Startpage beendet Yahoo-Partnerschaft

Nach Skandal: Yahoo verliert Partner

Suchmaschinenanbieter Startpage.com gab kürzlich bekannt, dass nach Ablauf dieses Monats keine Yahoo-Suchergebnisse mehr über die hauseigene Metasuchmaschine Ixquick.eu ausgegeben werden.

Alternative Suchmaschinen

Alternative Suchmaschinenanbieter wie Startpage oder Ixquick wollen die Suche im Internet sicherer machen.

Startpage-CEO Robert Beens, dessen Unternehmen sich als erstes von Yahoo distanziert, geht davon aus, dass noch andere folgen werden. „Wir sind nicht die einzigen, die Yahoos mangelnde Offenheit über grobe Privatsphäre-Verletzungen stört“, so Beens in Bezug auf die aktuellen Ereignisse. „Auch, wenn Ixquick.eu aufgrund unseres strengen Datenschutzes und unseres Sitzes außerhalb der US-Gerichtsbarkeit von den Yahoo-Verwicklungen mit der US-Regierung nicht direkt betroffen ist, fühlt sich das Unternehmen mit dieser Partnerschaft nicht mehr wohl.“

Gegen Ende August 2016 hat Yahoo zum ersten Mal eine Privatsphäre-Verletzung zugegeben, bei der E-Mail-Adressen, Passwörter und Geburtsdaten von mehr als 50 Mio. Usern gestohlen wurden. Anfang Oktober wurde Yahoo mit dem Vorwurf konfrontiert, der US-Regierung beim Ausspionieren von E-Mails der User geholfen zu haben – unabhängig davon, ob sie eines Vergehens verdächtig waren oder nicht. Die Gruppe Fight for the Future, die sich für digitale Rechte einsetzt, hat bereits eine „Dump Yahoo“-Kampagne gestartet und rät den Usern, ihre Yahoo-Accounts zu löschen.

Während die Metasuchmaschine Ixquick.eu bislang Yahoo vertraute, setzte man bei Startpage.com schon immer auf Google-Ergebnisse. Doch da auch Google nicht als Hüter von Privatsphäre und Datenschutz bekannt ist, werden die bei Startpage eingegebenen Suchanfragen der User anonymisiert, bevor diese an Google weitergeleitet werden. Startpage selbst sammelt dabei eigenen Angaben zufolge keinerlei persönliche Daten wie IP-Adressen und gibt keine persönlichen Informationen an Dritte – wie zum Beispiel Google – weiter.

Als weiterer Grund für höheren Datenschutz gilt der Firmensitz von Startpage in den Niederlanden: Dadurch unterliegt die Suchmaschine weder US-Gesetzen wie dem Patriot Act noch kann der Anbieter dazu gezwungen werden, mit Massenüberwachungsprogrammen wie Prism zu kooperieren.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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