So klingelt die Kasse

Mit Apps Geld verdienen

Ein Überblick über Monetarisierungsmodelle für Apps mit Fokus auf Monetarisierung über Werbung

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Wie lässt sich mit Apps Geld verdienen?

Im Jahr 2015 erreichte der deutsche App-Markt laut Bitkom über 1,3 Milliarden Euro und auch für dieses Jahr ist ein fortlaufendes Wachstum garantiert. Immer komplexer werdende App-Entwicklungen müssen sich durch das richtige Geschäftsmodell refinanzieren. Für Developer und Publisher haben sich daher lukrative Monetarisierungstechnologien etabliert, deren Inte­gration bereits in der Konzeptionsphase der App-Entwicklung berücksichtigt werden sollten. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die beliebtesten Monetarisierungsmodelle mit dem Fokus auf Monetarisierung über Werbung. 

In-App-Payments (IAP)

Im Vergleich zu klassischen Paid-Apps versprechen In-App-Käufe einen hohen Umsatz. Etablierte Spielepublisher wie Supercell oder King.com erreichen Milliardenumsätze. Das Grundprinzip ist einfach: Apps werden kostenlos in den App-Store gestellt und verfügen meist über eingeschränkte Features, die sich über Käufe innerhalb der App erweitern lassen. Der kostenlose Release einer Apps lässt Entwickler schnell Communities aufbauen, da Nutzern die Möglichkeit gegeben wird, Anwendung erst einmal unverbindlich zu testen. Ob es zu Käufen kommt, hängt später von der Qualität der Inhalte ab. Allerdings erreichen in der Regel selbst reichweitenstarke Apps nur Conversionraten von eins bis fünf Prozent. Alle anderen Nutzer können nicht monetarisiert werden. Entwickler sollten ihr IAP-Potential daher früh genug kalkulieren, um auf die richtige Einnahmequelle zu setzen. Spiele bieten sich nach wie vor gut für In-App-Payments an.

In-App-Advertising (IAA)

Um Milliardenumsätze geht es auch im sogenannten In-App-Advertising. Wie im IAP-Modell, werden Apps vorerst kostenlos angeboten. Daraus ergeben sich die gleichen Vorteile wie bei In-App-Käufen auch, mit dem zusätzlichen Bonus, dass die schnellwachsende Community direkt monetarisiert wird. Etwaige „Streuverluste“ werden gering gehalten. IAA gehört zu den fortschrittlichsten und komplexesten Bereichen des App-Geschäfts. Für Publisher und Entwickler sind hier die höchstmöglichen Einnahmen erreichbar. Die grundlegenden Zusammenhänge werden in folgenden Punkten näher beschrieben.

  • Ad Networks 
    Möchte ein Werbetreibender Werbung in Apps schalten, muss er sich in der Regel an ein Ad Network (Werbenetzwerk) wenden. Anschließend folgt eine Buchung im Netzwerk, welches ihn auch bei der Erstellung von Werbemitteln, der Auswahl von passenden Apps, technischer Auslieferung, sowie beim Performance Tracking unterstützt. Für Publisher bilden Ad Networks wiederum den Zugang zu Werbetreibenden. Leider können einzelne Werbenetzwerke die Werbeflächen von Apps nicht konstant füllen. Entwicklern wird daher geraten, von Beginn an mit mehreren Ad Networks zusammen zu arbeiten. Zu den größten gehören beispielsweise Admob, Inmobi, ­Millennial oder Adcolony. Sogenannte „Mediation“-Technologien helfen Entwicklern dabei, mehrere Ad Networks in eine App einzubinden und Einnahmen zu steigern.
  • Ad Network Mediation
    Hier werden mehrere Ad Networks in einer Lösung integriert. Ziel dabei ist es, alle verfügbaren Werbeflächen innerhalb einer App konstant zu füllen (fill rate). Zusätzlich werden nur die Ad Networks eingeblendet, die den höchsten Preis für eine Platzierung zahlen. In der Regel werden damit deutlich höhere Einnahmen erzielt, als wenn Publisher mit nur einem Werbenetzwerk zusammenarbeiten. Anbieter von Mediation-Lösungen sind beispielsweise Addapptr, Smaato oder Admob Mediation.
  • Real-Time-Bidding (RTB)
    Ein großer Teil internationaler App-Werbeflächen werden auf RTB-Marktplätzen gehandelt. „Hierbei handelt es sich um eine Art von Echtzeit-Börsen, auf denen häufig mehrere hundert Advertiser auf eine einzige Werbeeinblendung bieten. Hierdurch können App-Publisher ein Vielfaches der Umsätze erzielen, als es in einzelnen Ad Networks überhaupt möglich wäre“, sagt Patrick Kollmann, Gründer und Geschäftsführer des unabhängigen Hamburger RTB-Anbieters Addapptr. Weitere RTB-Marktplätze sind Google Adx, Mopp oder Nexage. Bei der Wahl des richtigen Anbieters empfiehlt Kollmann darauf zu achten, sich nicht nur auf einen Marktplatz festzulegen. Nur so garantiere man Entwicklern konstante „Fill Rates“ von 98 Prozent.


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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