Google Nexus 9 und Apple iPad Air 2

Neue Tablets mit iOS 8 und Android 5.0 Lollipop

Google und Apple machen weiter, schließlich muss es ja jedes Jahr neue Tablets geben. Doch wirklich nötig sind die neuen Modelle nicht, die alten sind ja kaum 12 Monate alt.

  • Apple iPad Air 2

  • Google Nexus 9 von HTC

Eigentlich ist es erstaunlich, dass die neuen Geräte Google Nexus 9 und Apple iPad Air 2 immer noch so viel Aufmerksamkeit erregen können. Der Tablet-Markt zeigt bereits erste Sättigungstendenzen und viele IT-Analysten haben den Hyperegler schon von "Buy" auf "Sell" umgeschaltet. Im Trend liegen jetzt Phablets wie das Samsung Note 4, das Google Nexus 6 oder das iPhone 6 Plus.

Doch es ist Herbst und das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür. Also machen die Hersteller das, was Hersteller gerne machen: Die Geräte weiter aufrüsten, damit es einen Grund gibt, sich ein neues zu kaufen. Das ist in der Unterhaltungselektronik nicht anders als in der Computerbranche oder bei Autos.

Google Nexus 9

Bei Tablets ist das allerdings nicht mehr ganz so einfach wie noch vor wenigen Jahren. So hat zum Beispiel das von HTC produzierte Google Nexus 9 auf den ersten Blick keine umwerfenden Besonderheiten. Es ist ein leistungsfähiges Tablet mit 64-Bit-, Dualcore-Prozessor (Tegra K1) und wird mit internem Speicher von 16 oder 32 Gigabyte ausgeliefert.

Die Auflösung entspricht mit 2.048 x 1.536 Pixel dem von Apple vorgegebenen Retina-Standard. Bei nur 8,9 Zoll Größe ist das mehr als ausreichend und auch bei den sonstigen Multimedia-Fähigkeiten kann es glänzen, denn es besitzt Stereo-Frontlautsprecher mit der BoomSound-Technologie von HTC.

Die Leistungsdaten zeigen: Es eignet sich für das Streamen von Videos ebenso wie für einen eher professionellen Einsatz mit Produktivitäts-Apps. Dies hat auch Google erkannt und bietet ein Keyboard-Cover als Zubehör für sein Nexus-Tablet an, mit dem es zu einem Android-Mininotebook aufgewertet wird.

In der Geräterückseite steckt eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED-Blitz. Die Frontkamera hat allerdings nur 1,6 Megapixel. An Schnittstellen herrscht kein Mangel, neben WLAN, NFC und Bluetooth gibt es auch eine Geräte Version mit LTE. Lästig ist das Fehlen eines Einschubs für MicroSD-Karten - schade, dass Google hier dem schlechten Vorbild von Apple folgt.

Das Nexus 9 wird zu Preisen ab 400 Euro angeboten werden und ist mit der neuen Android-Version 5.0 Lollipop ausgerüstet. Wenn alles klappt, wird es bereits jetzt via Google bestellbar sein und etwa ab dem 3. November in den Läden stehen.

Apple iPad Air 2

Auch das iPad Air 2 ist keine umwerfende Neuerung (von Innovation ganz zu schweigen). Es ist ungefähr so geworden, wie es die zahlreichen vorher umlaufenden Gerüchte nahegelegt hatten: Es ist dünner (nur noch 6,1 mm), leichter (437 gr), leistungsfähiger (64-Bit-A8X-Prozessor) und wie immer hochaufgelöst (2.048 × 1536 Pixel). Apple gibt an, dass Display trotz seiner geringen Dicke gegen über dem iPad Air deutlich verbessert zu haben.

Eine interessante Neuerung: Es ist entspiegelt. Erstaunlich, das bisher noch kein Hersteller auf diese naheliegende Idee gekommen ist. In diesem Detail zeigt sich, das Apple beim "User Handling" die Nase noch den entscheidenden Millimeter vorne hat. Antireflex-Beschichtungen werden also nächstes Jahr zum Standard.

Die wichtigste Änderung betrifft den Home-Button: Er hat jetzt auch eine TouchID-Funktion. Auch das iPad mini 3 hat den Fingerabdruck-Scanner spendiert bekommen. Zielt das auf Apple Pay? Der Bezahldienst soll am Montag in den USA starten. Doch NFC ist in den iPads nicht eingebaut, Fingerabdrücke können also vorläufig nur zum Entsperren genutzt werden.

Eine gewisses Highlight ist die neue Kamera, die acht Megapixel bietet. Sie hat im Zusammenspiel mit iOS 8 jede Menge Funktionen: Slow Motion, Timelapse, Burst Mode und Panorama-View mit bis zu 43 Megapixel. Auch die Frontkamera ist aufgebohrt worden und hat eine verbesserte Gesichtserkennung.

Die Preise für das Air 2 beginnen bei 489 Euro für das Modell mit 16 GB WLAN, beim Mini 3 beginnt das Preisgefüge mit 389 Euro. Das Spitzenmodell (iPad Air 2 mit 128 GB, WLAN und Mobilfunk) kostet 809 Euro. Damit sind die iPads wie gewohnt ein wenig teurer als das Nexus-Tablet. Die wiederum sind sogar leichter (425 gr), wenn auch nicht dünner (7,8 mm).

Keine großen Wachstumssprünge

Entscheidend für den praktischen Einsatz der beiden Tablet-Modelle ist die Software. Beide Geräte nutzen die jeweils aktuellste Version ihre Betriebssysteme, Android 5.0 und iOS 8. Auch hier sind die großen Innovationen ausgeblieben. Die Grundrenovierung der Benutzeroberfläche wie beim Material-Design von Android täuschen nur darüber hinweg.

Trotzdem werden die Tablets sicher ihre Käufer finden, doch die Zeit der großen Wachstumssprünge ist vermutlich vorbei. Die Zielgruppe der Tablets dürfte inzwischen voll ausgeschöpft sein. Das sind vorwiegend Anwender, die ein leichtes und mobiles Medien-Interface zum Spielen, Surfen, Schauen, Hören und Lesen suchen.

Wer mehr will, muss sich auch weiterhin einen Desktop-PC oder ein Notebook anschaffen. Und ein Smartphone hat ohnehin so gut wie jeder. Typische "sozialmobile" Anwendungen wie Facebook, Instagram oder WhatsApp sind damit zu jeder Zeit und an jedem Ort nutzbar. Tablets werden nicht vom Markt verschwinden, sie reißen aber auch niemanden mehr vom Hocker.

Bildquelle: Apple

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