Schweizerische Bundesbahnen mit neuer Reise-App

Mehr Zug beim Thema Mobilität

Mit einer neuen mobilen App 
„SBB Mobile“ wollten die Verantwortlichen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB ihren Kunden die Reiseplanung erleichtern.

  • Mehr Zug beim Thema Mobilität

    Um ihren Fahgästen mehr Übersicht und einen verbesserten Service anzubieten, setzen die Schweizerischen Bundesbahnen auf eine neue App. ((Bildquelle: SBB))

  • Mehr Zug beim Thema Mobilität

    Die App beinhaltet Funktionalitäten wie z.B. eine personalisierte Fahrplan-Abfrage oder den Kauf von Fahrscheinen. ((Bildquelle: SBB))

Ende 2016 veröffentlichten die SBB die von Grund auf neu entwickelte Version ihrer mobilen Anwendung, die mit dem Preis „Master of Swiss Apps“ ausgezeichnet wurde. Für das Team um Christof Zogg, Director Digital Business bei den Schweizerischen Bundesbahnen, kein Grund, sich auszuruhen. Die Anwendung wird mit Unterstützung des Dienstleisters Adesso stetig weiterentwickelt.

Die SBB Mobile App bietet viele Funktionalitäten für die Organisation von Bahnfahrten: Sei es die personalisierte Fahrplan-Abfrage oder der Kauf eines Fahrscheines. Wichtig waren den Entwicklern ein durchgängiges Designkonzept und intuitiv zu bedienende Oberflächen.

Um diese Anforderungen direkt in der Entwicklungsphase des Reiseplaners berücksichtigen zu können, führten die Projektverantwortlichen frühzeitig umfangreiche Tests zur Benutzerfreundlichkeit mit SBB-Kunden durch, um Verbesserungsmöglichkeiten zu entdecken. Auch nach der App-Veröffentlichung setzte sich die Einbindung der Reisenden fort: Kunden, die neue Angebote und Möglichkeiten gerne als erste ausprobieren wollen, können sich diese neueste Version herunterladen. Inzwischen ist eine Community von mehr als 300.000 Preview-Kunden entstanden, die dem Team um Christof Zogg dabei hilft, neue Themen zu testen und die Qualität zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise Funktionen wie das Steuern der App über Sprachbefehle oder das Melden von Defekten wie ausgefallenen Rolltreppen direkt aus der Anwendung.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Mehr Ordnung ins Projekt


Während in Richtung des Reisenden alles auf Einfachheit ausgelegt war, gestaltete sich die Situation bei der Organisation der App-Entwicklung ungleich komplexer: Für die Backend-Entwicklungen setzten die SBB-Verantwortlichen auf eigene IT-Ressourcen. Dem Thema iOS hingegen widmete sich ein Dienstleister aus Zürich, während die Arbeit an der Android-Version ein Team von externen Entwicklern übernahm.

Eine Situation, mit der das Management nicht zufrieden war. Christof Zogg fasst diese so zusammen: „Dadurch, dass unterschiedliche Teams die Entwicklung auf den Plattformen verantworteten, gab es kleinere Inkonsistenzen zwischen der iOS- und der Android-Version. Insbesondere bei Tests und in der Qualitätssicherung führte das immer wieder zu Problemen. So tauchten Bugs nur in einer der beiden App-Versionen auf.“

Diese Problematik sollte im Zuge einer Vertragsumgestaltung behoben werden. Ziel war es, die Ressourcen der Entwicklung der beiden native Clients und des Mobile Services unter einem Vertrag zu konsolidieren. Für diese Umwandlung des Sourcing-Modells, die die Beteiligten während des laufenden Betriebes realisieren mussten, suchte das Management der SBB den passenden IT-Partner. Die Wahl fiel auf Adesso.

2017 startete die Transition, wobei der Dienstleister vertragstechnisch als Generalunternehmer für die Entwicklung der Clients sowie des mobilen Services fungiert und alle Ressourcen für die Business-Analyse, die Testverfahren und die Java-Entwicklung zur Verfügung stellt. Die Entwicklung der nativen iOS- und Android-Clients deckt der App-Dienstleister Ubique ab.

Dreistufenplan


Zunächst ging es darum, das Know-how im neu zusammengestellten Team zu bündeln. Im zweiten Schritt setzten die Projektverantwortlichen eine Serie von Workshops mit dem Ziel auf, Prozesse und Methoden der Zusammenarbeit zu definieren. Anschließend ging es darum, diese im Projekt zu implementieren – am Anfang durch die dreimonatige gemeinsame Zusammenarbeit vor Ort in Bern, später mit verteilten Teams in Bern und Zürich.

Nach dem Abschluss dieser Übergangsphase kümmert sich nun ein Produktteam bestehend aus drei Produkt-Managern sowie ein festes Entwicklungsteam von rund 15 Personen, die unterschiedliche Rollen wie Business-Analyst, Software-Architect, Entwickler und Tester besetzen, um die Weiterentwicklung.
Natürlich ist die Weiterentwicklung der Anwendung mit dieser Umorganisation nicht abgeschlossen, zumal die Themen nicht ausgehen. Ein Punkt auf der Agenda ist etwa der sogenannte ortsbezogene Ticketverkauf. Der Reisende kauft sein Ticket nicht mehr pauschal, sondern nach Nutzung. Er checkt am Startbahnhof per Smartphone mit Lokalisierungsfunktion ein und an seinem Zielbahnhof aus. Am Ende bezahlt er per App für die gefahrene Strecke. Zudem wird geprüft, inwieweit Chatbot-Technologien für die Kommunikation mit den Reisenden eingebunden werden können.

Doch Christof Zogg und sein Team schauen auch über den Tellerrand hinaus: Künftig sollen die Nutzern des SBB Reiseplaners unterschiedliche Verkehrsmittel – öffentlichen Nah- und Fernverkehr, motorisierten Individualverkehr oder Car- und Bikesharing-Angebote – miteinander vergleichen, kombinieren und buchen können.

Für Reisende bedeutet das, dass sie ihre Zugreise beispielsweise mit Carsharing kombinieren und das Fahrzeug am gewünschten Standort direkt in der Applikation buchen können. Die App liefert alle möglichen Reisevarianten unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrssituation in Echtzeit gleich mit.

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