 

Bildquelle: Ruckus

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