BVDW zum digitalen Arbeiten

Notwendiges Home-Office-Gesetz

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. begrüßt die neuen Vorstöße von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil für ein Home-Office-Gesetz. Für die gegenseitige Rechtssicherheit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer seien Zusätze in den Arbeitsverträgen nötig.

Arbeitnehmer im Büro

Der Präsenzzwang bei ortsunabhängigen Jobs soll mittlerweile antiquiert wirken.

Home Office helfe nicht nur im Notfall, Arbeitsplätze zu sichern, sondern auch die Flexibilität zu steigern und die Handlungsfähigkeit von Unternehmen zu gewährleisten. Ein grundsätzliches Recht darauf, auch außerhalb von Krisenzeiten, sei erforderlich. „Die aktuelle Krise hat bewiesen, dass die Unternehmen, die bereits Vorkehrungen für Home-Office-Arbeitsplätze getroffen hatten, wesentlich schneller umschalten konnten als unvorbereitete Unternehmen“, sagt Alexander Kiock, Vizepräsident des BVDW. Arbeitnehmer und Arbeitgeber bräuchten ihm zufolge gegenseitige Rechtssicherheit per Gesetz und entsprechende Zusätze in den Arbeitsverträgen.

Weiter erklärt er, dass ein Recht auf Home Office den Arbeitsalltag zahlreicher Menschen in Deutschland erleichtern kann. So könnten beispielsweise Pendler oder körperlich eingeschränkte Menschen die Produktivität von Unternehmen erhöhen. Am Ende sei es ein Gewinn für alle: die Unternehmen, die Umwelt und die Arbeitnehmer. Erst im März 2020 habe eine Studie des BVDW zu diesem Thema belegt, dass sich die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer wünscht, während einer Gesundheitskrise wie Corona von zuhause arbeiten zu können. Zwei Drittel aller Arbeitnehmer hätten dabei die Erwartung an ihren Arbeitgeber, die entsprechenden technischen Lösungen anzubieten. Die Art zu arbeiten, habe sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.

Dass der Präsenzzwang in den Jobprofilen, in denen ortsunabhängiges Arbeiten möglich wäre, inzwischen antiquiert wirkt, sei vor allem auf die Digitale Transformation zurückzuführen. Denn viele Angestellte gehen Tätigkeiten nach, die mit entsprechenden digitalen Lösungen problemlos auch zu erheblichen Teilen von zu Hause aus erledigt werden könnten. „Diesen Angestellten müssen wir die Möglichkeit geben, auch von zu Hause aus arbeiten zu können, nicht nur wenn Handwerkerbesuche anstehen oder ähnliches. Entsprechende Regelungen gehören natürlich in die Arbeitsverträge, damit sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber Planungs- und Rechtssicherheit erhalten“, so Kiock.

Das Konzept des „Mobile Office“ biete noch mehr Möglichkeiten für flexibleres Arbeiten. Wenn die Technik bereitgestellt würde, könnten viele Aufgaben auch von unterwegs erledigt werden. Dabei gelte es aber auch zu bedenken, gewisse Grenzen einzuhalten. Nur, weil von überall gearbeitet werden könne, hieße es nicht, dass immer gearbeitet würde und jeder von überall aus vom Arbeitgeber angesprochen werden sollte. Genau dafür seien entsprechende Gesetze notwendig.

Bildquelle: Getty Images / iStock

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