Schluss mit Geoblocking

Musikgenuss ohne Ländergrenzen

Erst im letzten Sommer schaffte die EU die Roaming-Gebühren und damit 
teure Auslandstelefonate ab – am Ostersonntag dieses Jahres hob sie eine weitere Ländersperre auf: das sogenannte Geoblocking.

Musikgenuss ohne Ländergrenzen

Seit Ostern können Verbraucher auch im EU-Ausland auf ihre kostenpflichtigen Online-Abos zugreifen und Musik, Filme, Spiele sowie Sportevents ganz ohne Grenzen genießen.

So können Verbraucher ab sofort auch im EU-Ausland auf ihre kostenpflichtigen Online-Abos von Spotify, Netflix, Sky Go und Co. zugreifen und Musik, Filme, Spiele sowie Sportevents ganz ohne Grenzen genießen. Zuvor bestand aufgrund einer bestimmten Form des Geoblockings häufig kein oder nur ein begrenzter Zugriff im Ausland auf die Streaming-Inhalte des jeweiligen Heimatlandes.

Mit der neuen EU-Regelung dürfen die Streaming-Dienstleister nun die Wohnsitze ihrer Kunden etwa mithilfe der IP-Adresse oder der Kreditkarte prüfen. Macht ein Deutscher dann beispielsweise Urlaub in Spanien oder befindet sich auf Geschäftsreise in Belgien, muss er nicht mehr auf sein Streaming-Angebot wie etwa die Fußball-Bundesliga via Sky Go verzichten. Zugleich dürfen die Abopreise bei der Nutzung im Ausland aber nicht angehoben werden, heißt es. Dienstleister, die bis dato kostenlose Inhalte anbieten, sind von der neuen Regel nicht betroffen und können ihre Inhalte weiterhin im Ausland blockieren.

Generell entwickelt sich das Streaming immer mehr zum Massenmarkt. Der Durchbruch für Musik-Streaming-Dienste in Deutschland gelang dabei laut Bitkom bereits im Jahr 2012 – und wird seit jeher kontrovers diskutiert. Von „verarmenden Künstlern“ ist immer wieder die Rede, und von Plattenlabels, „die sich die Taschen vollstopfen“. Fakt ist: Spotify macht Musiker selten reich, wie etwa die deutsche Rockband Letzte Instanz kürzlich auf Facebook demonstrierte. Gerade hätten sie mal wieder eine Lizenzabrechnung erhalten und es gab wohl satte 0,1 Cent pro gestreamtem Song. „Wir waren kurz erstaunt und matt. Also, wer seine Band liebt, kauft CDs“, so die Musiker. Ihrer Berechnung nach müsse ein Streaming-Album etwa 300 bis 500 Mal durchgehört werden, damit ungefähr der gleiche Umsatz wie beim CD-Verkauf stattfinde. Was hier allerdings unerwähnt bleibt, ist der Betrag, den generell die Plattenlabels durchs Streaming verdienen – das soll nicht immer unerheblich sein und ist natürlich Vertragssache. Doch warum nutzen Musiker dann überhaupt Spotify, wenn der Dienst vor allem für „kleinere“ Künstler selten eine lukrative Einnahmequelle darstellt? Nun, vielleicht möchten sie mit der eigenen Musik einfach möglichst viele Menschen erreichen. Und hier darf man sicherlich nicht die Empfehlungsfunktion des Musik-Streaming-Dienstes vernachlässigen. Zudem können Nutzer bei Spotify z.B. ihre musikalischen Vorlieben und Playlisten mit Freunden teilen – und vielleicht werden auf diese Weise neue Fans generiert, die dann demnächst beim Konzert ihrer „frisch entdeckten“ Band aufschlagen.

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