Smartphone-Einfluss auf Jugendliche

Mobiler Lebenslauf (1): Jugend im Wandel

Mobile Endgeräte und der mobile Zugriff aufs Internet verändern den Alltag sämtlicher Generationen. In einer dreiteiligen Serie skizziert MOBILE BUSINESS die wichtigsten Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und flirtende Erwachsene und erklärt, warum man sich mit seinem digitalen Nachlass beschäftigen sollte.

Jugendliche mit Smartphone

Kaum jemand, der nicht unterwegs mit seinem Smartphone beschäftigt ist und lieber diesem als seinen Mitmenschen die volle Aufmerksamkeit schenkt.

Wer heutzutage in der Straßenbahn sitzt oder durch die Stadt schlendert und dabei bewusst seinen Blick schweifen lässt, wird eindeutig feststellen: Die Digitalisierung hat die Menschen fest im Griff – vor allem auch die Jugend! Kaum jemand, der nicht unterwegs mit seinem Smartphone beschäftigt ist und lieber diesem als seinen Mitmenschen die volle Aufmerksamkeit schenkt.

Ein bisschen Musik hören, die Fotos vom letzten Urlaub nochmals durchschauen, Spiele zocken, die Neuigkeiten auf Facebook studieren oder rasch eine Whatsapp-Nachricht an die Clique mit dem neuesten Klatsch und Tratsch schicken: dank Smartphone, dem mobilen „Alleskönner“, absolut kein Problem. Viele behandeln ihr Gerät dabei wie ein Heiligtum. Es wird gehegt und gepflegt, als hätte es eine eigene Seele. Und geht es doch mal kaputt, weil man sich in der Bahn aus Versehen draufsetzt oder das Gerät im Eifer des Gefechts auf den Boden fallen lässt, ist das Gejammer groß. Hier können die Kids dann nur hoffen, dass ihre Eltern die Reparatur bezahlen – ansonsten werden womöglich Freunde angepumpt oder sie müssen das kaputte Display zunächst einmal einfach hinnehmen. Denn ohne Mobiltelefon geht’s schließlich nicht – Stand heute.

Zwischen Stickeralben und Autoquartett

Doch wer erinnert sich noch an die Zeiten ohne Smartphones? Wie haben sich Kinder und Jugendliche etwa in den 90ern auf dem Schulweg in Bus und Bahn beschäftigt? Ganz einfach: Wer damals unterwegs Musik hören wollte, griff zum Walkman und später gar Discman. Der Nachteil: Die Geräte sind nicht ganz so handlich wie die Mobiltelefone und iPods der heutigen Zeit – und man musste natürlich stets die gewünschten Kassetten und CDs sowie genügend Batterien mitschleppen.

Andere packten während der Busfahrt ihre Panini-Stickeralben aus, um sie gemeinsam mit Freunden durchzublättern. Ganz beliebt war hier der Tausch von Fußballspieler-Aufklebern. Oder man griff zum Autoquartett, um gegenseitig Wissen abzufragen. Andere Schüler beschäftigten sich derweil mit ihrem Gameboy. Der hellgraue Urahn der Reihe erschien 1989 und war zu Verkaufsbeginn nur zusammen mit dem Spiel Tetris erhältlich. In der zweiten Hälfte der 90er schwappte dann das eiförmige Elektronikspielzeug Tamagotchi aus Japan zu uns herüber – ein virtuelles Küken, um das man sich vom Zeitpunkt des Schlüpfens an wie um ein echtes Haustier kümmern musste. Vor allem beliebt bei den Mädels. Heute gibt es das Tamagotchi-Ei als App und Tetris kann man selbstverständlich auch auf dem Smartphone spielen.

Nicht zuletzt nutzten viele junge Leute die morgendliche Busfahrt zur Schule, um noch schnell die Hausaufgaben bei Freunden abzuschreiben. Nun gut, abgeschrieben wird sicherlich auch heute noch, doch dank Smartphone sind zusätzliche Recherchen im Internet möglich und man kann etwa problemlos die geforderten Lateinübersetzungen aufrufen und ins eigene Schulheft übertragen, damit man bei der Hausaufgabenkontrolle nicht mit leeren Händen dasteht.

Kein Verlass mehr

Stichwort „Verabredungen“ – hier hat sich auch einiges gewandelt, seit die Welt per Mobiltelefon kommuniziert. Während sich die Kids früher direkt nach der Schule verabredet haben, vielleicht mit zum Schulfreund nach Hause gefahren sind oder am Nachmittag von den Eltern „rübergebracht“ wurden, nachdem zuvor telefonisch eine Zeit fixiert worden war, sind Verabredungen heute recht unzuverlässig geworden. Warum? Dank Kurznachricht – sei es Whatsapp oder SMS – kann man seinen Freunden schließlich rasch mitteilen, wenn man sich bei einem Treffen verspäten sollte oder in letzter Minute doch nicht vorbeikommen kann. Früher hat man ein Treffen im Kino oder Freibad einfach verbindlich festgelegt – entweder schon morgens in der Schule oder später von daheim via Festnetz – und dann war man auch pünktlich vor Ort, meist sogar schon vor der vereinbarten Uhrzeit.

Aber es hat natürlich auch was Gutes, wenn die Kinder und Jugendlichen von heute via Smartphones vernetzt sind: Sie können jederzeit z.B. ihre Eltern kontaktieren, wenn es Probleme gibt, wenn beispielsweise der Bus vor ihrer Nase weggefahren ist und sie nun ganz allein an der Haltestelle stehen. Und umgekehrt dürfte es den Eltern ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, dass sie ihre Sprösslinge bei Bedarf jederzeit anrufen können. Falls diese allerdings keine Lust auf ständige Kontrollanrufe haben sollten und deshalb einfach nicht ans Mobiltelefon gehen, könnten Eltern wiederum Apps wie „Ignore No More“ installieren. Diese „zwingt“ Kinder, auf Anrufe der Eltern zu reagieren – sonst wird das Smartphone gesperrt. Ist doch letztlich besser, mal kurz einen Anruf entgegenzunehmen, als alternativ von den Eltern per Tracking-App auf Schritt und Tritt verfolgt zu werden, oder? Darüber hinaus gibt es Apps wie Familo oder Tabaluga SOS, die als Location-Messenger dienen. Mit ihrer Hilfe können Nutzer dauerhaft ihren Standort mit Familie und Freunden teilen, damit jeder auf dem Laufenden ist, wer sich gerade wo aufhält. Außerdem kann im Falle eines Falles ein Hilferuf inklusive Standort an alle Kontakte versendet werden.

Kinder, die im digitalen Zeitalter aufwachsen, kennen es einfach nicht anders: Zumeist über ihre Eltern oder älteren Geschwister kommen sie bereits in Kontakt mit smarten Geräten. Und was die Eltern und Geschwister besitzen, wollen die Jüngeren natürlich auch haben. Kein Wunder also, dass die Jugend von heute fit wie ein Turnschuh im Umgang mit Mobilgeräten ist. Schön wäre es nur, wenn hier jeder selbst die Grenzen erkennen, eine persönliche Kommunikation mit Freunden der „Whatsapperei“ vorziehen und das eigene „Heiligtum“ zwischendurch auch einfach mal beiseitelegen würde.

Lesen Sie auch Teil 2 "Der mobile Weg zur Liebe" und Teil 3 "Digitaler Nachlass" um zu erfahren, welche Auswirkungen mobile Endgeräte auf unser Leben haben.

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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