Analysen und Entscheidungen

Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis

Die wachsende Datenmenge in den Unternehmen sorgt für ein großes Interesse an KI. Gefragt sind schnelle und intelligente Analysen.

KI ist überall - dieser Eindruck entsteht leicht, wenn man die zahlreichen Meldungen über den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Machine Learning verfolgt. KI-Lösungen sind nicht nur für spektakuläre Aktionen wie AlphaGo gut, sie treffen auch auf großes Interesse der Wirtschaft. Eine der wichtigsten Gründe dafür ist die Fülle an Daten, die in einigen Unternehmensbereichen entstehen und die mit herkömmlichen Methoden kaum noch in den Griff zu bekommen sind.

Ein Beispiel: Wer für das Management seiner Kundenkontakte ein CRM-Tool einsetzt, wird bei fleißiger Nutzung förmlich mit Daten überschwemmt. So entsteht zu jedem Kundendatensatz ein wahres Dickicht aus E-Mails, Notizen und Verkaufsdaten. Hinzu kommt, das viele Kunden nicht mehr nur über einen einzigen Kanal mit dem Unternehmen kommunizieren. Das kommt besonders häufig bei Beschwerden vor, auf die nicht kurzfristig reagiert wird. Viele Kunden sind ungeduldig und melden sich beim Callcenter, per E-Mail und mit einem genervten Eintrag auf der Facebook-Seite.

Wichtig wäre hier zum Beispiel, die Daten sinnvoll zusammenzuführen und mit dem richtigen Kundendatensatz zu verbinden. Darauf sollte dann eine entsprechende, möglichst kundenfreundliche Reaktion folgen. Das erfordert allerdings schnelle Reaktionen der Mitarbeiter und flexible Prozesse. Und genau hier greift beispielsweise Einstein ein, die KI-Lösung von Salesforce. Dank Machine Learning agiert Einstein als virtueller Mitarbeiter, der bestimmte Prozesse abarbeitet und auch Empfehlungen über das weitere Vorgehen geben kann. Dabei ist die Lösung lernfähig und sie wird besser, je länger sie im Einsatz ist.

Die SlaesForce-Lösung ist nur ein Beispiel, wie KI eingesetzt werden kann. Zielgruppe sind übrigens nicht immer nur andere Unternehmen, auch Privatanwender können von KI-Lösungen profitieren, sie gibt es schon in großer Zahl. Ein gutes Beispiel ist das Startup Notion, dass eine intelligente, KI-gestützte Inbox für Mobilgeräte anbietet. Sie ist lernfähig: Durch fleißiges „Wegwischen“ unwichtiger Mails weiß sie nach einiger Zeit, welche E-Mails wichtiger sind als andere.

Intelligente Unterstützung im Alltag

Auch hier geht es wieder um Komfort durch schnelle und intelligente Unterstützung im datensatten Alltag. Neuronale Netze sind aufgrund ihrer Lernfähigkeit in der Lage, jede Art von Daten in beliebige Kategorien einzusortieren. Dabei wird das Netzwerk anhand von bestimmten Zielwerten trainiert, die im Idealfall aus dem Nutzerverhalten abgeleitet werden. Dadurch kann die Lösung die gewünschten Aufgaben nach einiger Zeit recht präzise nachvollziehen und automatisch ausführen. Diese Lernfähigkeit ist eine gern gesehene Eigenschaft in Unternehmen, denn dadurch ist es möglich, lästige Routineaufgaben an die Software zu übergeben. Deshalb gehören Unternehmen, die für spezielle Branchen oder Fachbereiche angepasste KI-Anwendungen entwickeln können, im Moment zu den am intensivsten von Investoren betrachteten Firmen.

Die Analysten von CBInsights haben in einem Marktüberblick eine Top 100 der KI-Startups aus der ganzen Welt zusammengestellt. Hier finden sich die besten und interessantesten Lösungen aus den Bereichen Chatbots, Bilderkennung, Robotik, IT-Sicherheit, Business Analytics sowie aus zahlreichen Branchen. Die Unternehmen repräsentieren ein Investitionsvolumen von etwa 3,8 Milliarden Dollar und zeigen recht deutlich, was bereits heute möglich ist. Ein großer Teil der Lösungen ist noch in einem sehr frühen Stadium, viele können aber bereits jetzt produktiv eingesetzt werden.

Trotzdem ist KI im Moment noch recht exotisch, die meisten Unternehmen haben mehr Fragen als Antworten: Welche Anwendungsgebiete eignen sich für KI? Wie muss eine Lösung gestrickt sein, damit sie erfolgreich ist? Wo geht die Reise hin? Werden wir alle arbeitslos, gibt es in Zukunft das „arbeitsfreie“ Unternehmen? Diese und viele andere Fragen rund um Künstliche Intelligenz will eine Konferenz in Berlin klären, direkt im Anschluss an die Re:Publica.

Die „Rise of AI“ findet am 11. Mai im Deutschen Technikmuseum in Berlin statt. KI-Experten, Investoren und Unternehmern nehmen dort den aktuellen Status der KI in den Blick. Einer der Veranstalter ist der Investor Fabian Westerheide, der mit Asgard Capital den ersten reinen KI-Investmentfonds in Deutschland gegründet hat. Denn auch in Deutschland und vor allem in Berlin ist die KI-Gründungseuphorie ausgebrochen. Einige Startups stellen sich auf der Konferenz dem Publikum vor und berichten über ihre Lösungen.

Bildquelle: Thinkstock

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