Apple Pay, Google Pay & Co.

Kräftiger Schub fürs Mobile Payment

Georg von Waldenfels, EVP Consumer Solutions bei Wirecard, ist sich sicher: Der Eintritt von Google Pay und Apple Pay in den deutschen Markt hat dem Thema „mobiles Bezahlen“ einen kräftigen Schub verliehen.

Georg von Waldenfels, EVP Consumer Solutions bei Wirecard

Laut Georg von Waldenfels, EVP Consumer Solutions bei Wirecard, sind Zahlungen mit Apple und Google „sehr sicher“.

Herr von Waldenfels, an welcher Stelle steht Deutschland im Bereich „Mobile Payment“ im Vergleich zu anderen europäischen Ländern?
Georg von Waldenfels:
Deutschland ist nach wie vor ein sehr bargeldaffines Land. Knapp 75 Prozent der Zahlungen hierzulande erfolgen in bar. Auch wenn das Thema „mobiles Zahlen“ dank Apple Pay und Google Pay für immer mehr Menschen in Deutschland ein Begriff ist, liegt Deutschland bei den Nutzungsraten immer noch weit hinter Staaten wie Großbritannien, den Niederlanden und den nordischen Ländern.

Was waren die bisherigen Bremsklötze für das mobile Bezahlen in Deutschland?
Von Waldenfels:
Experten zufolge sind Sicherheitsbedenken wie Angst vor Internet-Betrügern oder Datenklau mit großer Mehrheit der Hauptgrund, warum das mobile Bezahlen sich bisher in Deutschland nicht durchsetzen konnte. An zweiter Stelle sehen die Experten die fehlende Bekanntheit der Angebote und Anbieter – das dürfte sich dank der Einführung von Apple Pay jetzt geändert haben. Außerdem war lange Zeit keine zufriedenstellende NFC-Infrastruktur im Handel gegeben, so dass man mit mobilem Bezahlen nicht weit gekommen ist.

Wie sehen hingegen die treibenden Faktoren aus?
Von Waldenfels:
Der Bezahlvorgang geht deutlich schneller und unkomplizierter als mit Bargeld. Kontaktloses Zahlen spart dem Verbraucher 45 Minuten im Jahr im Vergleich zu Barzahlungen – das entspricht 59 Stunden im Verlauf eines Lebens. Darüber hinaus hat man die Transaktionen auf seinem Smartphone jederzeit im Blick und es macht Spaß, mit dem Handy oder der Smartwatch zu bezahlen. Natürlich hat der Eintritt von Google Pay und Apple Pay in den deutschen Markt dem Thema „mobiles Bezahlen“ einen kräftigen Schub verliehen.

Wie schätzen Sie die Wichtigkeit jener Zahlungssysteme ein?
Von Waldenfels:
Der Launch von Apple Pay und Google Pay hat die Aufmerksamkeit für das Thema „kontaktloses Bezahlen“ in Deutschland enorm gesteigert. Durch den Markteintritt wurden das Thema „Sicherheit von mobilen Bezahlverfahren“ von vielen Medien aufgegriffen und Sicherheitsbedenken ausgeräumt sowie über die Abdeckung von kontaktlosen Terminals aufgeklärt. Mobile Payments verändern das Konsumentenverhalten, und der Markteintritt dieser bekannten Zahlungssysteme beschleunigt diesen Trend.

Was ist den Nutzern solcher Lösungen besonders wichtig?
Von Waldenfels:
Verbraucher verlangen nach Lösungen, die einfach zugänglich sind, den Verkaufsprozess einfacher und schneller machen, ohne dabei wesentliche Veränderungen beim Bezahlen vornehmen zu müssen. Genau das war auch unsere Vision, als wir 2015 unser Mobile-Payment-App Boon auf den Markt gebracht haben.

Wie ist es um die Sicherheit bestellt?
Von Waldenfels:
Die Zahlungen mit Apple und Google sind sehr sicher. Es werden keine Kartendaten auf dem Smartphone gespeichert und alle Daten nur verschlüsselt übertragen. Durch die Bestätigung per Fingerprint oder Gesichtserkennung ist jeder Bezahlvorgang zusätzlich abgesichert.

Und wie wird sich anno 2019 generell der Mobile-Payment-Markt in Deutschland entwickeln?
Von Waldenfels:
Einer aktuellen Studie von uns zufolge betrachten deutsche Verbraucher mobile Zahlungen als den wichtigsten Technologietrend beim Einkaufen, um ihr Einkaufserlebnis zu verbessern. Durch die Aufmerksamkeit, die das Thema dank der Einführung von Apple Pay gewonnen hat, rechnen wir damit, dass nicht nur Technikaffine sich für Bezahl-Apps interessieren werden, sondern auch die breite Masse von den Vorteilen des mobilen Bezahlens überzeugt wird. Wir gehen davon aus, dass in fünf Jahren der Großteil der Einzelhändler auch in Deutschland einen sogenannten Seamless Check-out u.a. über Apps anbieten wird. Konsumenten können dann z.B. mit ihren Smartphones Produktschilder scannen und den Kauf per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung bestätigen.

Bildquelle: Wirecard

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