Smartes Bestandsmanagement

Nachfrageschwankungen im Griff

Als einer der führenden deutschen Großhändler von nachhaltigen Food-Service-Verpackungen, Einweggeschirr und Bio-Einwegbechern aus nachwachsenden und recycelten Rohstoffen schaut Bionatic auf ein turbulentes Jahr zurück.

  • Nachfrage-Boom

    Die Corona-Pandemie hat zu einem Nachfrage-Boom im Takeaway-Sortiment des Herstellers geführt. ((Bildquelle: Bionatic))

  • Oliver Bünting und Gülistan Piskin

    Oliver Bünting, Purchase & Merchandise Planner, und Gülistan Piskin, Head of Purchase bei Bionatic. ((Bildquelle: Slimstock))

Während die neue Bestandsoptimierungslösung Slim4 nach ihrer Einführung im Jahr 2016 vor allem für eine Senkung des Lagerbestands und eine Reduzierung der Prozesskosten sowie Out-of-Stocks gesorgt hatte, half sie dem Unternehmen in der Krise dank transparentem Monitoring, produktbezogenen Warnungen sowie Simulationen möglicher Szenarien. Denn mit Beginn der Corona-Pandemie kam es von jetzt auf gleich zu unvorhersehbaren Verläufen.

Vom Bestseller zum Ladenhüter und umgekehrt

„Während Bestseller-Produkte im Catering-Segment mit dem Lockdown zum Ladenhüter wurden, verzeichneten wir eine 200-prozentige Steigerung im Bereich des Takeaway-Sortiments. Von einem Tag auf den anderen waren völlig andere Produkte in Massen gefragt. Das zeigt sich auch in der Lagerumschlagshäufigkeit, die in den vergangenen eineinhalb Jahren von drei auf fünf gestiegen ist und für einige Produkte teils bei 20 liegt. Entsprechend schwierig erschien es auf den ersten Blick, die Läger richtig zu füllen. Doch dank des transparenten Monitorings inklusive übersichtlicher Analyse-Dashboards in Slim4 konnten wir zeitnah reagieren und so die starken Schwankungen und Veränderungen der Nachfrage mit nur sehr kleinen Out-of-Stock-Beständen abfangen“, sagt Gülistan Piskin, Head of Purchase bei der Bionatic GmbH & Co. KG.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

„Die tagesaktuellen Ereignisse und Entscheidungen der Bundes- und Landesregierungen hatten großen Einfluss auf eingehende Bestellungen und führten zu teils radikalen Verschiebungen. Während bei den Öffnungen in einer Region die Verkäufe im Segment ‚Catering‘ sofort merklich anstiegen und damit die Gefahr eines Überbestandes von Takeaway-Produkten gegeben war, führten die erneute inzidenzbedingte Schließung von Restaurants oder Einschränkung von Veranstaltungen wieder zu einem veränderten Bedarf“, führt Oliver Bünting, Purchase & Merchandise Planner beim Großhändler aus. Zunächst ließen sich diese Schwankungen kaum prognostizieren, doch gerade die Alarm- und To-do-Funktionen der Bestandsmanagement-Lösung sorgten bei Bionatic für einen umfassenden Überblick und ermöglichten tagesaktuelle Anpassungen innerhalb des automatisierten Prozesses entlang der Supply Chain. „Das Warnsystem von Slim4 hat uns gerettet, denn es hat uns täglich auf einen Blick gezeigt, auf welche Produkte wir ein besonderes Augenmerk legen müssen, um schnell reagieren zu können. Da auch Lieferbedingungen einbezogen werden, war stets klar, für welches Produkt es aufgrund der gesunkenen Nachfrage zu Überbestand kommen würde. So konnten wir beispielsweise mit unseren Lieferanten eine andere Priorisierung bestimmter Produkte absprechen und kurzfristig gegensteuern“, sagt Bünting.

