Störungen zeigen die Abhängigkeit vom Internet
Am Dienstag wurden weite Teile des Internets durch eine gravierende Störung des Anbieters Cloudflare praktisch ausgeschaltet. Der US-Dienstleister leitet einen großen Teil des globalen Webverkehrs über sein Netzwerk. Gegen Mittag mitteleuropäischer Zeit meldete er eine Panne. Innerhalb kürzester Zeit gab es eine Vielzahl von Fehlermeldungen bei Webzugriffen, darunter HTTP-500-Fehler und blockierte Zugriffe.
Besonders stark gestört waren Seiten, die stark von Cloudflares Sicherheits- und Routing-Infrastruktur abhängen. Zu den unmittelbar betroffenen Plattformen zählten die frühere Twitter-Plattform X und ChatGPT. Auch viele andere Dienste hatten Schwierigkeiten beim Laden von Inhalten oder beim Zugriff auf ihre Webseiten.
Der Ausfall zeigt deutlich, wie eng zahlreiche Online-Dienste von einigen großen Infrastrukturanbietern abhängen. Für betroffene Unternehmen bedeutete sie nicht nur Ausfallzeiten, sondern auch potenzielle Umsatz- und Reputationsverluste sowie zusätzliche Kosten im Betrieb und technischen Support.
Zugleich wurde wie bei dem AWS-Ausfall vor einigen Wochen die Verwundbarkeit der Internetinfrastruktur deutlich: Wenn ein zentraler Anbieter ausfällt, hat dies erhebliche Wirkung auf große Teile des Netzes. Bob Wambach, VP Portfolio and Strategy bei Dynatrace, betont: "Globale Ausfälle machen deutlich, wie stark unsere Welt inzwischen von Software und digitalen Systemen abhängig ist – und wie wichtig es ist, dass diese Systeme zuverlässig funktionieren."
Entsprechend weitreichend sind die Auswirkungen bei einem Ausfall. Führungskräfte in Unternehmen sollten sich deshalb laut Benjamin Schilz, CEO der Kommunikationsplattform Wire, eine Frage stellen: Wie funktioniert das Unternehmen weiter, wenn der nächste große Ausfall kommt? Schilz: "Sich von der Hyperscaler-Monokultur zu lösen, ist die einzig logische Antwort."
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