Nachgefragt mit Thomas Nicolaus, Polycom

Mobile Teilnahme an Video-Meetings

Interview mit Thomas Nicolaus, Polycom Area Sales Vice President DACH und Osteuropa

Thomas Nicolaus, Polycom

Thomas Nicolaus, Polycom Area Sales Vice President DACH und Osteuropa

Herr Nicolaus, welche Motivation haben Mitarbeiter, unterwegs an Video- bzw. Webkonferenzen teilzunehmen? Was lässt Sie von einer Teilnahme eher absehen?
Thomas Nicolaus:
Für immer mehr Menschen weltweit gehört es zum Arbeitsalltag, von unterwegs oder zuhause aus zu arbeiten. Damit sie sich trotzdem schnell von überall her mit Kollegen, Kunden oder Partnern austauschen können, ist die mobile Teilnahme an Video-Meetings ideal: Die Verständigung und damit die Zusammenarbeit klappen besser, wenn man sich nicht nur hören sondern auch sehen kann. Außerdem werden Teamzusammenhalt und Bindung ans Unternehmen gestärkt. Wenn allerdings zusätzlich zur reinen Videoübertragung während des Meetings Inhalte wie Präsentationen etc. geteilt werden, wird es für die Nutzer mobiler Lösungen schwierig, da der Content aufgrund der kleinen Bildgröße der Displays meist schwer zu erkennen ist.

Wie ist es um die Qualität der Verbindung sowie der Bild- und Tonübertragung im WLAN und 3G-Netz bestellt?
Nicolaus:
Durch die immer schnelleren drahtlosen Netze sowie den Einsatz und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kodierungsverfahren sind wir heute in der Lage, über WLAN oder 3G mit mobilen Endgeräten an professionellen Unternehmens-Videokonferenzen in höchster Qualität teilzunehmen – mit allen Funktionen, die in einer Unternehmenskommunikation nötig sind.

Welche Unterschiede wird eine Nutzung im 4G-Netz mit sich bringen?
Nicolaus:
LTE als Mobilfunkstandard der 4. Generation (4G) erhöht die zur Verfügung stehenden Bandbreiten nochmals drastisch im Vergleich zu 3G-Netzen – bis zu 100 Mbit – und dies bei sehr kurzen Verzögerungszeiten. Diese Technologien sind somit ideal für Echtzeit Videoanwendungen, die Bandbreite bei kurzen Laufzeiten benötigen. Dadurch wird die Qualität noch besser und die Verbreitung mobiler Videoechtzeitanwendungen wird noch stärker zunehmen.

Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen den neuen LTE-Standard für ihre Kommunikation noch eher verhalten nutzen? Wie lautet Ihre eigene Einschätzung hinsichtlich der LTE-Nutzung in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Nicolaus:
Der Ausbau der LTE-Netze schreitet schnell voran. In Deutschland wurde LTE anfänglich als DSL-Ersatz in ländlichen Gebieten eingeführt, mittlerweile geht der Ausbau in städtischen Bereichen als mobiler Breitbandzugang weiter. Im Dezember 2012 waren in Deutschland schon 17 Millionen über LTE angeschlossen.

Die Schweiz ist beim LTE Ausbau gemeinsam mit Schweden Spitzenreiter in Europa. Schon zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung werden über LTE mit Breitband versorgt. Auch die Anzahl der LTE-fähigen mobilen Endgeräte steigt hier rasant an, immerhin sind es momentan schon neun Prozent. In Österreich hinkt der LTE-Ausbau allerdings hinterher: Es wurde zunächst der städtische Bereich ausgebaut, wohingegen die Lizenzen für den ländlichen Bereich lange nicht versteigert wurden. Daher wird hier mit dem Ausbau erst begonnen.

Besonders der Einsatz dieser Technologie als mobiler Breitbandzugang in städtischen Bereichen wird den Einsatz von multimedialen Echtzeitanwendungen auch in der Unternehmenskommunikation vorantreiben, auch wenn wir hier noch am Anfang der Entwicklung stehen.

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