Der Sony Reader PRS-T2
Nach einer Studie von amerikanischen Verlegern soll 2011 in den USA der Absatz an E-Books verdoppelt haben - von 869 Millionen Euro auf rund 2 Milliarden Euro. Dies entspricht etwa 15 Prozent des Gesamtmarkts und 30 Prozent des Umsatzes mit Belletristik für Erwachsene. Vor allem Amazon punktet mit Rekordzahlen. Bereits 2009 überholte im Weihnachtsgeschäft das E-Book erstmals die Hardcover-Umsätze.
Beeindruckende Zahlen. Die entsprechenden Daten für den deutschen Markt sind dagegen lächerlich: Nach Angaben der "Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)" lag der Anteil von E-Books am gesamten deutschen Buchumsatz im Jahr 2011 bei knapp 1 Prozent. Das ist ein Umsatzvolumen von 38 Millionen Euro. Immerhin: Gegenüber 2010 stieg der E-Book-Umsatz um 77 Prozent.
Auch die E-Reader boomen, sogar in Europa. Der hiesige Markt für die Lesegeräte hat sich von 2010 bis 2011 mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden fast 4,8 Millionen Geräte verkauft - trotz der Konkurrenz durch Tablets. Zwar gibt es Reader-Software wie zum Beispiel "Amazon Kindle" für iOS und Android, doch offensichtlich greifen viele Leser eher zum Spezialgerät. Eine PwC-Umfrage zur Leipziger Buchmesse 2012 ergab: Jeder fünfte Tablet-Nutzer will zusätzlich einen E-Reader kaufen.
Das ist auf den ersten Blick erstaunlich, doch die Lesegeräte haben gegenüber Tablets eine ganze Reihe von Vorteilen. So ist zum Beispiel das spezielle E-Ink-Display viel besser für langes Lesen geeignet als ein hintergrundbeleuchteter Touchscreen. Außerdem haben die Geräte durch ihre spezielle Technik eine enorm lange Akkulaufzeit. Das Display benötigt Strom nämlich nur, wenn eine Seite umgeblättert wird.
Ein dritter Grund ist das geringe Gewicht. So wiegt zum Beispiel der neue Sony Reader PRS-T2 nur noch 164 Gramm. Dadurch ist ein sehr bequemes Lesen, ähnlich wie bei einem Buch möglich. Der Reader ist damit sogar gegenüber dem Hardcover im Vorteil, da sehr umfangreiche Werke durchaus schon mal ein Kilo und mehr auf die Waage bringen können.
Inzwischen ist auch die App-Vielfalt auf einem Tablet kein entscheidendes Argument gegen einen E-Reader. Das neue Gerät von Sony besitzt neben einer Internetanbindung auch eine Integration mit dem Notizdienst Evernote. Ein sehr geschickter Schachzug von Sony, denn das Speichern von Zitaten oder längeren Textauszügen via Internet ermöglicht zum Beispiel ein komfortables Arbeiten mit elektronischen Fachbüchern.
Darüber hinaus sichert Evernote auch die Markierungen und Anmerkungen, die innerhalb des Readers gemacht wurden. Dadurch sind Zitate und Anmerkungen auch auf anderen Geräten des Anwenders verfügbar, zum Beispiel sowohl auf einem Tablet als auch auf einem Desktop-PC.
Eine weitere sehr interessante und den Nutzwert des Readers deutlich erhöhende Funktion ist der ebenfalls eingebaute Evernote-Dienst Clearly ist eingebaut. Mit Clearly können längere Texte auf Websites in einem deutlich besser lesbaren Format gespeichert werden. Damit ist dann anschließend ein komfortables Lesen am Sony Reader möglich.
Die Entscheidung zur Evernote-Integration dürfte dem neuen Modell einen großen Freundeskreis bescheren. Was bisher viele an den Lesegeräten störte, war die fehlende (oder nur sehr rudimentär verwirklichte) Möglichkeit, mit den Büchern auch ernsthaft zu arbeiten. Das ist auf einem Tablet anders. Doch mit dem neuen Reader gibt es wieder einen Grund mehr, seinen Gerätepark durch ein weiteres flaches Kästchen zu ergänzen.
Bildquelle:
Sony