Android-Malware

Kriminelle stehlen Bargeld per Smartphone am Geldautomaten

Der Sicherheitsanbieter ESET hat eine Cybercrime-Kampagne aufgedeckt, die Zahlungsdaten inklusive PIN an den Angreifer übermittelt und unautorisierte Geldabhebungen ermöglicht.

Diebstahl mit Smartphone

ESET-Forscher haben eine Cybercrime-Kampagne aufgedeckt, die Kunden von drei tschechischen Banken ins Visier nahm. Die eingesetzte Malware namens NGate kann die Daten von Zahlungskarten inklusive PIN der Opfer über eine bösartige App, die auf ihren Android-Geräten installiert wurde, an das gerootete Android-Telefon des Angreifers übermitteln. Das Hauptziel dieser Kampagne war es, unautorisierte Geldabhebungen von Geldautomaten aus den Bankkonten der Opfer zu ermöglichen.

Dafür wurden Nahfeldkommunikationsdaten (NFC) von den physischen Zahlungskarten der Opfer über ihre kompromittierten Android-Smartphones mithilfe der NGate Android-Malware ans Gerät des Angreifers weitergeleitet. Der Angreifer nutzte diese Daten dann, um Transaktionen am Geldautomaten durchzuführen. Wenn diese Methode scheiterte, hatten die Angreifer einen Plan B, bei dem sie Gelder von den Konten der Opfer auf andere Bankkonten übertrugen.

"Wir haben diese neuartige NFC-Relais-Technik bisher bei keiner anderen Android-Malware gesehen. Die Technik basiert auf einem Tool namens NFCGate, das von Studenten der Technischen Universität Darmstadt entwickelt wurde, um NFC-Verkehr zu erfassen, zu analysieren oder zu verändern. Daher haben wir diese neue Malware-Familie NGate genannt", erklärt Lukas Stefanko, der die neuartige Bedrohung und Technik entdeckte.

Wie funktioniert der Betrug?

Die Betrüger nutzen eine Kombination aus bewährten Techniken wie Social Engineering, bei dem Menschen durch Täuschung zu bestimmten Handlungen verleitet werden, und Phishing, bei dem sie gefälschte Nachrichten oder Websites nutzen, um an persönliche Informationen zu gelangen. In diesem Fall erhielten die Opfer eine SMS, die angeblich von ihrer Bank stammte und sie aufforderte, eine App herunterzuladen, um ein angebliches Problem mit ihrem Konto zu beheben.

Nachdem die Opfer diese App auf ihrem Android-Smartphone installiert hatten, wurde ihr Gerät von der NGate-Malware infiziert. Diese Malware kann Daten von NFC-fähigen Bankkarten auslesen und an die Angreifer weiterleiten. Mit diesen Daten können die Kriminellen dann Geld an einem Geldautomaten abheben, als hätten sie die Karte selbst in der Hand. Sogar die PIN kann über diese Schad-App erbeutet werden.

Wer ist betroffen?

Bisher sind vor allem Kunden von drei großen tschechischen Banken betroffen. ESET entdeckte die NGate-Malware erstmals im November 2023. Die Angreifer verschickten ihre gefälschten Nachrichten an zufällig ausgewählte Mobilfunknummern in Tschechien.

Wie können Sie sich schützen?

Um sich vor solchen Angriffen zu schützen, raten Experten zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

  • Öffnen Sie keine Links oder laden Sie keine Apps herunter, die Sie per SMS oder E-Mail erhalten, ohne die Echtheit zu prüfen.
  • Laden Sie Apps nur aus offiziellen App-Stores wie dem Google Play Store herunter.
  • Halten Sie Ihre PIN-Codes geheim und teilen Sie sie niemals per Nachricht mit.
  • Verwenden Sie Sicherheits-Apps, die Ihr Smartphone vor Schadsoftware schützen.
  • Deaktivieren Sie die NFC-Funktion Ihres Smartphones, wenn Sie sie nicht benötigen, um den unbefugten Zugriff auf Ihre Karten zu verhindern.

Bild: Pexels / Pixabay

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