Interview mit Volker Lowitsch, Uniklinik Aachen

Mobiler Zugriff auf Befunddaten oder Medikationen

Interview mit Volker Lowitsch, Leiter Geschäftsbereich IT beim Universitätsklinikum Aachen

Volker Lowitsch, Universitätsklinikum Aachen

Volker Lowitsch, Leiter Geschäftsbereich IT beim Universitätsklinikum Aachen

Wie können mobile Endgeräte wie Smartphones und iPads helfen, die Prozesse im Klinikalltag effektiver und schneller zu machen?
Volker Lowitsch: Mobile Endgeräte wie Smartphones und iPads unterstützen jederzeit und überall patientengerechte Entscheidungen durch prozessspezifische Präsentationen von Behandlungsinformationen. Der mobile Zugriff auf Befunddaten, Medikationslisten oder Behandlungsplänen leistet einen wichtigen Beitrag zur Absicherung und Erhöhung der Behandlungsqualität. Die mobile Erfassung von Messdaten, Untersuchungsberichten oder die Freigabe von Anordnungen erleichtert zeitnahe Entscheidungen und führt somit zu einer für den Patienten sachgerechten Behandlungszeit.

Worauf kommt es bei der Anbindung an die vorhandene IT-Landschaft (z.B. Krankenhausinformationssystem (KIS), elektronische Patientenakte, Archiv) an?

Lowitsch: Wesentliche Voraussetzung für Mobile Computing ist eine integrierte Applikationsinfrastruktur mit aktuellen, konsistenten Datenbeständen, die anwendungsspezifischen Apps bedarfsgerecht über leistungsfähige Datenschnittstellen zur Verfügung gestellt werden. Durch Reduzierung auf klar definierte Anwendungsfälle wird die in den konventionellen Applikationen, wie Krankenhausinformationssysteme (KIS), gewachsene Komplexität reduziert und die Bedienungsfreundlichkeit und damit Akzeptanz von mobilen Health-Applikationen erreicht.

Wie muss die Infrastruktur in Kliniken gestaltet sein, um einen ungefährlichen und performanten Einsatz von Tablet-PCs zu ermöglichen?
Lowitsch: Voraussetzung für die effiziente Nutzung mobiler Anwendungslösungen ist ein effizientes Kommunikationsnetzwerk mit einer leistungsfähigen flächendeckenden WLAN-Abdeckung. IT-Sicherheit und Datenschutz setzen zusätzlich ein systematisches Device-Management für mobile Endgeräte voraus, das sicherstellt, dass nur registrierte und damit entsprechend abgesicherte mobile Geräte Zugriff auf die Applikationen haben. Ohne derartige Vorkehrungen können von Anwendern geforderte „Bring your own device"-Strategien nicht abgesichert umgesetzt werden.

Welche mobilen Lösungen kommen bei Ihnen bereits zum Einsatz? Und für welche Zwecke genau?
Lowitsch: Im Universitätsklinikum Aachen werden bereits seit mehreren Jahren Visiten durch mobile Endgeräte unterstützt, die Zugriff auf die elektronische Patientenakte haben. Die Aufnahme der Essenswünsche von Patienten erfolgt durch Servicekräfte am Bett des Patienten durch eine die individuelle Menü- und Essensauswahl des Patienten unterstützende iPad-Anwendung. Für die Wunddokumentation wird zurzeit der Einsatz einer App-basierten Smartphone-Lösung vorbereitet.

Wie gestaltet sich die Resonanz der Ärzte, des Pflegepersonals und der Patienten auf den Einsatz mobiler Endgeräte?
Lowitsch: Die Resonanz der Ärzte und Pflegekräfte ist ausgesprochen hoch. Die eingesetzten Anwendungen haben eine hohe Akzeptanz. Dies hat zu einer stark gestiegenen Nachfrage nach weiteren mobilen Anwendungen geführt, deren Umsetzung uns und unsere Industriepartner stark fordert. Die Patienten schätzen die durch mobile Anwendungen unterstützte Kommunikation mit Ärzten/Pflegekräften und stärken sein Gefühl, gut versorgt und behandelt zu werden.

Welche gängigen Eingabemethoden gibt es bei der Nutzung mobiler Endgeräte im Klinikalltag?

Lowitsch: Die wichtigste heute genutzte Eingabemethode ist die Erfassung über vorbereitete strukturierte Auswahlmenüs mit vorgeschlagenen Antworten/Vorschlagswerten, die durch Antippen leicht verändert werden können. Eine weitere häufig genutzte Methode ist das Einscannen von Barcodes.

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