Kathrein mit neuartiger Bodenantenne

Mobilfunk im Stadtboden

Kathrein, Spezialist für Kommunikationstechnik, bietet eine neue Lösung für die Mobilfunkversorgung in Innenstädten an. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Mobilfunkanbieter Swisscom entwickelte das Unternehmen eine Antenne, die in den Boden integriert wird.

  • Kathrein Street Connect

    Der Deckel über der Antenne ist äußerst stabil, sodass das System auch in Straßen mit Schwerlastverkehr verbaut werden kann.

  • Manuel Mielke, Kathrein

    „Es ist mit Sicherheit eine Lösung, die für Mobilfunkanbieter in aller Welt hochaktuell ist“, glaubt Manuel Mielke, Produktmanager bei Kathrein.

Das System „Kathrein Street Connect“ erweitert an Hotspots mit hohem Datenverkehr die Kapazität eines Mobilfunknetzes. Nach einer Testphase in Bern kommen die Antennen ab Anfang 2016 in verschiedenen Städten in der Schweiz zum Einsatz. International hat Kathrein den Vertrieb des neuen Systems übernommen.

Nach Angaben der Swisscom verdoppelt sich das mobile Datenvolumen, das Kunden durch Surfen, Streamen und Downloads generieren, etwa alle zwölf Monate. An stark frequentierten Orten wie in Fußgängerzonen kommt das Mobilfunknetz dadurch immer häufiger an seine Kapazitätsgrenze. Damit den Kunden weiterhin eine hervorragende Datenrate zur Verfügung steht, müssen die Netze laufend aufgerüstet werden. Hierzu werden die Makrozellen durch Mikrozellen ergänzt. Diese sind etwa an Lichtmasten oder an Gebäuden angebracht. Problematisch erweisen sich dabei jedoch die Verfügbarkeit von geeigneten Standorten und die Anbindung an das sogenannte Core-Netz.

Bestehende Infrastruktur wird genutzt

Swisscom konzipierte daraufhin das Modell einer Mikrozelle, bei der die Basisstation in vorhandene Kabelschächte der Festnetzinfrastruktur eingebaut wird. Die Antenne wird in unmittelbarer Nähe durch eine Kernbohrung in den Boden eingelassen und ist dadurch nicht sichtbar. Zur Umsetzung der innovativen Idee wählte der Mobilfunkanbieter den Netzausrüster Ericsson für die Basisstation und Kathrein für die Antennenlösung.

Eine besondere Herausforderung sei gewesen, die Antenne mit ihrer Halterung so zu konstruieren, dass sie unempfindlich gegen Vibrationen ist. Die Lösung ist speziell für den Einsatz in Umgebungen mit hoher Gebäudedichte konstruiert. Sie zeichnet sich außerdem durch Mimo-Fähigkeit aus. Mimo steht für „Multiple Input Multiple Output“ und bezeichnet ein Verfahren für die gleichzeitige Nutzung mehrerer Sende- und Empfangsantennen. Der Deckel über der Antenne ist äußerst stabil, sodass das System auch in Straßen mit Schwerlastverkehr verbaut werden kann.

Die Swisscom wird das System bis Ende des Jahres in Bern, Zürich, Basel und Lausanne testen. Danach ist geplant, weitere Antennen in großem Umfang in der Schweiz anzubringen.



Neue Konzepte

Der Kommunikationstechnikspezialist Kathrein aus Rosenheim hat dafür zusammen mit dem Mobilfunkanbieter Swisscom ein neues System entwickelt. Manuel Mielke, Produktmanager bei Kathrein, gibt Auskunft.

Herr Mielke, was ist an der Lösung das Besondere?
Manuel Mielke:
Die Netzbetreiber stehen vor der Herausforderung, passende Mobilfunkstandorte an stark frequentierten Orten in Innenstädten samt einfacher Anbindung an das Core-Netz zu finden. Mit der Lösung „Kathrein Street Connect“ rückt die Antenne deutlich näher an vorhandene Infrastruktur. Glasfaser, Koax- und Kupferleitungen im Boden können für die Anbindung ans Core-Netz verwendet werden. Die Antenne wird in unmittelbarer Nähe durch eine Kernbohrung in den Boden eingelassen und ist dadurch nicht sichtbar.

Was waren die besonderen Herausforderungen bei dem Projekt?
Mielke:
Aufgrund der anderen Umweltanforderungen mussten komplett neue Wege bei der Entwicklung beschritten werden. Eine Antenne in den Boden einzubauen, erfordert vollkommen neue Konzepte. Hier treten plötzlich Themen wie Schwingungsdämpfung in den Vordergrund. Der Deckel über der Antenne ist äußerst stabil, sodass das System auch in Straßen mit Schwerlastverkehr verbaut werden kann.

Welches Potential hat das System?
Mielke:
Das System soll Netzbetreiber weltweit die Netzverdichtung in urbanen Räumen erleichtern. Ziel war ein möglichst großer Frequenzbereich, welcher die weltweit am häufigsten genutzten Frequenzbänder, also WCDMA und LTE, abdeckt. Um die Frequenzspektren effektiv zu nutzen, unterstützt die Antenne das sogenannte Mino-Prinzip.

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