Mobile Fakten rund um Internet und Telekommunikation

Mobiles Business in Indien

MOBILE BUSINESS blickt ins Ausland und sammelt mobile Fakten – diesmal aus und über Indien

Das aufstrebende Schwellenland Indien ist nicht nur für seine Bollywood-Filme und exotisches Essen bekannt, sondern vor allem für seine Software- und IT-Industrie.

Das aufstrebende Schwellenland Indien ist nicht nur für seine Bollywood-Filme und exotisches Essen bekannt, sondern vor allem für seine Software- und IT-Industrie. Gute Arbeit für wenig Geld war lange die Devise vieler Unternehmen, die in Indien programmieren ließen. Denn das Land verfügt neben den USA über das größte Reservoir an Englisch sprechenden Wissenschaftlern und Ingenieuren im hochtechnologischen Bereich. MOBILE BUSINESS hat einen Blick nach Indien geworfen und einige mobile Fakten zusammengetragen. 

  • In einigen indischen Bundesstaaten werden zu Aufstandsbekämpfungs­zwecken sowohl das Internet als auch Mobilfunkverbindungen aktiv abgeschaltet. Um zu verhindern, dass beispielsweise Proteste über Whatsapp oder soziale Netzwerke koordiniert werden, wird auf Anordnung der Polizei die Breitband­verbindung von Providern gedrosselt.
  • Die indische Regierung ordnete im August die Schließung hunderter Pornoseiten im Internet an – zur Bekämpfung von Kinderpornografie – und löste damit eine Diskussion über Meinungsfreiheit aus. Aufgrund des Vorwurfs strenger Zensurmaßnahmen im Internet wurde die Blockierung schon wenige Tage später wieder aufgehoben – ausgenommen solche mit Kinderpornografie.  
  • Bis März 2015 konnten Inder für beleidigende oder bedrohende Online-Kommentare etwa auf Facebook mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Der umstrittene Paragraf wurde allerdings für verfassungswidrig erklärt. Paragraf 66A des Internetgesetzes widerspreche der Rede- und Meinungsfreiheit, stellte das höchste Gericht des Landes fest.
  • Bangalore ist mit 250.000 - 300.000 Fachkräften – das entspricht einer mittelgroßen deutschen Stadt wie Mannheim – der wichtigste IT-Standort in Indien. Große internationale Software-Häuser wie SAP, Microsoft, Google und IBM, die dort Forschung und Entwicklung betreiben, sind genauso anzufinden, wie nationale Unternehmen.
  • Um das Müllproblem der Stadt Bangalore und gleichzeitig das Leben der Müllsammler zu verbessern, hat das IT-Unternehmen Mindtree die App „I Got Garbage“ entwickelt. Auf diese Weise wird nicht nur die Müllabholung organisiert, sondern in speziellen Sammelstellen die Abfallmenge erfasst, aussortiert – zwischen 72 verschiedenen Müllsorten wird unterschieden – und zum Recycling weiterverkauft.
  • Weil ein Großteil der indischen Bevölkerung keinen Zugang zum Internet hat, plant Google in über 300 Bahnhöfen im ganz Land öffentliches WLAN einzurichten. In Zusammenarbeit mit Indian Railways sollen bereits bis Ende des Jahres die ersten Bahnhöfe vernetzt werden. Damit startet Google das größte WLAN-Projekt in Indien, das auch weltweit aufgrund der Anzahl potenzieller Nutzer zu den größten seiner Art gehört.
  • Wer in Indien ein Smartphone hat, und dieses zum Einkaufen nutzt, kann viel Geld sparen. Immer mehr Online-Händler konzentrieren sich auf eine Mobile-Only-Strategie und locken mit Schnäppchenpreisen. Weil ein Großteil des Datenverkehrs über mobile Endgeräte erfolgt und Computer zur Minderheit werden, ist eine Abkehr vom herkömmlichen Internet zu beobachten. Stattdessen wird bevorzugt über Apps Geschäft generiert.
  • Um Wohnraum für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, sollen in den nächsten Jahren 100 Smart Cities errichtet werden. Diese sollen mit modernen Technologien vernetzt, energieeffizient sowie mit öffentlichem Nahverkehr ausgestattet sein. Existierende Städte sollen mit technischen und wirtschaftlichen Innovationen umgestaltet werden. Interesse an einer Zusammenarbeit haben auch deutsche Unternehmen, darunter Siemens, bekundet.


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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