MDM: Interview mit Christian Glanz, DVAG

Mit mobilen Geräten die Kundenberatung verbessern

12.000 Vermögensberater der Deutsche Vermögensberatung (DVAG) nutzen für der Kundenberatung und -betreuung sowie im mobilen Daten- und Officemanagement iPads. Christian Glanz, Mitglied des Vorstands der DVAG, spricht mit MOBILE BUSINESS über maßgeschneiderte und zukunftsweisende IT-Lösungen im Unternehmen.

„Wir haben ein erfahrenes und flexibles Spezialistenteam von ca. zehn Mitarbeitern, um die iPad-Anwendungen komplett eigenständig aktualisieren und entwickeln zu können“, berichtet Christian Glanz, Mitglied des Vorstands

Herr Glanz, die DVAG setzt in der Kundenberatung verstärkt auf mobile Devices. Vor welchem Hintergrund und zu welchem Zweck?
Christian Glanz:
Das iPad hat uns von Anfang an überzeugt. Wir haben darin ein großes Potential für unseren Vertrieb gesehen, sowohl in der Kundenberatung als auch in der Organisation der Arbeitsabläufe. Rund vier Jahre nach dem Einsatz der ersten Geräte ist die Verbreitung der neuen Technik im Unternehmen flächendeckend: Über 12.000 hauptberufliche Vermögensberater nutzen sie. In unserer DVAG-Beratungs-App stehen ihnen über 50 interaktive Untermodule zur Verfügung. Im Dialog mit den Anwendern wird die Software stetig weiterentwickelt. Jeden Monat gibt es einen Release-Wechsel mit zusätzlichen Funktionen und technischen Änderungen.

Wie wird die eigentliche Beratung beeinflusst?
Glanz:
Auch für Kunden bietet die Beratung mit Tablets Vorteile: Sie sind nicht mehr die passiven Zuhörer, sondern können den Beratungsprozess mitgestalten. Neben der Interaktion sind die Devices bestens dafür geeignet, abstrakte Inhalte anschaulich und emotional zugleich zu vermitteln. Multimediale Elementen ­helfen, komplexe Sachverhalte wie Altersvorsorge, Rücklagenbildung, Absicherung oder Gesundheitsvorsorge zu visualisieren. Dabei wird das persönliche Interesse der Kunden geweckt. Gemeinsam mit dem Vermögensberater werden Schritt für Schritt individuelle Vorsorge- und Vermögensaufbaukonzepte erarbeitet.

Von der Funktionalität profitieren die Vermögensberater jedoch nicht nur im Kundenkontakt, sondern auch in der mobilen Büroorganisation. Zahlreiche Service- und Informationsanwendungen aus den internen Onlinesystemen sind mit dem iPad verknüpft. Dadurch kann jeder Vermögensberater auch unterwegs seine E-Mails, Kontakte, Termine und Aufgaben verwalten sowie auf Kunden- und Vertriebsinformationen zugreifen. Mit der DVAG-Cloud und der individuellen Vermögensplanung bieten wir unseren Beratern maßgeschneiderte, persönliche Lösungen und können noch serviceorientierter arbeiten.

Inwieweit ist der Einsatz dieser Geräte in eine Gesamtstrategie eingebettet – Stichwort Enterprise Mobility?
Glanz:
Die gute Erreichbarkeit und Mobilität der Berater gehören für uns zum Grundsatz unseres Geschäftsmodells. Diese Mobilität setzt eine exzellente Vertriebsunterstützung auch aus dem IT-Bereich voraus. Mit professionellen IT-Dienstleistungen „aus einem Guss“ gewährleisten wir schon seit Jahren ein ausfallsicheres und anwenderfreundliches Firmenumfeld. Bereits seit 1992 setzten wir Laptops mit Datenversorgung zur Vertriebsunterstützung ein und seit 2010 konsequenterweise auch Tablets.

