Longreads für das Wochenende

Neue Steuersparmodelle für Apple

Muss Tim Cook den Apple-Geldspeicher aufschließen und etwas von seinen Fantastilliarden abgeben?

  • Die erste Milliarde (iPhones) ist geknackt. Tim Cook macht da aber bestimmt nicht Halt.

  • Apple-Mitarbeiter in Williamsburg NY beim Ansturm auf die zweite Milliarde iPhones.

Apple-CEO Tim Cook reagiert in Sachen EU-Steuerschuld nicht gerade cool, eher ein bisschen verständnislos. "Da will so eine popelige Organisation, die viel kleiner und ärmer ist als wir, unseren Gewinn schmälern. Und wer ist überhaupt der CEO von diesem Irland? Kann man den Laden nicht einfach aufkaufen?"

Richtig sympathisch wirkt Apple selten. Das liegt auch ein wenig daran, dass rund um Apple ein Halo aus streberhafter (und geldsatter) Modernität wabert, deren Vertreter ihren Perfektionszwang mit glatten, reinweißen Oberflächen (an Dingen und Charakteren) ausagieren. Am besten hat das Katie Notopoulos in Buzzfeed ausgedrückt. Und weil das Zitat ganz wunderbar und herrlich treffend ist, kommt es hier in voller Länge:

Apple Man is a fortysomething dad who just wants to FaceTime his adorable children while he’s on a business trip, and also find a local pourover coffee shop while he’s in town. Apple Man has an Apple Watch (obvious). He needs a way to manage his photos of his adorable children and hiking trips with friends. He loves jogging and mountain biking and wants to use his Apple Watch to monitor his workouts, because he LOVES working out. Apple Man is very fit for his age — you can just barely tell he’s totally ripped through his light blue, off-the-rack, wrinkle-free, button-down shirt. Apple Man has a great head of hair. Apple Man owns his home and wants to be able to open his garage door from his phone to park his family-sensible-yet-sporty-crossover. (He’s on the Tesla Model 3 preorder list.) He wants to make brunch plans, and it would be great if he could add a brunch plan to his calendar app directly from text messages. Apple Man wants to track his health, but of course he has no need for a period tracker. His calendar is full; his inbox is zero.

Was war noch gleich? Ach ja, das iPhone 7 kommt. Oder ist es schon das iPhone 8? Zu den Abermillionen Apple-Jüngern, die auf das neue Mobilgerät aus Cupertino warten, gehört übrigens auch eine in Internetkreisen nicht ganz unbekannte Schauspielerin, deren Name hoffentlich demnächst in Siri richtig ausgesprochen wird.

Das iPhone ist eine Gelddruckmaschine, aber diese Tatsache ist durchaus ein Problem für das Unternehmen. Denn es ist extrem abhängig vom diesem einen Produkt. Was fehlt, ist ein neuer Durchbruch.

Trotzdem  sind die fünf Jahre, die Tim Cook CEO des Unternehmens ist, ein unglaublicher Erfolg. Er hat Apple stärker verändert, als dies Beobachter anfangs glauben wollten. Eine ausführliche Analyse der Cook-Ära findet sich in diesem Podcast.

Wer wissen möchte, wie Tim Cook die Sache selber sieht, kann sich dieses sehr, sehr lange Interview der Washington Post durchlesen oder das freundlicherweise von Recode zusammengekürzte Executive Summary.

Eines der weniger bekannten Geheimnisse des Apple-Erfolgs erläutert ein Artikel auf Techpinions. Und Fast Company beschäftigt sich mit den häufig in der Diskussion auftauchenden Mythen über Apple.

Bildquelle: Apple

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