Download-Übertragungsraten

Neue App für die Breitbandmessung

Die Bundesnetzagentur veröffentlichte bereits gestern eine neue Version ihrer Breitbandmessung. Mit der Desktop-App sollen Endnutzer auf einfache Art und Weise eine Mindestanzahl von Einzelmessungen durchführen und protokollieren können.

Jochen Homann, Bundesnetzagentur

„Die neue Desktop-App vereinfacht für Verbraucher die Überprüfung der vereinbarten Downloadraten im Festnetz“, erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die derart ermittelten Testergebnisse können von Verbrauchern zum Nachweis nicht vertragskonformer Leistungen gegenüber ihrem Telekommunikationsanbieter genutzt werden, heißt es in einer Pressemeldung.

„Die Desktop-App ermöglicht die Überprüfung der vertraglich vereinbarten Download-Datenübertragungsraten im Festnetz. Die Messergebnisse sollen Verbrauchern bei der Argumentation gegenüber ihrem TK-Anbieter helfen“, erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Die Desktop-App ist ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Interessen der Verbraucher und der TK-Branche. Mit der App ist es möglich, innerhalb kurzer Zeit die erforderlichen Messungen durchzuführen und mit belastbaren Ergebnissen auf ihren Anbieter zuzugehen“, betont Homann weiter.
 
Die Messungen sind manuell durchzuführen. Dies soll deutlich mehr Kontrolle über die Messumgebung und damit eine höhere Rechtssicherheit ermöglichen. Denn bei automatisierten Messungen können laut Behörde ungewollte parallele Datenverkehre auftreten, beispielsweise durch paralleles Streaming von Filmen, die einen negativen Einfluss auf die Messungen haben können.
 
Störende Einflüsse der Endkundenmessumgebung werden wenn möglich technisch ausgeschlossen, z. B. Messungen mittels WLAN am Endgerät, bzw. die Nutzer werden deutlich vor den Messungen auf mögliche Fehlerquellen hingewiesen.
 
Doch warum sollten Kunden regelmäßig ihre Versorgung überprüfen? Nach den europarechtlichen Regelungen gilt bei Breitbandanschlüssen im Festnetz jede erhebliche, kontinuierliche oder regelmäßig wiederkehrende Abweichung bei der Geschwindigkeit oder bei anderen Dienstqualitätsparametern zwischen der tatsächlichen und der angegebenen Leistung als nicht vertragskonform. Bereits im Juli 2017 hatte die Bundesnetzagentur eine Mitteilung hierzu veröffentlicht.
 
Konkret liegt nach Auffassung der Behörde eine nicht vertragskonforme Leistung vor, wenn bei Festnetz-Breitbandanschlüssen im Download

  • nicht an mindestens zwei Messtagen jeweils mindestens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit erreicht werden oder
  • die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erreicht wird oder
  • die vertraglich vereinbarte Mindestgeschwindigkeit an mindestens zwei Messtagen jeweils unterschritten wird.

Die Mitteilung enthält zudem Vorgaben zum Nachweis von Abweichungen. Dieser soll mittels installierbarer Version der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur erfolgen. Dabei hält es die Behörde für erforderlich, dass mindestens 20 Messungen an zwei unterschiedlichen Tagen vorgenommen werden. Zudem sollen die Messungen mit LAN-Verbindung vorgenommen werden.
 
Die von der Zafaco GmbH entwickelte App kann unter www.breitbandmessung.de heruntergeladen werden. Auf der Internetseite stehen zudem einen Beschreibung sowie umfangreiche FAQ zur Verfügung. Der Verbraucherservice der Bundesnetzagentur hat ein Beschwerdeverfahren eingerichtet, um Verbraucher bei ihrem Anliegen gegenüber dem jeweiligen Anbieter zu unterstützen.

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