Straßenbauamt auf Tour

Mit M2M in den Winterdienst

Die Mitarbeiter des Straßenbauamtes Bodenseekreis haben das ganze Jahr über Hochkonjunktur. Unterstützung erhalten sie von einer Machine-to-Machine-Lösung (M2M), die Aufgaben von der Datenerfassung über die Routenplanung bis hin zur Rechnungserstellung übernimmt.

Rund 660 Kilometer Fahrbahn gilt es für das Straßenbauamt verkehrssicher zu halten. Dank einer M2M-Lösung behalten die Mitarbeiter dabei den Überblick.

Wenn im Bodenseekreis der Winter einsetzt, stehen die Mitarbeiter der Straßenmeistereien Markdorf, Überlingen und Tettnang in den Startlöchern. Rund 660 Kilometer Fahrbahn gilt es verkehrssicher zu halten, je nach Wetterlage Feuchtsalz zu streuen und Schnee zu pflügen. Die gesamte Räumflotte kommt dabei während eines durchschnittlichen Winters auf rund 140.000 Kilometer Fahrleistung.

Um alle erledigten Touren korrekt zu erfassen, war bislang akribisches Nachhalten gefragt. „Das lief früher mit Stift und Papier und war sehr zeitaufwendig“, erklärt Gerhard Hermle, stellvertretender Amtsleiter im Straßenbauamt des Landratsamtes Bodenseekreis. „Für jede einzelne Straße mussten die Mitarbeiter schriftlich festhalten, wann sie diese befahren und welche Menge Salz sie dort gestreut hatten.“

Flotte und Fremdkosten im Blick

Heute fahren eingebaute Telematikboxen in den Räumfahrzeugen mit. Sie sind Teil der M2M-Lösung „Netwake Vision“ des Telekom-Partners Netwake, die während der gesamten Tour alle relevanten Daten sammelt: Aktuelle Positionen, gefahrene Strecken und Wartungszeiten werden ebenso erfasst wie die Zeiten, in denen der Schneepflug gesenkt ist oder Salz gestreut wird. Über eine Sendeeinheit mit integrierter M2M-SIM-Karte des Bonner TK-Anbieters werden die Informationen unmittelbar an den M2M-Server übermittelt. Das Straßenbauamt ruft die aufbereiteten Daten dann über ein Webportal auf und sieht mithilfe einer digitalen Karte auf einen Blick, wo sich die Fahrzeuge gerade befinden.

„Die Lösung erspart unseren Mitarbeitern viel Zeit und Aufwand. Flüchtigkeitsfehler beim Nachhalten oder später beim Übertragen der Daten im Büro gehören der Vergangenheit an. Routen können präzise geplant und bei Bedarf einfach umdisponiert werden“, beschreibt Hermle. Ein weiterer wichtiger Vorteil: reduzierte Kosten. Denn beim Winterdienst unterstützen Fremdunternehmen das Straßenbauamt. „Früher erhielten wir deren Rechnungen und konnten nie genau wissen, ob sie alle Vorgaben eingehalten hatten, wann und wo sie mit gesenktem Schneepflug gefahren waren und wie viel Salz sie tatsächlich gestreut hatten. Dabei ist Salz sehr teuer“, so Hermle. Bei all diesen Daten herrscht heute Transparenz: Die M2M-Lösung ermittelt sie automatisch und erstellt die Rechnungen an die Fremdunternehmen. Für das Straßenbauamt bedeutet dies Kosteneinsparungen von rund 15.000 Euro jährlich.

M2M-Einsatz wird verlängert

Auch nach dem Tauwetter im Frühling wird die M2M-Lösung am Bodenseekreis im Einsatz bleiben. Denn neben dem Winterdienst gehören zahlreiche Tätigkeiten wie beispielsweise die Fahrbahnsanierung, das Reinigen der Entwässerungseinrichtungen, Mäheinsätze und Gehölzschnitt oder auch das Austauschen verbeulter Leitplanken und Straßenschilder zu den Aufgaben der rund 55 Mitarbeiter.

Dabei wurde die M2M-Lösung vom Hersteller speziell für die Arbeit von Kommunen, Straßenbauämtern und Werkhöfen entwickelt, wobei ein wesentlicher Bestandteil die dazugehörige App ist. Sie bildet alle Prozesse im Straßenbetriebsdienst auf Smartphones und Tablets ab. Die Mitarbeiter geben Informationen direkt während oder nach den Einsätzen vor Ort in die App ein. Zum Beispiel, wenn im Rahmen der Grünpflege Baumkontrollen anstehen: Welche Baumarten wurden kontrolliert und wie viele? Müssen Äste beschnitten werden?

Generell ist die App erweiterbar, so dass im Webportal weitere Felder pro Aufgabe hinzugefügt werden können: z.B. der „Durchmesser der Baumkronen“, aber auch Aufgaben wie Bauwerkskontrollen oder Müllbehälterentleerungen. Nicht zuletzt ist die M2M-Lösung komplett in das zentrale Straßenbauabrechnungssystem des Landes Baden-Württemberg integriert. Dank einer sicheren Schnittstelle kann die Lösung Arbeitsstunden, Einsatzzeiten und weitere abrechnungsrelevante Daten direkt in das Kostenerfassungssystem einspeisen. „Früher mussten wir die Rechnungen an unseren Kostenträger manuell erstellen, heute übernimmt das die Lösung“, erklärt Gerhard Hermle abschließend.



Das Straßenbauamt des Landratsamtes Bodenseekreis
Die Mitarbeiter des Straßenbauamts und der dazugehörenden Straßenmeistereien in Überlingen und Tettnang sorgen dafür, dass die Bundes-, Landes-, und Kreisstraßen sowie Radwege im Bodenseekreis im bestmöglichen Zustand zur Verfügung stehen. Insgesamt pflegen und unterhalten sie rund 660 Straßenkilometer. Außerdem wird durch Um-, Aus- und Neubau-maßnahmen die Straßenverkehrsinfrastruktur im Bodenseekreis stetig verbessert, um den Verkehr flüssiger zu gestalten.

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