Payment-Technologien: Im Gespräch mit Nils Winkler, Yapital

Mobile Payment allein braucht kein Mensch...

Bislang werden die verschiedenen Möglichkeiten zum mobilen Bezahlen mit dem Smartphone nur sehr zurückhaltend genutzt. Nils Winkler, Chairman of the Board bei Yapital, erklärt, warum Zusatzfunktionen für den Nutzer wichtig sind und die Technologie hinter dem Bezahl-Prozess für den Kunden keine Rolle spielt.

Nils Winkler von Yapital, erklärt, warum sich Cross-Channel-Payment in Zukunft durchsetzten wird.

Herr Winkler, der Mobile-Payment-Markt in Deutschland ist derzeit noch stark fragmentiert, so dass der Kunde bei jeder Zahlung überlegen muss, welche App oder Technologie die Richtige ist. Welche Auswirkungen hat das auf die Akzeptanz und Nutzung beim Verbraucher?
Nils Winkler:
Der Kunde möchte tatsächlich nicht bei jedem Händler überlegen, welche App er nun benutzen muss. Als Cross-Channel-Payment ist Yapital daher so ausgelegt, dass jeder Händler auf allen Kanälen – stationär, online und bei Kauf auf Rechnung – ein innovatives, schnelles und sicheres Mobile Payment anbieten kann. Ein Kunde sollte in jeder Branche mit der er täglich in Berührung kommt, mit Yapital zahlen können. Wir haben bereits zahlreiche Partner an Bord und werden 2014 noch viele weitere Kooperationen kommunizieren. Kurz: Der Nutzen für die Kunden erhöht sich, wenn er unabhängig vom Händler und unabhängig vom Verkaufskanal ein einheitliches und intuitives Zahlungserlebnis hat. Das erkennen auch die Händler.
 
Wie mutig muss man als Nutzer sein, um mobile Bezahltechniken einzusetzen? Stichwort Datenschutzbestimmungen der Anbieter.
Winkler:
Hier bestehen leider derzeit noch Missverständnisse. Es gibt sicherlich vereinzelt Anbieter, deren eigentliches Geschäftsmodell die Aggregation von Kundendaten ist. Im Gegensatz dazu ist Yapital als E-Geld-Institut in Luxemburg lizensiert und unterliegt damit strengen Bankenregularien. Es gehört nicht zum Geschäftsmodell von Yapital, mit den Daten unserer Kunden zu handeln – damit würden wir nicht nur das Vertrauen unserer Kunden riskieren, sondern auch unsere Lizenz und damit die Geschäftsgrundlage.

Das Smartphone wird hauptsächlich zum Preisvergleich, zur Abfrage von Produktinformationen oder als Einkaufsliste genutzt, als Zahlungsmittel kommt es derzeit nicht in Betracht. Warum ist es überhaupt notwendig, an der Kasse mit einem Smartphone bezahlen zu können?
Winkler:
Die Frage ist eigentlich zu kurz gefasst. Ja, Mobile Payment allein braucht kein Mensch. Aber es geht um mehr: Es geht um das einfache, schnelle und sichere Bezahlen über alle Kanäle mit vielen Zusatzfunktionen: Transaktionen in Echtzeit einsehen, keine zeitraubende Eingabe von Bankdaten bei der Bezahlung von Rechnungen, in Echtzeit Geld an Freunde senden und vieles mehr. So entsteht Mehrwert. Wir freuen uns, bereits viele Kunden zu haben, die Yapital bereits regelmäßig benutzen.

Was halten Sie den Gegenargumenten: Angst vor Datenmissbrauch, sperrige Usability, Vielzahl an Lösungen, weiterer Zahlungsstrom der überprüft werden muss, entgegen?
Winkler:
Die Angst vor Datenmissbrauch können wir unseren Nutzern aus den oben genannten Gründen nehmen. Von Kunden und Testgruppen bekommen wir regelmäßig das Feedback, dass Yapital schnell und intuitiv funktioniert. Das freut uns, denn die Usability steht neben der Sicherheit für uns ganz vorne. Natürlich ist das Thema niemals abgeschlossen und wir nutzen unsere Erkenntnisse zur fortlaufenden Optimierung der Yapital-Angebote. Zur Usability zählen wir auch, dass der Kunde alle getätigten Zahlungen mit Yapital in Echtzeit nachvollziehen kann – egal, ob diese online, stationär oder bei der Begleichung von Rechnungen angefallen sind. Die Vielzahl an Anbietern ist derzeit noch ein Hindernis für einige Kunden, es gibt aber schon Anzeichen für eine beginnende Konsolidierung im Markt.  

