Saugroboter

Mitbewohner gesucht: fleißig, sauber, gut vernetzt

„Smart Home“ ist eines der Schlagwörter der letzten Jahre. Doch nicht nur Heizung, Beleuchtung oder Rollläden lassen sich vernetzen und automatisieren: Im Interview erklärt Sebastian Klein, Geschäftsführer bei iRobot Deutschland, weshalb Haushaltsroboter immer öfter zu gern gesehenen Mitbewohnern werden.

Sebastian Klein, Geschäftsführer iRobot Deutschland

Im Interview erklärt Sebastian Klein, Geschäftsführer von iRobot Deutschland, seine Vision vom Smart Home, in der vernetzte Roboter vielfältige Aufgaben übernehmen.

Herr Klein, häufig werden Roboter mit Science Fiction oder Fertigungsmaschinen im industriellen Umfeld assoziiert. Sie fertigen „Serviceroboter“ – können Sie kurz erklären, was solch einen „Haushaltsroboter“ ausmacht?
Sebastian Klein:
Hollywood-Filme und Sci-Fi-TV-Shows sind zwar unterhaltsam, aber nicht realistisch. Humanoide Roboter sind cool, aber auch teuer und nicht rentabel. Deshalb konzentrieren wir uns auf alltagstaugliche Roboter, die spezifische Aufgaben erfüllen und für Verbraucher weltweit erschwinglich sind. Deswegen sind wir in der Lage, Haushaltsroboter herzustellen, die sowohl im Alltag einsetzbar als auch für Verbraucher bezahlbar sind.

Immer mehr Menschen setzen z.B. auf Saugroboter – wie erklären Sie sich die steigende Akzeptanz gegenüber der Technologie an sich und die steigende Nachfrage?
Klein:
Wir haben bis heute weltweit über 25 Millionen Heimroboter verkauft. Allerdings sind wir uns bewusst, dass diese Reise gerade erst beginnt. In den letzten Jahren haben Menschen Haushaltsroboter immer mehr akzeptiert. Diese Produktkategorie durchläuft also den gleichen Prozess wie andere Technologien, z.B. PCs und Handys, die heute selbstverständlich zu unserem Alltag gehören. Immer mehr Menschen vertrauen auf Robotertechnologien und erkennen, wie diese ihr Leben und ihren Alltag erleichtern können. Daher erwarten wir, dass der Markanteil für diese Produktkategorie noch deutlich steigen wird.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Eine der größten Herausforderungen der Haushaltsrobotik ist es, Vorurteile der Nutzer gegenüber der Effektivität von Reinigungsrobotern abzubauen und gleichzeitig die Kategorie bekannter zu machen. Immer mehr Verbraucher vertrauen inzwischen darauf, dass diese Produkte ihr Versprechen halten und z.B. Saug- oder Wischroboter ihnen den Alltag erleichtern. Diese verstärkte Akzeptanz ist einer der größten Wachstumstreiber: Saugroboter machen heute bereits 24 Prozent des globalen Marktvolumens für Staubsauger (über 200 US-Dollar) aus. Der Fokus unseres Unternehmens lag schon immer auf der Bereitstellung alltagstauglicher Roboter, die intuitiv zu bedienen sind. Die Kategorie wächst weiter: Weltweit schätzen es Kunden, nach Hause zu kommen und ihre Böden jeden Tag sauber vorzufinden. Wir erwarten, dass dieser Trend anhält.

MOB: Zunächst haftete speziell Saug- und Wischrobotern das Image an, „Tech-Spielzeug“ zu sein, mit dem „echte“ Hausarbeit nicht zu erledigen sei. Was entgegnen Sie solchen Vorbehalten?
Klein:
Saugroboter haben sich seit der Einführung der ersten kommerziell erfolgreichen Modelle in den frühen 2000ern ein großes Stück weiterentwickelt. Mit über 25 Millionen verkauften Geräten haben wir durch Rückmeldungen von Kunden weltweit eine Menge über Reinigungsleistung und deren Bedeutung gelernt. Das Vertrauen von Verbrauchern in Roboter in ihrem Zuhause hat sich seit der Markteinführung vor über 17 Jahren stark erhöht. Während frühere Modelle nur einen Raum saugen konnten, reinigen sie jetzt eine komplette Etage, indem sie sich bei Bedarf aufladen und den Reinigungsvorgang automatisch fortsetzen. Mit einer App kann die Reinigung auch von unterwegs aus geplant werden.

MOB: Vor gerade einmal 50 Jahren hatte noch längst nicht jeder deutsche Haushalt einen einfachen Staubsauger. Heute sind die Geräte längst „Inventar“ und dabei leichter, stärker und „smarter“ denn je. Was denken Sie, wie wird diese Technologie in den nächsten 10 Jahren aussehen?
Klein:
Für die Zukunft sehen wir ein Ökosystem an Robotern, die im Haus zusammenarbeiten: Ein Roboter saugt Ihre Böden. Danach putzt ein Wischroboter, zudem übernehmen weitere Roboter andere Aufgaben im Haushalt und ein zentraler Roboter wird alle Aufgaben koordinieren und miteinander abstimmen. Bevor man morgens das Haus verlässt, kann man diesem Aufgaben erteilen, z.B. nach dem Saugen und Wischen auch die Futternäpfe der Haustiere aufzufüllen. Wenn man abends nach Hause kommt, sind alle Aufgaben erledigt, alle Roboter zurück in ihrer Station – und einer bringt vielleicht noch etwas zu trinken.

Wir erwarten, dass mehr und mehr Roboter verschiedenste Aufgaben erledigen und eine noch größere Rolle in unserem Alltag spielen werden. Zudem werden Roboter in der Lage sein, miteinander zu kommunizieren und können in andere Technologien integriert werden. Es ist eine aufregende Zeit für die Robotik-Industrie, denn obwohl wir in den letzten Jahren ein großes Wachstum erlebt haben, gibt es noch so viel mehr zu tun.

Bildquelle: iRobot Deutschland

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