Die Zukunft von MDM

Marktanteil der Service-anbieter wird steigen

Eine MDM-Infrastruktur selbst zu betreiben, ist für viele Unternehmen wenig sinnvoll, meint Wolfgang Schwab, IT-Berater und MDM-Experte bei der Experton Group. Im Interview erklärt er, wie sich der MDM-Markt entwickeln wird.

Wolfgang Schwab, IT-Berater und MDM-Experte bei der Experton Group.

Herr Schwab, der Markt für MDM ist riesig geworden – jeder macht jetzt MDM. Wie können Anwenderunternehmen da noch durchblicken?
Wolfgang Schwab:
Jedes Unternehmen muss sich zunächst über den Einsatzzweck der Mobilgeräte klar werden. Geht es nur um Basisfunktionen wie E-Mails auf dem Handy? Sollen auch Dokumente verwaltet werden? Oder geht es sogar um spezielle Business-Apps, die in einem Enterprise Appstore angeboten werden?

Außerdem muss natürlich der zukünftige Bedarf eingeschätzt werden. Wer eigene Business-Apps für mobile Geschäftsprozesse nicht rundweg ausschließen kann, muss entsprechende Anbieter wählen. Viele der Lösungen auf dem Markt stoßen dabei an Grenzen.

Da ist für viele Unternehmen vielleicht eine Art „eierlegende MDM-Wollmilchsau“ wichtig. Gibt es so etwas auf dem Markt?
Schwab:
Diesem Idealzustand kommt Mobile Iron recht nahe. Das Unternehmen gehört schon seit Jahren zur absoluten Spitze in diesem Markt und kann diese Position auch weiter ausbauen. Die Gründe sind die technologische Stärke und Leistungsfähigkeit der Software.

Aber auch andere Lösungen können durchaus punkten. SAP zum Beispiel hat sich in den letzten zwölf Monaten deutlich verbessert. Und bei der Unterstützung aller Endgeräte haben Microsoft, Matrix42 und Cortado recht gute Fähigkeiten. Die Auswahl verringert sich also nicht auf wenige Marktführer.

Und wie sieht es mit den Kosten aus? Die Lizenzierung ist ja bei den zahlreichen Nutzern ein erheblicher Kostenfaktor.
Schwab:
Für viele und vor allem für kleinere Unternehmen dürfte ein Mietmodell die ideale Lösung sein. Sie schirmen sich hiermit ab von Lizenzfragen, aber auch von den sehr kurzen Updatezyklen. Und natürlich sind Service-Lösungen zukunftssicher, da Unternehmen damit keine Fehlentscheidungen treffen können und sich nicht auf bestimmte Featuresets beschränken.

Services sind also die Zukunft von Mobile Device Management?
Schwab:
Auf jeden Fall. Ich denke, dass sich der Markt in drei große Bereiche aufteilen wird. Zum einen sind da die Anbieter von Systemmanagement-Suiten, die MDM integrieren – teils als Lizenz der führenden Anbieter.

Zum zweiten haben Anbieter wie SAP oder Microsoft große Chancen, wenn sie MDM und Systemmanagement stark in alle ihre Anwendungen integrieren. Das erlaubt einen sicheren und unkomplizierten Zugriff auf die Daten und Geschäftsprozesse.

Und drittens dürften Provider von Managed Services wie T-Systems und Computacenter oder Outsourcing-Dienstleister wie Unisys einen großen Marktanteil erobern. Sie haben als Spezialisten keine Probleme mit dem sich rasch wandelnden Know-how oder den Updatezyklen. Für sie ist MDM einfach, für Unternehmen oft nicht.

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok