Wiener Start-up im M-Health

Notruflösung als Smartphone-App

Im deutschsprachigen Raum leben zur Zeit rund sieben Millionen Menschen alleine, die älter als 65 sind. Für diese Zielgruppe hat das Wiener M-Health-Start-up Caregency, eine Notruflösung auf Basis eines Smartphones mit App entwickelt.

  • M.Bindlechner+G.Teglasy, Caregency

    Michael Bindlechner (58, links) und Gergely Teglasy (45), Gründer des Wiener Start-up Unternehmens Caregency, möchten den Markt der mobilen Notruflösungen erobern.

  • B-cared-App, Caregency

    Die Nutzer der neuen Notruflösung B-cared sind alleinlebende Menschen ab einem Alter von 65 Jahren. Davon gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 7 Millionen.

Gergely Teglasy und Michael Bindlechner, Gründer des auf M-Health spezialisierten Unternehmens Caregency, sind die Sieger der Forbes Austria Start-up Academy. Unter 42 vorgestellten Projekten wurde Caregency mit der App B-cared, eine neuentwickelte Notruflösung für alleinlebende Senioren, als bestes Start-up Unternehmen Österreichs ausgezeichnet. Begründet wurde die Entscheidung der Jury unter anderem mit der immer größer werdenden Zielgruppe für Notruflösungen. Derzeit gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 7 Millionen alleinlebende Menschen, die älter als 65 Jahre sind.

„Unsere App soll alleinstehenden älteren Menschen und deren Angehörigen Sicherheit geben", erklären Teglasy und Bindlechner, die das Unternehmen vor zwei Jahren gegründet haben. Neben der immer größer werdenden Gruppe von alleinlebenden älteren Personen ist der neue Notrufdienst auch für weitere Zielgruppen wie Freizeitsportler oder Reisende von Interesse.

Der österreichische Ableger des US-Wirtschaftsmagazines Forbes hat 42 Start-ups vorgestellt. Im Rahmen eines Online-Votings wurden im November die besten fünf Ideen für das Finale ausgewählt. Dort erklärte eine Jury, bestehend aus Business Angel Werner Wutscher, Wirtschaftsanwalt Christian Nordberg, Steuerexpertin Eva Nehsl und Forbes Austria-Chefredakteur Hans Weitmayr die interessanteste und marktfähigste Neuentwicklung zum Sieger.

Notruflösung mit Fallsensor

Die Idee zur Entwicklung einer ortsunabhängigen Notruflösung entstand durch den eigenen Bedarf. Die 86-jährige Mutter von Michael Bindlechner fand das Tragen von Notrufarmbändern stigmatisierend und fühlte sich dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt. Sie brachte die Gründer auf die Idee nach einer neuen Lösung zu suchen, die auch anderen Menschen im Notfall das Leben retten kann.

Und so funktioniert die Lösung, die bereits zum Patent angemeldet ist: Der Notruf kann auf drei Arten ausgelöst werden. Manuell, durch den eingebauten Sturzsensor und falls die Person zu selbst gewählten Uhrzeiten nicht den erscheinenden OK-Button auf dem Smartphone drückt. In diesen Fällen wird automatisch ein Alarm über die B-cared-Server ausgelöst und der aktuelle Standort des Benutzers mitgesendet.

Benachrichtigt werden die selbst gewählten Notfallkontakte, das können neben den Angehörigen, auch Nachbarn oder Hilfsdienste sein. „Auch bei einem kaputten Telefon oder bei einer fehlenden Telefon- oder Internetverbindung ist damit gewährleistet, dass der Notruf abgesetzt wird. Ziel unserer Entwicklung ist es, alleinstehenden Personen lange das Leben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen und ihnen im Notfall schnelle Hilfe zu organisieren", betonen die Gründer.

Auch bei den Kosten bietet das System Vorteile, das nicht nur für Senioren, sondern auch für Freizeitsportler – wie zum Beispiel Bergwanderer – hilfreich sein kann. Die App kann kostenlos geladen und getestet werden und dann nach tatsächlicher Verwendung oder mit einem unbegrenzten Abo verwendet werden: „Liegt der übliche Preis für einen Hausnotruf bei monatlich zwischen 22 und 40 Euro, so betragen die Kosten für das Monatsabo 14,90 Euro.”

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