Im Gespräch mit Hartwig Bentele, Kunstmatrix

Kuio: App für den Kunstbetrieb

Im Interview mit MOBILE BUSINESS spricht Hartwig Bentele, Mitgründer und CVO von Kunstmatrix, über Berlin, Fördermöglichkeiten für Gründer und Inspiration im öffentlichen Nahverkehr.

„Man trifft jeden Tag einen interessanten Menschen und hört jeden Tag von einer faszinierenden Idee oder einem tollen Problem”, so Hartwig Bentele, Kunstmatrix.

Herr Bentele, was genau macht Ihr Unternehmen?
Hartwig Bentele:
Kunstmatrix ist ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, digitale (Web-)Technologien im Kunstbereich sinnvoll verfügbar zu machen. Speziell bieten wir allen Personen und Unternehmen mit Kunstbezug dreidimensionale, digitale Räume an, in denen dann geplant, ausgestellt und archiviert werden kann. Dazu haben wir nun auch noch eine Augmented-Reality-App gebaut, mit der man dann die Kunst mit zu sich nach Hause nehmen kann – zum Probehängen oder einfach zur Vorschau.
 
Inwiefern ist Berlin dafür ein guter Standort?
Bentele:
Berlin hat für uns mehrere Vorteile: eine extrem lebendige Kunstszene, Metropolenflair, die halbwegs günstige Kostenstruktur, sehr interessante Menschen für Kooperationen oder als Mitarbeiter und ein gutes Gründerklima mit vielen öffentlichen und privaten Initiativen.
 
Was könnte besser sein?
Bentele:
Ein Unternehmen zu starten, ist relativ einfach, wenn man wenig Geld hat oder braucht. Zu wachsen ist für die meisten Unternehmen extrem schwierig, da weder am Markt genug Geld vorhanden noch das Kapital für Wachstum verfügbar ist.
 
Wie sind Ihre Erfahrungen mit Fördermöglichkeiten für Unternehmensgründungen in Berlin?
Bentele:
Für die Gründung ist Berlin sehr gut aufgestellt. Mit Uniprogrammen, der Investitionsbank, Inkubatoren, Coaches usw. Auch Mitstreiter, Personal und Ausstattung sind hier unkompliziert zu haben. Angebote wie z.B. geteilte Büros (Beta-Haus o.ä.), unkompliziert mietbare Besprechungsräume und andere Infrastruktur sind inzwischen sehr gut ausgebaut.
 
Welche Veranstaltungen der Branche in Berlin sind für Sie interessant?
Bentele:
Nachdem wir ja einige Probleme mit der Berliner Kunstmesse hatten, hoffe ich, dass sich das bald wieder berappelt. Ansonsten sind Veranstaltungen interessant, wie z.B. das Gallery Weekend, die Lange Nacht der Museen oder die IFA. Aber eigentlich ist man in Berlin wegen all der kleinen und winzigen Vernissagen, Perfomances und Jamsessions.   
 
Ihr Lieblingsort in Berlin zur Inspiration?
Bentele:
Inspiration? Der öffentliche Nahverkehr. Was man dort alles sieht, ist Inspiration für 1.000 Bücher, 100 Unternehmen und mindestens eine geniale Idee – pro Tag.
 
Ihr Lieblingsort für einen Kaffee?
Bentele:
Da muss ich passen. Berlin – und speziell das Brunnenviertel und die Gegend um den Rosenthaler Platz – hat so viele fantastische Cafés, dass ich je nach Stimmung die Auswahl zwischen mindestens drei oder vier habe. Ich bin daher zum Café-Nomaden geworden und habe schon Angst vor der Zeit, in der ich nur noch eines bevorzuge.
 
Ihr Lieblingsort in Berlin zum Erfolgefeiern?
Bentele:
Clärchens Ballhaus! Ja, ich weiß: reine Geschmacksache, aber ich liebe es. Richtig Berlin!

 

Neben der virtuellen Präsentation von Kunst …

… die Kunstmatrix bereits seit 2009 anbietet, entwickelte das Berliner Unternehmen Kuio eine Augmented-Reality-App, mit der man Kunstwerke an jedem Ort digital Probe hängen kann. Die Lösung soll Galerien beim Probehängen und in der Beratung helfen. Auch Kunstliebhaber können sich so an jedem gewünschten Ort in Ruhe mit einem Kunstwerk beschäftigen. Künstler schließlich können ihren kompletten Katalog mitnehmen und die Werke beim Galeristen oder Sammler in die Räume plazieren.

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