Chancen der Automatisierung nutzen

MDM in Industrie und Logistik

In produzierenden Unternehmen spielen vermeintliche Trends wie BYOD eher eine untergeordnete Rolle. Vielmehr gilt es, die Produktivitäts- und Verfügbarkeitskennzahlen mit dem Einsatz mobiler Devices zu verbessern. Das proaktive Management einer heterogenen Infrastruktur mit Fahrzeugterminals, Tablets und Scannern bietet diese Chancen.

In vielen Industrieunternehmen werden heutzutage im Bereich Kommissionierung und Warenausgang mobile Scanner für das Tracking von Waren eingesetzt. Dabei ist gerade das Akkumanagement der mobilen Devices im Mehrschichtbetrieb eine spezielle Herausforderung. Denn sind Scanner nicht vollständig geladen, verlässt unter Umständen weniger Ware die Logistik. Zudem sinkt der Servicegrad. Meist wird diesen Situationen in Unternehmen eher reaktiv begegnet.

Abhilfe können passende Mobile-Device-Management-Systeme (MDM) schaffen, die proaktives Monitoring der Akkuleistung und das Überwachen weiterer Zustände bieten. So kann etwa durch das Messen der Temperatur im Tiefkühlbereich sichergestellt werden, dass die Touch-Bedienung des mobilen Endgerätes nicht einfriert. Die Messung der Anzahl der Barcodescans lässt wiederum auf die Restlebensdauer des jeweiligen Scanners schließen. So kann abhängig von der Nutzung im Voraus ermittelt werden, wann ein Endgerät wirklich erneuert werden muss.

Software-Aktualisierungen planen

Mobile ERP- und Third-Party-Applikationen sichern täglich in Produktion und Logistik den notwendigen Output. Umso erschreckender ist es, dass die Anwendungen nur selten über das neueste Release verfügen. „Never change a running system“ ist hier oft die Devise. Dies kann jedoch Auswirkungen auf die Sicherheit der Prozesse haben. Ist der Roll-out einer neuen App geplant, so erfolgt die Installation und Konfiguration meist vor Ort am Wochenende oder im schlechtesten Fall im Live-Betrieb. Da dies jeweils viel Personal am jeweiligen Standort erfordert, wird in der Regel nur ein Standort nach dem anderen bedient.
MDM-Systeme können IT-Verantwortlich in die Lage versetzen, neue mobile Applikationen in das zentrale ERP-System ohne zusätzliche Middleware einzubinden und eine M2M-Kommunikation aufzubauen. Die Verteilung von neuen Anwendungen kann auf sämtlichen Industrieendgeräten im Vorfeld simuliert und standortübergreifend zur selben Zeit durchgeführt werden. Barcodegestützte Installationsroutinen, die der Anwender selbst einleiten kann, können den Aufwand dabei vermindern.

Support der Anwender verbessern

Die Bedienung von mobilen Devices durch wechselnde Mitarbeiter führt regelmäßig zu Rückfragen im IT-Support bzw. im Fachbereich. Typische Fehlerquellen sind Fehleingaben oder unzureichende Konnektivität, wie beim On-Demand-Druck eines Etiketts zur Kommissionierung. Lässt das Etikett auf sich warten, verzögern sich jeweils die nachgelagerten Arbeitsschritte. Etwa 70 Prozent aller Supportanfragen in solchen Prozessen betreffen geschäftskritische Tätigkeiten. Mit technisch spezialisierten Call-Agenten können standardisiert rund um die Uhr die Anfragen dieser Anwender per Remote gelöst werden. Damit können Unternehmen ihre Risiken reduzieren und möglichen nachträglichen Kosten infolge von Vertragsstrafen oder verspäteter Lieferung entgehen.

MDM als Managed Service?

MDM benötigt im Eigenbetrieb eine hochperformante Serverlandschaft, ein ganzheitliches Sicherheitskonzept (Verschlüsselung und Policies) und IT-Ressourcen, die einem regelmäßigen Schulungsaufwand unterliegen. Unternehmen stehen deshalb vor der Frage, ob sie MDM mittels eigener Ressourcen stemmen oder outsourcen sollen.

Kleine Unternehmen setzen in der Regel eine überschaubare Anzahl an mobilen Geräten ein, die der IT-Verantwortliche noch selbst kennt. Hier genügt in der Regel ein gerätespezifischer Remotezugang.

In mittleren bis großen Unternehmen, die über mehr als vier Standorte mit insgesamt mehr als 2.000 mobilen Devices verfügen, kann eine Managed-Service-Lösung die wirtschaftlichere Alternative sein. Hierfür sprechen vor allem ein schnelles Rollout und eine hohe Skalierbarkeit sowie Sicherheit und Verfügbarkeit der Plattformlösung. Benötigen Unternehmen Unterstützung in speziellen Fragen des Regelbetriebs, sind technische geschulte Mitarbeiter abrufbar. Ein begleiteter Go-live-Support durch externe Spezialisten kann zudem Reibungsverluste, Stillstandzeiten und Bedienungsfehler reduzieren.

Welche Einsparpotentiale gibt es für produzierende Unternehmen?
Betrachtet man die Einsparungen in der IT, ergibt sich folgendes Bild: Laut IT-Anbieter ICS International können durch den Einsatz einer passenden MDM-Lösung bereits im ersten Jahr – beim Roll-out und Monitoring von Applikationen – die Supportanfragen reduziert werden. Bei standortunabhängigem Gerätemanagement ist mit verminderten Neuinvestitionen in mobile Devices zu rechnen, die administrativen IT-Tätigkeiten mit wechselnden Einsatztätigkeiten in den Niederlassungen können zudem überwiegend entfallen.

 

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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