Szenariensimulationen als Grundlage

Unberechenbarkeit ist ein bestimmendes Merkmal einer Krise, das gerade in der aktuellen Pandemie spürbar ist. Für den Einkauf eines führenden Großhändlers erst recht. So hat Bionatic gerade die Szenarien-Simulation von Slim4 geholfen und auch die strategische Ausrichtung beeinflusst. „Im Verlauf der Pandemie sind wir dazu übergegangen, Sieben-Tages-Prognosen zu betrachten und mit Slim4 zu simulieren, wie lange wir out-of-stock wären. So konnten wir genau beobachten für welche Produkte wir dringend einen Lieferanten aus der Nähe benötigen, um agiler zu sein. Entsprechend haben wir unsere Bezugsquellen angepasst. Vor der Corona-Pandemie haben wir 75 Prozent unserer Waren aus Asien bezogen. Nun sind 55 Prozent unserer Lieferanten in Zentraleuropa ansässig und dabei vorrangig in Deutschland. Diese Umstellung war aus Gründen der Nachhaltigkeit und Flexibilität bereits angedacht und wurde nun vorgezogen“, erklärt Oliver Bünting. „Um trotz aller widrigen Bezugsumstände für unsere Kunden eine hohe Produktverfügbarkeit zu gewährleisten, haben wir gleichzeitig auch noch unser Servicelevel angepasst, was sich dank automatisierter Anwendung auf Artikelebene in Slim4 sofort im gesamten Bestandsmanagement widerspiegelte“, führt Gülistan Piskin aus. Davon profitieren auch andere Großhändler, die Bionatic in der Krise als Kunden gewonnen hat.

Zugriff über Webclient

Derzeit versorgt Bionatic, der als erster europäischer Anbieter von Food-Service-Verpackungen sämtliche CO2-Emissionen ausgleicht, über 18.000 Kunden und Handelspartner in Deutschland und weltweit mit zu 100 Prozent klimaneutralen Artikeln. Dabei wird der gesamte Bestand des Hauptlagers in Bremen, aber auch des Außenlagers für B2C-Verkäufe über die Management-Software von Slimstock verwaltet. Als Add-on per Schnittstelle an das vorhandene ERP-System Microtech Büro+ angebunden, ermöglicht die Bestandslösung über einen Webclient Zugriff auf alle Analyse-, Planungs- und Verwaltungselemente. „Dabei nutzen wir gern oft als erster das Angebot neuer Updates. Da ich Slim4 IT-seitig verantworte, bin ich regelmäßig mit dem IT-Team und Support in Kontakt. Dabei besprechen wir anstehende Neuerungen oder Anpassungen und konnten bisher stets auf kompetenten Support setzen. Auch im Fall eines IT-Problems, ausgelöst durch eine Serververänderung unsererseits, war das Team sofort zur Stelle und fand binnen 24 Stunden eine Lösung“, beschreibt Oliver Bünting seine Erfahrung mit dem Software-Anbieter. „Wir pflegen ein nahezu freundschaftliches Verhältnis, so auch zu unseren direkten Betreuern, die halbjährig hier vor Ort sind, um Fragen zu beantworten, neue Mitarbeiter zu schulen oder anstehende Bestandsziele zu besprechen“, schließt er ab. „Und Herausforderungen gibt es bei uns immer“, fügt Gülistan Piskin hinzu.

„Während wir Slim4 ursprünglich eingeführt hatten, um Lagerbestände und Kosten zu reduzieren sowie im Folgenden den Lagerumschlag zu erhöhen, hat uns das System im vergangenen Jahr geholfen, die Krise zu meistern und bei starkem Wachstum keinen unnötigen Lagerbestand, sondern sinnvolle Reserven aufzubauen, um Nachfragespitzen abzupuffern. Zeitnah steht eine umfängliche Änderung des Sortiments auf der Agenda, da das kürzlich in Kraft getretene Einwegplastikverbot auch biologisch abbaubares Plastik umfasst, das wir teilweise im Einsatz haben und nun ersetzt wird. Auch wächst die Anzahl der Mehrwegprodukte in unserem Portfolio. Entsprechend wird das Sortiment neu aufgebaut, und das ohne nennenswerten Lageraufbau“, sagt Gülistan Piskin.

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