Effizienz ist oberstes Gebot

Langfristiges Ziel: Vollautomatisierung logistischer Prozesse

„Die Abwicklung der Intralogistik wird zunehmend zu einem Wettbewerbskriterium“, meint Mike Finckh, Geschäftsführer von Concept International. Effizienz – sowohl in der Zeit- als auch der Kostendimension – sei das oberste Gebot. Daher sei eine Vollautomatisierung logistischer Prozesse langfristig das Ziel.

Mike Finckh, Geschäftsführer von Concept International

„Augmented Reality findet zunehmend in Order-Picking-Systemen Anwendung“, weiß Mike Finckh, Geschäftsführer von Concept International.

Herr Finckh, welche Trends werden 2018 die Intralogistikprozesse von Unternehmen prägen?
Mike Finckh:
Generell sind im Zuge der Digitalisierung folgende Entwicklungen zu beobachten: Der Bestellprozess ist immer stärker auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden zugeschnitten – das bedeutet in der Regel ein erhöhtes Orderaufkommen, jedoch kleinere Produktmengen pro Bestellung. Darüber hinaus ist für die Abwicklung die zeitliche Dimension immer wichtiger: Die Bestellungen müssen entsprechend der Kundenanforderung just-in-time zugestellt werden.

Was sind Ihrer Ansicht nach die Grundpfeiler für den Erfolg in der Intralogistik?
Finckh:
Die Abwicklung der Intralogistik wird zunehmend zu einem Wettbewerbskriterium. Effizienz – sowohl in der Zeit- als auch der Kostendimension – ist das oberste Gebot. Daher ist eine Vollautomatisierung logistischer Prozesse langfristig das Ziel.

Sehen Sie eher den Menschen oder die Vollautomatisierung als Erfolgsfaktor?
Finckh:
Dies lässt sich nur im Einzelfall und in Abhängigkeit von der Art des Warenlagers beantworten. Für Hochregal- oder Palettenregallager mit einer entsprechend hohen Umschlagsmenge beispielsweise sorgt die Vollautomatisierung langfristig für Prozess- und Kosteneffizienz. Bei Picksystemen hingegen stehen die Arbeitskräfte mehr im Mittelpunkt, deren Arbeitsabläufe aktuell mit innovativer, technischer Unterstützung erleichtert und optimiert werden können.

Inwieweit lassen sich mit intelligenten, mobilen Technologien die innerbetrieblichen Transporte und Lagerprozesse nachhaltig optimieren?
Finckh:
Die Möglichkeiten sind vielfältig und variieren je nach Warenlager und Organisationsstruktur. Bei personallastigen Picksystemen beispielsweise besteht die Herausforderung darin, bei erhöhtem Orderaufkommen in Spitzenzeiten kurzfristig mehr Kapazitäten bereitzustellen, um einen reibungslosen Betriebsablauf zu gewährleisten. Mit einem passenden Dispatch-System und zuverlässigen Tablets und Handhelds, die auch in großen Stückzahlen schnell und kostengünstig bereitgestellt werden können, kann dies erreicht werden. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang eine einfache, intuitive Bedienbarkeit der Geräte. Dies verkürzt den Schulungsprozess des Personals und sorgt für effiziente Abläufe.

Welchen Stellenwert besitzt Augmented Reality (AR) in der Intralogistik?
Finckh:
Augmented Reality findet zunehmend in Order-Picking-Systemen Anwendung. Mit „Vision Picking“ wird insbesondere die Entnahme von kleinen Waren erleichtert: Ausgestattet mit Smart Glasses werden die Mitarbeiter im Order-Picking-Prozess zuverlässig am Warenstandort geleitet. Der Entnahmevorgang wird durch die Datenbrille im System erfasst. Den Mitarbeitern ermöglicht dies ein bequemeres und schnelleres Arbeiten, da die Mitführung eines Scanners entfällt. Zudem ermöglicht Vision Picking die rasche Einarbeitung von neuem Personal, was vor allem in Spitzenzeiten, wie dem Weihnachtsgeschäft, entscheidend für den Betriebsablauf und auch die Wettbewerbsfähigkeit sein kann.

Bildquelle: Concept International

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