Protonet fragt: „How China are you?“

Netzpolitik.org und Netzfreiheit

Die Überwachung der Blogger von netzpolitik.org ist nur das vorläufige Ende einer langen Serie, die unsere digitale Misere widerspiegelt. Mit einem provokanten Video will das Hamburger Startup Protonet für eine transparente digitale Zukunft werben.

„How China are you?“ – Berlin fühlt sich an wie China, so der Tenor des sehenswerten Videos. China dient als Metapher für ein System ohne freie Blogger und Medien, ohne Demokratie und eingeschränkter persönlicher Freiheit. „Nicht jedem gefällt dieser Vergleich. Doch mit diesem Video wollen wir bewusst provokativ auf die Gefahren aufmerksam machen, die uns inzwischen auch in Deutschland drohen“, sagt Ali Jelveh, CEO von Protonet.

Unabhängige Medien gehören für ihn ebenso zu einem freien Rechtsstaat wie ein Gesetzgeber, der mit den digitalen Entwicklungen Schritt hält und die Grundrechte der Bürger schützt. „Aber wie das Beispiel netzpolitik.org beweist, laufen inzwischen auch hierzulande sehr viele Dinge ab, die wir nicht mehr nachvollziehen können, obwohl wir uns doch so sicher in unserem demokratischen Gefüge fühlen“, fügt Jelveh hinzu.

Keine Vorratsdatenspeicherung

„Unsere digitale Zukunft braucht Transparenz, keine Vorratsdatenspeicherung; und Blogger, Verbände, Organisationen und Unternehmen, die gemeinsam und energischer als bisher dieses Ziel verfolgen. Was wir in Deutschland an demokratisch-freiheitlichen Strukturen haben, gilt es zu bewahren und zu stärken. Das geht nur mit Transparenz“, meint Jelveh.

Free Your Data

Dafür will sich sein Unternehmen in Zukunft noch stärker engagieren. So hat Protonet im März 2015 die Kampagne „Free Your Data“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen, die den Umgang mit persönlichen Daten nachhaltig und im Sinne der Verbraucher definiert. Dazu wurde eine Petition auf der Plattform change.org gestartet, die inzwischen mehr als 61.000 Unterschriften verzeichnet.

Das Video „How China are you?“ wurde beim diesjährigen Werbefestival in Cannes mit einem silbernen Löwen in der Königsdisziplin Film ausgezeichnet. Damit gehört er weltweit zu den 50 besten Werbevideos in diesem Jahr.

Hier der Link zum Video, das auch gern geteilt werden kann:  https://www.youtube.com/watch?v=_7MCXxqpZN8     

Bildquelle: Thinkstock

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