Pomodoro-Zeitmanagement

Nicht trödeln, Aufgaben erfüllen

Die iOS-App „30/30“ hilft beim konzentrierten Erledigen von Aufgaben, die in kleine Zeiteinheiten zerlegt werden können.

Das Vertrödeln von Zeit und das Aufschieben von lästigen oder langweiligen Aufgaben sind zwei häufige Probleme im Arbeitsalltag. Der eine liest sich im RSS-Reader fest, anstatt nur schnell neue Artikel zu wichtigen Themen zu markieren. Die andere klickt sich durch Facebook, anstatt Anfragen zu beantworten.

Die App „30/30“ (leider nur iOS) ist eine praktische Hilfe bei der Bewältigung solcher lästigen Angewohnheiten. Mit ihr lassen sich alle Arten von regelmäßigen Abläufen in Timer-Tasks umwandeln und danach abarbeiten - gegen die Uhr, was einen erstaunlichen Beschleunigungseffekt hat.

Grundsätzlich arbeitet die App nach dem Pomodoro-Prinzip. Das basiert darauf, die anstehenden Aufgaben in kurzen intensiven Arbeitsphasen konzentriert abzuarbeiten, danach eine kleine Pause einzulegen und eine weitere Arbeitsphase folgen zu lassen.

Die App geht jedoch weiter. Sie eignet sich für alle Arten von Aufgaben, die nach der „Salamitaktik“ in kleine Zeiteinheiten zerlegt werden können. Ein typisches Beispiel für eine Morgenroutine: Zehn Minuten Mails nach wichtig und unwichtig sortieren, fünf Minuten die Google-Alerts durchforsten und dann 15 Minuten wichtige Fachartikel im RSS-Reader identifizieren.

Solche Listen von nacheinander abzuarbeitenden Miniaufgaben können ziemlich leicht mit der App angelegt werden. Sie unterstützt sogar mehrere Listen, so das auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Routinearbeiten damit erledigt werden können.

Tasks in Listen organisieren

Im Unterschied zum Ur-Pomodoro können die einzelnen Tasks, aber auch die gesamten Listen völlig beliebige Zeitabschnitte umfassen. Außerdem kann an jedem Punkt eine Pause eingefügt werden, indem einfach ein entsprechender Task erzeugt wird. Anschließend wird die Liste über einen grafischen „Dialer“ gestartet, der auch Funktionen zum Pausieren der Routine sowie zum Erhöhen und Verringern der Gesamtzeit besitzt.

Nach dem Start einer Task-Liste läuft der Timer und an einem Fortschrittsbalken kann der Anwender sofort erkennen, wie weit die Zeit vorangeschritten ist. Am Ende jedes Tasks gibt es ein akustisches Signal, so das sofort klar ist: Jetzt geht es mit der nächsten Aufgabe weiter.

Wer die App intensiv nutzen möchte, wird am Anfang die Zeiten oft anpassen müssen, um möglichst realistische Zeitvorgaben zu erhalten. Sinn der App ist es ja nicht, die Arbeit gehetzt zu erledigen, sondern die geplante Zeit möglichst effizient auszunutzen.

Die App selbst ist ebenfalls ein Beispiel für maximale Effizienz bei der Benutzeroberfläche, denn sie wird im Wesentlichen durch Touch-Gesten bedient. So gibt es auf dem Hauptbildschirm überhaupt keine Buttons und nur der Ablauf einer Task-Liste kann durch Antippen einiger Symbole verändert werden.

Die App demonstriert, wie einfach und elegant sich Smartphones bedienen lassen, wenn die ausgetretenen Pfade des UI-Designs verlassen werden. Allerdings ist die Bedienung sicherlich für viele Leute anfangs ungewohnt. Es ist hilfreich, zunächst die knappen Hilfsinformationen zu lesen und anschließend eine Zeit herumzuprobieren.

Bildquelle: Thinkstock

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