Die Continentale mit Sitz in Dortmund gehört zu den großen deutschen Versicherern. Dort haben Außendienstler mit ihren Mobilgeräten Zugriff auf Unternehmensressourcen.
„Unsere Mobile-IT-Strategie vor drei, vier Jahren orientierte sich noch an Palm-PDAs als Endgeräten", so Jochen Brünger, Leiter Informatik und Produktion bei der Continentale.
Die digitale Ökonomie verändert auch die Versicherungswirtschaft. Viele Unternehmen in der Branche setzen verstärkt auf Onlineplattformen, andere bauen ganz im Gegenteil auf die Erfahrung ihrer eingespielten Vertriebsteams. So sieht der Continentale Versicherungsverbund mit Zentrale in Dortmund in seinem exklusiv für das Unternehmen arbeitenden Außendienst, der über 1.000 selbstständige Vertriebsagenturen umfasst, nach wie vor einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Das Potential dieser über Jahre und Jahrzehnte entstandenen Erfahrung muss indes immer wieder neu erschlossen werden. Heute heißt das vor allem: Die selbstständigen Außendienstler müssen mit ihren Smartphones und Tablets einen optimalen Zugriff auf die Unternehmensressourcen haben, ohne dass dabei Sicherheitslücken entstehen; gleichzeitig müssen die internen Teams, die den Außendienst unterstützen, „mobilisiert“ werden. Dieses Paradigma wurde in den letzten beiden Jahren umgesetzt. Mittlerweile greifen über 1.000 Smartphones und Tablets (von Innen- und Außendienstlern) auf den Exchange-Server und die Datenbestände der Versicherung zu. Zentral verwaltet und gesichert werden die Mobilgeräte dabei durch die Enterprise-Mobility-Management-Plattform (EMM) von MobileIron. Ein wichtiges Entscheidungskriterium für den Dortmunder Versicherer war dabei die leistungsstarke Zertifikatsverwaltung dieser Plattform. „Wir führen schon seit einigen Jahren die Authentifizierung der Mitarbeiter an den Arbeitsplatzrechnern über Zertifikate durch, die auf einer Smartcard gespeichert sind. Dieses Authentifizierungsverfahren wollten wir auch bei den Smartphones und Tablets haben“, sagt Jochen Brünger, Leiter Informatik und Produktion bei der Continentale. „Die von uns gewählte EMM-Plattform spielt mit unseren unternehmensinternen Zertifizierungsinstanzen zusammen, der Vorgang ist vollständig automatisiert, d.h. die Zertifikate werden automatisch heruntergeladen und dann ebenfalls automatisch mit den Sicherheitsrichtlinien unseres Unternehmens verknüpft.“
Der Dortmunder Versicherer entschloss sich Anfang 2012, eine Multi-OS-Plattform zur Grundlage seiner Mobile-IT-Strategie zu machen. Vorher hatte man einige Jahre in einem quantitativ sehr eingeschränkten Rahmen eine Managementplattform aus den Anfangszeiten der Mobile IT im Einsatz. „Unsere Mobile-IT-Strategie vor drei, vier Jahren orientierte sich noch an Palm-PDAs als Endgeräten, die wir beispielsweise mit Citrix-Terminalservern synchronisierten“, erläutert Jochen Brünger. Im zweiten Halbjahr 2011 suchten die Dortmunder dann eine Plattform, die den Stand der Technik widerspiegelte, sprich eine Mobility-Lösung, die u.a. mehrere mobile Betriebssysteme zentral verwaltet und über ein automatisches Zertifikatsmanagement verfügt. Zwar sind bei dem Versicherer iPhone und iPad mit der jeweils neuesten iOS-Version Standard, der Ausschließlichkeitsvertrieb, der aus rechtlich selbstständigen Unternehmern besteht, darf auf Wunsch auch eigene Android-Geräte benutzen. „Die Touchdown-App ist allerdings für den Zugriff auf unseren Exchange-Server Pflicht“, bemerkt Jochen Brünger. Bei Touchdown handelt es sich um einen Mail-Client für Android-Smartphones, der Sicherheitsmerkmale wie Fernlöschen, PIN und Verschlüsselung zur Verfügung stellt.
E-Mail, persönliche Kontakt- und Termindaten, soziale Netze sowie der sichere Zugriff auf Vertragsdokumente von unterwegs sind die Anwendungen, um die es bei den Dortmundern derzeit im Mobilesektor geht. Sicher verwaltet werden diese Anwendungen durch mehrere Proxy-Server auf der Basis der Apptunnel-Technologie von MobileIron. Diese ermöglicht eine sichere, verschlüsselte Übertragung von geschäftlichen Daten zwischen Unternehmensnetz und einer containergeschützten Business-App des mobilen Endgeräts, ohne dass eine umfassende VPN-Verbindung aufgebaut werden muss. Letztere benötigt nämlich nicht nur viel Akkuspeicher, sondern ist oft auch ein Angriffspunkt für Schadcode. Die Versicherung nutzt die Apptunnel-Technologie auch für die eingesetzte Dokumenten-Management-Lösung Acronis Access. Diese Business-App ist Teil der Containerisierungstechnologie Appconnect. Desweiteren ist für den Dortmunder Versicherer auch beim mobilen Dokumentenmanagement der Einsatz von Zertifikaten essentiell. „Mit Acronis Access aus dem Appconnect-Ökosystem können unsere Mitarbeiter von unterwegs über ihre mobilen Geräte genauso sicher und komfortabel auf die auf unseren Fileservern liegenden Dokumente zugreifen, wie sie das von ihrem Notebook oder Desktop-PC gewohnt sind“, erläutert Jochen Brünger. Hierzu gehöre die Möglichkeit, Dokumente zu bearbeiten, mit Anmerkungen zu versehen und gemeinsam zu nutzen. Dabei erleichterten die im Active Directory integrierten Zugriffsrechte die richtlinienkonforme Verwaltung der Daten und Dokumente. Von der Menge der im Feld befindlichen mobilen Endgeräte hat der Dortmunder Versicherer nach Einschätzung des Leiters Informatik und Produktion mittlerweile einen gewissen Sättigungsgrad erreicht. „Hier und da werden sicher in den nächsten 12 bis 18 Monaten noch Smartphones oder Tablets neu ausgegeben, ich schätze zwischen 100 und 200, aber insgesamt sind wir jetzt schon ausreichend mobil“, sagt Brünger. Was die eingesetzten Enterprise-Mobility-Management-Module betrifft, bleibt der Dortmunder Versicherer am Ball. „Wir schauen uns z.B. gerade den Secure-Browser an; das ist sicher ein interessantes Modul, um unser Intranet noch sicherer zu machen.“
Der Continentale Versicherungsverbund
Mit gut fünf Millionen Versicherten und 3,3 Mrd. Euro Beitragseinnahmen gehört die Continentale mit Zentrale in Dortmund zu den großen deutschen Versicherern. Unter dem Dach der Continentale haben sich verschiedene Unternehmen aus den Bereichen Kranken-, Lebens- und Sachversicherung zu einem Versicherungsverbund zusammengeschlossen. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern ist das Dortmunder Traditionsunternehmen keine Kapitalgesellschaft, sondern ein „Versicherungsverbund auf Gegenseitigkeit“, an dessen Spitze die Continentale Krankenversicherung a.G, ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (a.G.), steht. Ein solcher Versicherungsverein gehört seinen Mitgliedern, den Versicherten und ist frei von den Interessen externer anonymer Kapitalgeber.