Targobank als ein Vorreiter

Mobiles Bezahlen - ein Präzedenzfall

Im Gespräch beschreibt Frank Kirchner, Bereichsdirektor Karten bei der Targobank, die Mobile-Payment-Strategie des Finanzinstituts. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit.

„Unser Mastercard-Chip ist mindestens so sicher wie herkömmliche bargeldlose Bezahlsysteme“, betont Frank Kirchner, Bereichsdirektor Karten bei der Targobank.

Herr Kirchner, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder Großbritannien hinkt die Nutzung mobiler Bezahlverfahren in Deutschland deutlich hinterher. Warum ist das so?
Frank Kirchner:
Beim mobilen Bezahlen müssen viele Einzelelemente zusammenkommen – beispielsweise die flächendeckende Einführung von NFC-fähigen Mobiltelefonen, die Bereitstellung einer neuen SIM-Kartengeneration und natürlich die Umrüstung der Zahlungsterminals im Handel. Wir glauben aber, dass Deutschland schon bald aufholen wird und nächstes Jahr alle technischen Voraussetzungen für das kontaktlose Bezahlen verfügbar sind. Und auch die Finanzindustrie wird spätestens dann flächendeckend nachziehen müssen.

Was muss passieren, damit M-Payment hierzulande endlich zum Einsatz kommt?
Kirchner:
Das eine sind die vielfältigen technischen Voraussetzungen, die von vielen verschiedenen Beteiligten erfüllt werden müssen. Wir haben hier Anfang August als erstes deutsches Finanzinstitut überhaupt den Anfang gemacht und bieten seitdem mit dem Mastercard-Bezahlchip schon heute eine mobile Bezahlmöglichkeit – völlig unabhängig davon, welches Handy man besitzt. Im Laufe des nächsten Jahres werden wir das Bezahlen über die mobile Geldbörse anbieten. Das andere ist die Akzeptanz im Handel. Schon heute kann man bereits an über 5.000 Stellen in Deutschland über Mastercard Paypass kontaktlos bezahlen. Die breite Akzeptanz bei Händlern ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der Technologie.

Warum prescht die Targobank in Sachen M-Payment gerade jetzt nach vorne?
Kirchner:
Wir sind davon überzeugt, dass kontaktloses und mobiles Bezahlen den Zahlungsverkehr und unseren Alltag revolutionieren wird. Deshalb bieten wir in Kooperation mit der E-Plus-Gruppe seit August deutschlandweit mobiles Bezahlen an. Uns hilft dabei das umfassende Know-how unseres Mutterkonzerns. Die Crédit Mutuel ist in Frankreich bereits seit 2006 im M-Payment aktiv und verfügt sowohl über die technische Infrastruktur als auch über die notwendige IT-Expertise.
Darüber hinaus ist auch das kontaktlose Zahlen mit klassischen Kreditkarten für uns ein wichtiges Thema.
Wir werden ab 2013 alle neuen Kreditkarten mit der kontaktlosen Bezahltechnologie Visa Paywave ausstatten. Und zusätzlich überlegen wir, unser gesamtes bestehendes Portfolio ebenfalls auszutauschen.

Derzeit kommen noch unterschiedliche mobile Bezahlverfahren zum Einsatz. Wie gestaltet sich Ihre Vorgehensweise?
Kirchner:
Wir sind sicher, dass sich die NFC-Technologie bei mobilem Bezahlen durchsetzen wird. Der Mastercard-Bezahlchip, den wir seit August anbieten, beruht auf NFC. Er wird auf der Rückseite des Handys oder der Innenseite der Handyschale angebracht. Der Bezahlchip wird kostenlos zusätzlich zur „normalen“ Mastercard-Kreditkarte ausgeliefert. Der Vorteil dieser Lösung: Ein NFC-fähiges Smartphone ist nicht erforderlich und so wird mobiles Bezahlen für jedermann schon heute ­erlebbar.

Was muss ein Kunde tun, um Ihr mobiles Bezahlverfahren anwenden zu können?
Kirchner:
Die Mastercard-Kreditkarte inklusive Bezahlchip kann entweder online, in einem Base-Shop oder in einer unserer über 300 Filialen beantragt werden. Sofort mit der neuen Kreditkarte wird auch der Chip ausgeliefert. Dann braucht man eigentlich nur noch den Sticker auf seinem Handy anbringen und los geht es. Übrigens muss man dafür weder Kunde bei E-Plus sein noch zwangsläufig seine Hausbank wechseln.

