Mobile Betriebswirtschaftliche Lösungen

Mobiles ERP fördert Produktivität

Auch in den klassischen Industriebranchen steht die digitale Transformation vor der Tür oder hat längst in der Chefetage Platz genommen. Dazu gehört die Mobilisierung ausgewählter Unternehmensbereiche. Schrittweise – damit Projekte überschaubar bleiben. Aber koordiniert – damit die einzelnen Schritte eine sinnvolle mobile Strategie ergeben.

Geschäftsprozesse

Mithilfe mobiler betriebswirtschaftlicher Lösungen wie ERP, CRM und BI werden Geschäftsbereiche produktiver.

Wenn nicht schon längst geschehen, bieten sich für Anwenderunternehmen vor allem CRM-Anwendungen an, in denen sich die Einbindung mobiler Lösungen als eher einfaches Szenario darstellt. Fast alle CRM-Anbieter haben längst entsprechende Apps im Portfolio, denn es ist naheliegend, dem per se „mobilen“ Vertrieb weitere smarte Lösungen an die Hand zu geben.

Desweiteren bieten sich alle Szenarien, in denen Außendienstmitarbeiter Informationen, Aufträge, Hilfestellungen und mehr für ihre Einsätze benötigen, zur Abbildung auf Smartphones oder Tablets an. Insbesondere auch, weil durch die mobile Anbindung die Dateneingaben direkt vor Ort erfolgen können und nicht nachträglich vor stationären Rechnern im Büro.

Tablet statt Klemmbrett

Immer da, wo ein Unternehmen Medien- und/oder Prozessbrüche identifiziert, kann eine mobile Lösungen viel bringen. Zum Beispiel in der Wartung: So hat RWE Generation in Kooperation mit IBM und Apple eine App entwickelt, die die Servicetechniker bei der Wartung der riesigen Maschinen im Braunkohle-Tagebau unterstützt. Die Lösung hilft nicht nur im Außeneinsatz, weil alle Informationen auf dem Tablet stets verfügbar sind, sondern optimiert zudem die nachgelagerten Prozesse, weil alle eingepflegten Daten vor Ort direkt in die Backend-Systeme fließen.

Die dafür nötige Integration in traditionell starke Backend-Systeme ist für viele Unternehmen die klassische Aufgabenstellung bei der Realisierung einer mobilen Lösung. In vielen Unternehmen gehören dazu Produkte der SAP. Bei der Mobilisierung von Anwendungen des deutschen Software-Riesen hilft „SAP Fiori“, ein responsives User Interface von S4. Daneben gibt es zahlreiche Partner, die SAP-Kunden und ihre Anwendungen mobil machen.

Mobiles ERP

Grundsätzlich lässt sich auch im ERP-Bereich fast alles mobil abbilden und bedienen. So können sich Nutzer mittlerweile per Smartwatch in Echtzeit über wichtige Ereignisse, Status-Updates oder Prozessfortschritte informieren lassen. Schön und gut, aber können solche Apps – ob nun auf Smartwatch oder Tablet – Unternehmen wirklich helfen, ihre ERP-Abläufe zu optimieren? Wolfgang Grasberger, Topix, sieht im (Interview Seite 58) die Chance, dass Unternehmen mithilfe mobiler Lösungen die Geschwindigkeit ihrer Prozesse steigern können und Kommunikationsfehler vermieden werden. Voraussetzung ist, dass die Verantwortlichen flexibel auch unterwegs auf relevante und grafisch aufbereitete Informationen, Kennzahlen und Reports zugreifen und Daten in Echtzeit in das System eintragen können.

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Für die passende mobile Strategie sollten Unternehmen analysieren, welche Anforderungen welche Nutzer im Unternehmen mobil stellen: Für die zahlreichen Gelgenheitsnutzer geht es bei ERP- und auch BI-Systemen meist nur um Benachrichtigungen oder regelmäßige Einsicht in Daten, z.B. im Rahmen eines wöchentlichen Reportings. Diese reine Verfügbarkeit der neuesten Zahlen auf mobilen Endgeräten ist kein Hexenwerk, zahlreiche BI-Tools bereiten die Daten längst auch sehr ansprechend auf.

Für echte Power-User hingegen kann eine mobile Lösung nur dann funktionieren, wenn sie einfach zu bedienen ist und sich nahtlos in die Prozesse integriert. Für Außendienstmitarbeiter, Servicetechniker, Führungskräfte oder auch Lagerpersonal steht immer die einfache Bedienung der Anwendung im Vordergrund. Daher sollten – wie beispielsweise im App-Projekt von RWE mit Apple und IBM – die Bedürfnisse dieser Endanwender schon bei der Konzeption im Vordergrund stehen. Nur dann wird die Lösung gerne eingesetzt und entwickelt einen Nutzen für die internen Geschäftsprozesse.

Sicherheit mobiler Endgeräte

Natürlich muss im Rahmen der mobilen Gesamtstrategie das Thema Sicherheit von Anfang an mit bedacht werden. Deswegen ist das Thema ein regelmäßiger Schwerpunkt in MOBILE BUSINESS. Als Totschlagargument von Bedenkenträgern gegen mobile Prozesse darf das komplexe Thema mobile Sicherheit aber nicht gelten. Hundertprozentig verhindern lassen sich Angriffe durch Hacker oder Spione nie. Entscheidend ist es, diese Sicherheitsmechanismen bereits in der Architektur von Systemen und Software explizit zu berücksichtigen.

Die Chancen, die mobile Lösungen Unternehmen eröffnen, sind groß: Perspektivisch haben sie Einfluss auf ganze Unternehmensbereiche und können grundsätzlich Arbeitsabläufe optimieren. Und diese Chancen werden noch größer im Zuge der anstehenden Vernetzung von Maschinen und Produkten. Auch hierfür können bereits jetzt mit kleinen Schritten der Mobilisierung bestimmter Unternehmensbereiche wertvolle Erfahrungen gesammelt werden.


Bildquelle: Thinkstock/ Wavebreak Media

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