E-Signatur

Mit Sicherheit elektronisch

Elektronische Signaturen können Geschäftsabläufe vereinfachen und werden bereits vielfach eingesetzt. Wie hierbei Sicherheit und Rechtsverbindlichkeit gewährleistet werden, erklärt Patricius de Gruyter, Vorstand von Francotyp-Postalia und Experte für Multichannel-Kommunikation, im Interview.

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    E-Signaturen werden immer beliebter und sollen in Zukunft geschäftliche Abläufe weiter vereinfachen. ((Bild: Gettyimages/iStock))

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    „In Zukunft wird es nur noch wenige Papierinseln geben", sagt Patricius de Gruyter, Vorstand von Francotyp-Postalia.

Herr de Gruyter, worin liegen die Vorteile digitaler Unterschriften?
Patricius de Gruyter:
Mithilfe digitaler Unterschriften – sogenannter elektronischer Signaturen – lassen sich Geschäftsprozesse verschlanken. Verträge, Angebote, Formulare und Bescheinigungen schriftlich zu unterzeichnen und zu versenden, kann Tage oder sogar Wochen dauern – mit einer elektronischen Signatur hingegen können alle Beteiligten das entsprechende Dokument innerhalb weniger Minuten rechtsgültig austauschen und unterzeichnen. Das funktioniert auch von unterwegs per Smartphone oder Tablet. 

Wie wird gewährleistet, dass die digitale Unterschrift auch rechtlich verbindlich ist?
De Gruyter:
Alle elektronischen Signaturen, die der sogenannten eIDAS (EU-Verordnung zu elektronischen Identifizierungs-, Authentifizierungs- und Vertrauensdiensten) entsprechen, sind im EU-Binnenmarkt rechtskräftig. Diese Verordnung regelt die technischen Standards für die Anerkennung der elektronischen Signaturen in diesem Markt. Es werden dabei drei verschiedene Sicherheitsstufen unterschieden: einfache, fortgeschrittene und qualifizierte Signaturen. Alle sind vor Gericht grundsätzlich als Beweismittel zugelassen, kommen jedoch jeweils für unterschiedliche Anwendungsbereiche zum Einsatz.

Einfache Signaturen eignen sich beispielsweise für interne Dokumente wie Reisekostenabrechnungen. Die fortgeschrittene Signatur kommt in 95 Prozent aller kaufmännischen Verträge und Vorgänge zum Einsatz. Die qualifizierte elektronische Signatur hat exakt die gleiche Rechtswirkung wie die eigenhändige Unterschrift und stellt die sicherste Variante dar. Für ihre Verwendung muss sich der Nutzer identifizieren, etwa über den Vertrauensdienstleister D-Trust der Bundesdruckerei. Noch einfacher geht es mit den eIDAS-konformen Fernsignaturen, da für sie weder eine Hard- noch Software erforderlich ist.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Mit der E-Signatur soll man auch von unterwegs aus wichtige Unterschriften leisten können – doch wie sicher ist die Nutzung etwa vom Smartphone aus? Wie werden Nutzer vor Missbrauch geschützt?
De Gruyter:
Der Nutzer wird mithilfe der genannten Fernsignatur geschützt. Er beauftragt dabei einen Vertrauensdiensteanbieter, der ein Dokument für ihn signiert. Und das funktioniert so: Ein zertifiziertes Signaturaktivierungsmodul und ein zertifiziertes Kryptographiemodul werden in einer manipulationssicheren Umgebung betrieben. Das Aktivierungsmodul autorisiert den Signaturvorgang und aktiviert den Signaturschlüssel im Kryptographiemodul, welches die Schlüssel erstellt, sicher speichert und für die Signatur nutzt.

In welchen Fällen kommt die E-Signatur bislang nicht zum Einsatz und woran liegt das?
De Gruyter:
Aufgrund nationaler Einzelgesetze kann es Fälle geben, in denen auch weiterhin handschriftliche Unterschriften notwendig sind. Das sind hauptsächlich Verträge im Notargeschäft und bei familienrechtlichen Angelegenheiten. Der Gesetzgeber akzeptiert hier nach wie vor nur die schriftliche Form.

Werden in Zukunft Verträge überhaupt noch in Papierform ausgedruckt?
De Gruyter:
In einer immer digitaleren Welt ist Schnelligkeit gefragt. In Zu-kunft wird es deshalb nur noch wenige „Papierinseln“ geben. Dank der sicherheitserprobten eIDAS-konformen elektronischen Signaturen wird die digitale Abwicklung einen immer größeren Stellenwert einnehmen.

 

 

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