Welche Gebühren kommen auf die Kunden zu?
Kirchner:
Die Kartengebühr für die Mastercard beträgt 25 Euro pro Jahr. Der Bezahlchip an sich ist kostenlos. Ab einem Kartenumsatz von 2.500 Euro pro Jahr entfällt die Jahresgebühr. Darüber hinaus fallen für die einzelnen Bezahlvorgänge keine weiteren Gebühren an. Das ist genauso, als wenn man mit seiner normalen Kreditkarte ganz klassisch bezahlen würde.

Wie erfolgt die Authentifizierung des Kunden bzw. die Autorisierung eines Bezahlvorgangs?
Kirchner:
Der NFC-Sender im heutigen Bezahlchip bzw. später im Handy überträgt beim Bezahlvorgang die notwendigen Bankdaten – genauso, wie heute die Daten über den Magnetstreifen oder den Chip auf der Karte. Dabei erfolgt nur dann eine Übertragung, wenn sich das Empfängergerät in unmittelbarer Nähe des NFC-Senders befindet. Ist die Distanz größer als vier Zentimeter, tut sich gar nichts. Die Daten werden grundsätzlich über eine sichere Funkverbindung ausgelesen, sicherheitsrelevante Daten werden nicht übertragen. Nach einem Datenabgleich erfolgt die Zahlungsautorisierung. Der ganze Vorgang dauert weniger als eine Sekunde.

Wie garantieren Sie, dass bei der Anwendung kein Missbrauch mit den Bankdaten des Kunden oder mit unwissentlichen Geldtransaktionen stattfindet?
Kirchner:
Der Bezahlchip ist mindestens so sicher wie herkömmliche bargeldlose Bezahlsysteme. Zum einen erfolgt nur dann eine Übertragung der Bankdaten, wenn sich der NFC-Sender in unmittelbarer Nähe des Empfängergeräts befindet. Darüber hinaus werden auch dann wirklich sicherheitsrelevante Daten nicht übertragen. Sollte es also doch jemanden gelingen, mit einem gefälschten Empfängergerät so nah an das Handy heranzukommen, kann damit dennoch keine funktionierende Kartendublette hergestellt werden. Zusätzlich muss ab einem Zahlungsbetrag von 25 Euro am Terminal die PIN-Nummer eingeben werden.

Was passiert bei Verlust bzw. Diebstahl von Bezahlchip oder Smartphone?
Kirchner:
Bei der Targobank macht es keinen Unterschied, ob man seine herkömmliche Kreditkarte verliert, den Bezahlchip oder in Zukunft das mit NFC ausgestattete Handy. Sollte es zu einem Verlust kommen und der Betroffene lässt unverzüglich die Karte sperren, besteht für unsere Kunden kein Haftungsrisiko. Außerdem befindet sich auf dem Bezahlchip kein Kundenname. So wird ein Missbrauch zusätzlich erschwert.

Bei welchen Anbietern können Kunden bereits mit Ihrer Lösung bezahlen?
Kirchner:
Sie können heute schon europaweit in über 100.000 Läden und Gastronomiebetrieben M-Payment nutzen. In Deutschland gibt es bereits über 5.000 Annahmestellen. Dazu zählen die Star-Tankstellen und auch Aral sowie Agip haben bereits mit der Einführung begonnen. Der Einzelhandel ist unter anderem mit Edeka, Real, den DM-Drogeriemärkten, Douglas, dem Thalia-Buchhandel und McDonald’s-Restaurants gut vertreten.  

Über die Targobank

Das Finanzinstitut betreut in Deutschland über drei Millionen Kunden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf einer verständlichen Beratung mit klaren Konditionen und einfachen Produkten. Einer Philosophie, die sich auch in den 340 Filialen in über 200 Städten und einem telefonisch rund um die Uhr erreichbaren Servicecenter widerspiegelt. Seit Dezember 2008 gehört die Targobank zur französischen Crédit-Mutuel-Bankengruppe.

www.targobank.de

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