Hackerangriffe abwehren

Mobile Apps in der Logistik

Mit mobilen Apps erhalten Spediteure und Logistiker einen Überblick über die Lieferkette und sämtliche Sendungen. Nutzen die Mitarbeiter hierfür ihre eigenen Endgeräte (Bring Your Own Device, BYOD) bringt dies dem Arbeitgeber zwar mehr Flexibilität, birgt gleichzeitig aber auch das Risiko von Hackerangriffen.

Mobile Apps für Spediteure

Mit mobilen Apps behalten Spediteure und Logistiker den Überblick über die Lieferkette.

Mobile Apps können Logistik einfacher und effizienter machen. Als Grundlage für Echtzeitdaten beim Transport von Sendungen helfen sie, alle Schritte der Lieferkette vollständig zu überblicken, sie zu koordinieren und auf Eventualitäten schnell zu reagieren. Liefergenauigkeit und Servicestandards können damit gewährleistet werden – unabhängig davon, ob Speditionen auf eigene Mitarbeiter oder Subunternehmen setzen. Auch bei unerwarteten Ereignissen bleibt die zügige Reaktionsfähigkeit erhalten. Status und Aufenthaltsort einer Sendung sind immer auf dem Radar.

Während Lieferdienste bei der Zustellung häufig eigene Geräte wie Handscanner einsetzen, ist bei Speditionsmitarbeitern im Fernverkehr der sogenannte BYOD-Ansatz verbreitet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Anwender profitieren von Flexibilität, da sie aufgrund der Arbeit mit ihrem gewohnten Mobilgerät die Komplexität einer Umstellung auf andere Devices umgehen. Firmen sparen Geld, das sie bräuchten, um eigene Hardware zu erwerben. Doch warum zögern viele Logistikunternehmen noch, BYOD-Lösungen zu nutzen? Ganz einfach: Wie so oft beim Einsatz privater Geräte und webbasierter Applikationen sind ihnen die Risiken zu hoch.

Private Geräte als Sicherheitsrisiko

Die Vorsicht ist verständlich – schließlich stellen Mobilgeräte in vielen Fällen die größte Sicherheitslücke dar. „Android als Scheunentor für Cyber-Kriminalität“ – so oder so ähnlich lauteten in der Vergangenheit häufig die Schlagzeilen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass mobile Lösungen an Kernsysteme andocken. Somit kann es für die Sicherheit von Daten schnell kritisch werden. Da mit Sendungsdaten in aller Regel sensible Information verbunden sind, durch die etwa Einsicht in Geschäftsbeziehungen oder Lieferabhängigkeiten möglich wird, kann es sich keine Spedition leisten, hier ein Risiko einzugehen. Auch das Szenario eines möglichen Stillstands von Systemen durch Zugriff von Hackern auf Netzwerke ist nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Dennoch müssen Logistiker nicht auf Mobilität verzichten. Denn aktuelle Lösungen mit speziellen Security Gateways können den vollständigen Schutz vor bestehenden Risiken, den Administratoren brauchen, bieten. Dieser basiert auf einer Bündelung von Sicherheitsmaßnahmen – zum einen durch ein eigenständiges Subnetz, das jeden Zugriff vollständig kontrolliert. Zum anderen durch zwei Firewalls, die web-basierte Apps konsequent vom Firmennetz trennen. Jeder nicht gewollte Zugriff von außen auf den operativen Server wird damit verhindert.

Verbindungen zum Netz sind nur noch über einen hochgradig spezialisierten Proxyserver möglich. Anwender durchlaufen dabei einen speziellen Registrierungsprozess. Hier stehen ein zu scannender 2D-Barcode-Schlüssel zur Verfügung – oder alternativ eine Passphrase, die vorab per E-Mail übermittelt wird. Nach erfolgreicher Registrierung erhält die Applikation einen zufällig generierten, nicht rekonstruierbaren Authentifizierungsschlüssel. Ein Zugriff durch andere Geräte oder nicht autorisierte Nutzer ist nicht möglich.

Entscheidend ist, dass der Administrator die volle Kontrolle über alle Vorgänge behalten muss. Dies können Lösungen garantieren, bei denen etwa die Gültigkeit eines Schlüssels befristet wird – wie lange, entscheidet der Admin. Dies ist insbesondere bei einer kurzfristigen Zusammenarbeit mit externen Partnern sinnvoll. Auch sollte jeder andere einmal gewährte Zugang wieder bei Bedarf entzogen werden können. Über diese Maßnahmen hinaus bringt Netzwerktechnik mit aktuellen Virenscannern ein hohes Sicherheits-Level. Bei der Auswahl entsprechender Software sollte insbesondere auf Faktoren wie Datendurchsatz, Performance und Funktionsumfang geachtet werden.

* Der Autor Robert Rubner ist Vorstandsvorsitzender der Kratzer Automation AG.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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