Mobil arbeitende Beschäftige müssen für Cybersicherheit sensibilisiert und mit den geltenden Sicherheitsrichtlinien vertraut gemacht werden.
Homeoffice und mobiles Arbeiten führen in vielen Unternehmen zu Problemen mit der Cybersicherheit: Gut jedes vierte Unternehmen in Deutschland stimmt der Aussage zu, dass mobiles Arbeiten erhebliche IT-Sicherheitsprobleme verursacht (26 Prozent). Die Größe der Unternehmen spielt dabei eine untergeordnete Rolle. 25 Prozent der kleinen Unternehmen mit zehn bis 49 Mitarbeitern, 28 Prozent der mittleren und 24 Prozent der großen Unternehmen ab 250 Mitarbeitern berichten von IT-Sicherheitsproblemen. Das sind Ergebnisse einer Umfrage unter 500 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern im Auftrag des Tüv-Verbands.
Die Unternehmen bestätigen in der Umfrage, dass mobiles Arbeiten die Wahrscheinlichkeit von IT-Sicherheitsvorfällen erhöht. So stimmten 73 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Anfälligkeit für Cyberangriffe steigt, wenn Endgeräte des Arbeitgebers auch privat genutzt werden. Sind die Beschäftigten mit den Geräten im heimischen oder in öffentlichen Netzwerken unterwegs, erhöht dies ebenfalls das Risiko eines Angriffs (71 Prozent). Eine wachsende Anzahl an Tools und Anwendungen erhöht für 63 Prozent der Unternehmen die Komplexität und das IT-Sicherheitsrisiko. Und etwas weniger als die Hälfte der Unternehmen (44 Prozent) befürchtet mehr Angriffe durch Social Engineering, weil sich die Mitarbeitern nicht mehr persönlich kennen.
Trotz der IT-Risiken, die mit der Arbeit außerhalb der Büros oder Betriebsstätten des Arbeitgebers verbunden sind, hat die Mehrheit der befragten Unternehmen eine Homeoffice-Regelung: 65 Prozent der Unternehmen ermöglichen ihren Angestellten mobiles Arbeiten. Insbesondere für große Unternehmen (87 Prozent) und mittlere Unternehmen (79 Prozent) ist Homeoffice mittlerweile Standard. Bei kleineren Unternehmen mit zehn bis 49 Mitarbeitern bietet immerhin rund jedes zweite (53 Prozent) seinen Beschäftigten die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten an.
Deutliche Unterschiede zeigen sich aber bei der Frage, wie viel Zeit die Mitarbeitern außerhalb des Betriebs tätig sein dürfen. Bei knapp einem Drittel (29 Prozent) sind nur ein bis zwei Tage Homeoffice pro Woche erlaubt. Drei bis vier Tage sind es bei 12 Prozent und zeitlich unbegrenzte Telearbeit ist ebenfalls bei 12 Prozent der Unternehmen möglich. In den meisten Fällen gibt es keine unternehmensweite Vereinbarung, sondern die einzelnen Abteilungen regeln, wie viele Tage pro Woche Homeoffice möglich sind (45 Prozent).
Deutlich weniger Zustimmung als das Homeoffice erhält die sogenannte Workation, also die Möglichkeit, für einen längeren Zeitraum fernab des eigentlichen Standortes in einer anderen Stadt innerhalb Deutschlands oder auch im Ausland zu arbeiten. Immerhin knapp jedes dritte Unternehmen (29 Prozent) ermöglicht seinen Beschäftigten einen längerfristigen Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Landes. Bei einem Fünftel ist das Arbeiten in einem anderen Land sogar für längere Zeit möglich (20 Prozent). Zwei Drittel der Unternehmen (69 Prozent) hingegen erlauben ihren Angestellten nicht, aus einer anderen Stadt oder einem anderen Land zu arbeiten (2 Prozent machen keine Angabe).
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