Digitaler Arbeitsplatz

Mobiles Arbeiten steigert die Produktivität

Zwei aktuelle Studien beschäftigen sich mit mobilen und digitalen Arbeitsplätzen. Das Ergebnis: Die Produktivität steigt deutlich.

Geschäftsleute arbeiten mit Mobilgeräten im Flugzeug

Überall arbeiten - können oder müssen?

Der moderne Arbeitsplatz ist digital, virtuell und mobil, der Mitarbeiter kann zu jeder Zeit und an jedem Ort darauf zugreifen. Soweit klingt das wie die typische Beraterprosa, die Vorteile von cloudbasierten Workplace-Lösungen anpreist. In vielen Unternehmen herrscht allerdings eine gewisse Skepsis, denn digitale Arbeitsplätze sind ein Kostenfaktor und zudem müssen die Unternehmen von zahlreichen lieb gewordenen Gewohnheiten Abschied nehmen.

In der Welt der Enterprise Mobility ist der Hauptarbeitsplatz eines Mitarbeiters häufig nicht mehr das Büro. Stattdessen arbeitet er dort, wo er sich gerade befindet, unterwegs in der Bahn, beim Kunden oder im Homeoffice. Zudem verliert die IT-Abteilung die Kontrolle über den Gerätezoo in ihrem Unternehmen. Der Einsatz von eigentlich verbotenen, aber als sinnvoll und produktiv erkannten Apps ist die logische Folge von restriktiven Regeln bei der Nutzung von Geschäftsanwendungen.

Verbote sind sinnlos, die Mitarbeiter nutzen einfach die von ihnen gewünschten Apps. Inzwischen wurde sogar jede fünfte Anwendung in Unternehmen von den Mitarbeitern selbst eingeführt - oder vielmehr durch Beharrlichkeit ertrotzt. Diese enorme Bedeutung der Schatten-IT in den Unternehmen ist eines der interessanten Ergebnisse einer Studie von VMware.

Mobile Arbeitsplätze steigern die Produktivität

Der Softwareanbieter befragte in Zusammenarbeit mit Forbes Insights weltweit 2.158 CIOs und Unternehmensanwender in 16 Ländern nach ihren Erfahrungen mit digitalen Arbeitsplätzen. Die Ergebnisse sind relativ eindeutig: mobile Mitarbeiter haben verglichen mit Arbeitnehmern an einem traditionellen Arbeitsplatz ein einfacher Zugang zu den benötigten Geschäftsanwendungen und arbeiten deshalb produktiver.

Die Mitarbeiter berichten neunmal häufiger von einer Steigerung der persönlichen Produktivität und zweimal häufiger, dass Entscheidungen schneller getroffen werden können. Die übergroße Mehrheit (89%) der CIOs rechnet ein Umsatzplus von mindestens 5 % innerhalb von drei Jahren. Insgesamt kann die Effizienz in der Zusammenarbeit durch einen digitalen Arbeitsplatz und den flexiblen Zugriff auf Anwendungen um durchschnittlich 12 Prozent steigen.

Mitarbeiter, die über einen modernen digitalen Arbeitsplatz verfügen, sind in der Regel zufriedener mit ihrem Unternehmen und bewerten es viermal so häufig als führend bei der digitalen Transformation als Vergleichsgruppe ohne digitale Hilfsmittel (43% zu 11%) darüber hinaus wird die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber dreimal so hoch bewertet (43% zu 15 %). Daraus lässt sich schließen, dass das Image eines Unternehmens auch von der technologischen Ausstattung der Arbeitsplätze abhängt.

Mobile Arbeit wird noch nicht konsequent genutzt

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt auch die 1918 gegründete Work Foundation. Die britische gemeinnützige Stiftung berät Unternehmen, Organisationen und Behörden zu Fragen der wirtschaftlichen Leistung, der Qualität des Arbeitslebens und zur Optimierung der Lebensqualität. In der aktuellen Studie „Productivity, Technology & Working Everywhere“ über aktuelle Arbeitsformen, vor allen Dingen das mobile Arbeiten mit Hilfe von Smartphones und Tablets.

Diese Arbeitsformen werden von den Mitarbeitern der Unternehmen positiv gesehen, 80 Prozent der befragten Mitarbeiter bemerken einen positiven Einfluss mobiler Technologien auf ihre Produktivität bei der Arbeit. Allerdings sind die Produktivitätszuwächse in den Unternehmen geringer als sie sein könnten, denn häufig erhalten „niedriger“ in der Hierarchie angesiedelte Mitarbeiter viel seltener die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten, obwohl ihre Aufgaben dies problemlos erlauben würden.

Der Digitalberater Ole Wintermann kommentiert die Ergebnisse: „Das Haupthindernis für die Umsetzung produktivitätssteigernder Technik ist nicht etwa die Technik selbst, sondern sind die Verharrungskräfte der alten Statusinhaber und die Tendenz der Stabsabteilungen, auf neue Arbeitsmethoden unverändert tradierte Richtlinien anzuwenden.“

Bildquelle: Thinkstock

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