Der Mobile-Payment-Markt besteht aus einer Vielzahl an Lösungen – wird es in absehbarerer Zeit hier nicht zu einer Sättigung an Angeboten kommen? Warum schätzen Anbieter die Situation dennoch lukrativ ein?
Winkler:
Es gibt bereits erste Anzeichen der Konsolidierung im Markt. Wir erwarten, dass es in fünf Jahren ungefähr zwei bis vier große paneuropäische Anbieter geben wird.

Wie muss Mobile Payment aussehen, damit der Anwender begeistert ist und dieses auch nutzt?
Winkler:
Nur mit dem Smartphone irgendetwas bezahlen können, ist schlicht nicht genug. Man muss größer denken. Daher glauben wir, dass sich nur Cross-Channel-Payments durchsetzen werden. Wenn ich als Konsument meine Einkäufe – egal auf welchem Kanal – schneller und bequemer bekommen kann und das mit mehr Kontrolle und Sicherheit, ist das ein echter Mehrwert. Hinzu kommen weitere Funktionen, wie kostenlose Peer-to-Peer-Transaktionen. Wir sehen immer wieder, dass Yapital Menschen begeistert, sobald sie es ausprobieren. Kurz: Ein neues Payment muss das Einkaufen und Bezahlen auf allen Kanälen vereinheitlichen und vereinfachen, es muss sicher sein und Zusatzfunktionen bieten. Und es muss Spaß machen! Wir denken, dass Yapital all dies bietet.

Welchem Übertragungsstandard (NFC, QR-Code, BLE) schreiben Sie die größte Erfolgswahrscheinlichkeit im Hinblick auch die Anwender zu?
Winkler:
Den Anwender interessieren die Übertragungsstandards natürlich herzlich wenig. Entscheidend ist, dass er mit wenigen Klicks schnell und sicher bezahlen kann. In der öffentlichen Wahrnehmung gibt es immer wieder Trends, die kurzzeitig aufgebauscht werden – und bald vom nächsten Trend abgelöst werden. Yapital ist so konzipiert, dass wir verschiedene Technologien nutzen können. Aber nicht der Technologien wegen, sondern um immer ein intuitives Bezahlerlebnis zu bieten. QR-Codes haben tatsächlich den Vorteil, dass sie auf allen Verkaufskanälen einen einheitlichen Bezahlvorgang ermöglichen und zudem Marketingkanäle wie Plakate, Schaufenster und Kataloge zu Verkaufskanälen machen werden.

Welche Rolle spielt die Beacon-Technologie und ein möglicher Einstieg in das Payment-Geschäft? Ist diese als Konkurrent für NFC zu betrachten?
Winkler:
Wir sehen die Technologien – ob nun NFC, Beacon oder QR-Codes – nur als Mittel zum Zweck. Die Technologien müssen der Customer Experience dienen. Mit Bluetooth Low Energy werden wir beispielsweise das Funkloch-Problem im Mobile Payment lösen. Wenn es in einem Ladengeschäft keine Netzabdeckung gibt, können unsere Nutzer derzeit mit der Yapital Mastercard bezahlen – zukünftig aber auch weiterhin mit ihrem Smartphone, indem das Smartphone einfach über BLE mit dem Kassensystem funktioniert. Entscheidend ist dabei, dass sich der Bezahlvorgang für Kunden dabei nicht ändert, die Schritte sind die gleichen.

Können Sie bestätigen, dass viel zu oft noch die Technik der jeweiligen Lösung im Vordergrund steht, die aber kein Selbstzweck sondern Mittel zum Zweck sein sollte?
Winkler:
Die Beweggründe anderer Anbieter, bestimmte Technologien einzusetzen, vermögen wir nicht wirklich einzuschätzen. Aber ja, der Nutzer und sein Bezahlerlebnis müssen immer an erster Stelle stehen.




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