Sie haben ein eigenes Team, das sich nur mit der Entwicklung von iPad-Apps beschäftigt. Warum können Sie diese Entwicklertätigkeit selbst besser leisten als externe Dienstleister?
Glanz:
Ja, wir haben ein erfahrenes und flexibles Spezialistenteam von ca. zehn Mitarbeitern, um die iPad-Anwendungen komplett eigenständig aktualisieren und entwickeln zu können. Dies hat mehrere Gründe: Erstens müssen wir als Vorreiter der Allfinanz-Idee die Standards selbst setzen und kennen uns daher – als Deutschlands größter eigenständiger Finanzvertrieb – am besten mit Bedürfnissen, Zielen und Wünschen sowohl unserer Vermögensberater als auch unserer Kunden aus. Zweitens haben wir mit einer eigenen App-Abteilung das fachliche Know-how, um ohne Informations- und Zeitverluste schnell auf Veränderungen reagieren oder Wünsche und Anregungen umsetzen zu können. Wir stehen im engen Austausch mit unseren Vermögensberatern und schätzen die Rückmeldung aus der Praxis sehr. Von der Konzeption über die Präsentation bis hin zur Umsetzung benötigen wir durchschnittlich nur sechs Wochen Zeit, um eine neue App zu entwickeln.

Welche Art von Apps entwickeln Sie und worauf legen Sie dabei besonderen Wert?
Glanz:
Es gilt, den Arbeitsalltag unserer Vermögensberater in allen Facetten ihrer Tätigkeit zu entlasten. Das kann in der Praxis verschiedene Ausprägungen haben: von einem Zugriff auf die elektronische Kundenakte bis hin zur individuellen Vermögensplanung, von der zeitnahen Integration eines neuen Produkts bis zur schnelleren Ermittlung der Vor­sorgelücke im Alter. Dabei steht für uns die Nutzerzufriedenheit stets im Vordergrund: Die Anwendungen sollen einfach und verständlich sein und auch Spaß und Freude bereiten.

Die DVAG gestattet die Benutzung eigener Hardware im Rahmen von BYOD. Was spricht für dieses Konzept und wo liegen die Schwierigkeiten?
Glanz:
Die Deutsche Vermögensberatung stellt ihren Vermögensberatern professionelle IT-Lösungen für alle Hardwaregeräte zur Verfügung. Einzig bei den mobilen App-Anwendungen beschränken wir uns auf Tablets von Apple, was einerseits den Pflegeaufwand erträglich macht. Anderer­seits kommen Android-Geräte aktuell für unsere Zwecke nicht in Frage – nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen.

Gerade Finanzdaten sind äußerst sensibel. Wie gewährleisten Sie den Schutz dieser Daten?
Glanz:
Unsere Sicherheitsstandards sind sehr hoch und werden strikt überwacht. So ist bei uns u. a. eine drei­stufige Sicherheitskennung ein Muss.

Welche Rolle spielte in Ihrem Falle die Online-/Offlinekonnektivität?
Glanz:
Wir gehen immer von den Bedürfnissen und Wünschen unserer Ver­mögensberater und Kunden aus. Ob im Online- oder im Offlinemodus, jeder Vermögensberater kann sich für das bevorstehende Kundengespräch optimal vorbereiten und passend zu den vorhandenen Rahmenbedingungen seine Be­ratung bestmöglich durchführen. Unsere IT-Lösungen stehen unseren Vermögensberatern an 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung.


Vom Start weg

Als am 3. April 2010 der Verkauf von iPads in den USA startete, stürmten tausende Kunden die Apple-Geschäfte. Mit dabei auch ein DVAG-Mitarbeiter, der extra dafür nach New York gereist war, die halbe Nacht am Times Square in der Warteschlange verbracht und tatsächlich zwei der ersten Geräte fürs Unternehmen erstanden hatte. So fing die iPad-Nutzung bei der Deutschen Vermögensberatung an. Schon vor der offiziellen Markteinführung, ohne je ein Gerät gesehen oder getestet zu haben, begann das Unternehmen mit der Entwicklung eigener Anwendungen. Nur wenige Wochen später – Anfang Juni 2010 – stellte die DVAG als erstes deutsches Finanzunternehmen ihren 1.000 erfolgreichsten Beratern bereits iPads zur Verfügung – inklusive dreier unternehmenseigener Anwen­dungen.

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