„Zuletzt haben wir den Lieferdienst Gorillas mit Smartphones ausgestattet“, berichtet Jan Dzulko von Everphone.
MOB: Herr Dzulko, die aktuelle Pandemie hat viele Mitarbeiter ins Homeoffice „getrieben“. Inwieweit hat sich dies auf die Anschaffung von Firmen-Smartphones ausgewirkt?
Jan Dzulko: Zweifellos hat die Pandemie die Digitalisierung in Deutschland einen großen Schritt nach vorn katapultiert und das zeigt sich auch an den Bestellungen von Firmen-Smartphones. Remote Work wird ab sofort nicht mehr wegzudenken sein und dabei spielt das Smartphone eine zunehmend wichtige Rolle. Inzwischen sind die Geräte so leistungsfähig, dass sie den Laptop ablösen werden.
MOB: Was verbirgt sich hinter einem Phone-as-a-Service-Modell im Vergleich zu Leasing- und anderen Mietmodellen?
Dzulko: Mit Phone as a Service gelingt Unternehmen das nahezu vollständige Outtasking aller Aufgaben rund um die Firmen-Smartphones. Sie müssen sich um nichts mehr kümmern. Wir besitzen die Mobile Devices, unsere Kunden nutzen sie einfach. Das bedeutet zum einen, dass wir Unternehmen jede Menge Arbeit abnehmen. Zum anderen arbeiten wir mit so wenigen Drittanbietern wie möglich – den Großteil der Prozesse bilden wir selbst ab. Dadurch agieren wir schneller und serviceorientierter. Ein großer Unterschied ist auch, dass Phone as a Service die Anzahl der Geräte im Umlauf verringert und gleichzeitig die Lebensdauer der eingesetzten Smartphones und Tablets verlängert. Unser Geschäftsmodell ist umweltfreundlich. Das erreichen wir durch Geräterückläufer und den Ankauf von alten, ungenutzten Phones in den Schubladen der IT-Abteilungen. Mobile Devices, die nach ihrem Einsatz in einem Unternehmen zu uns zurückkommen, werden wieder aufbereitet und starten einen zweiten Lebenszyklus, manchmal sogar einen dritten. Das verdoppelt im Schnitt die Lebensdauer und spart pro Gerät
58 kg Kohlendioxid.
MOB: Worin bestehen die Herausforderungen bei der Verwaltung geliehener Firmen-Smartphones durch einen externen Dienstleister?
Dzulko: Besondere Herausforderungen gibt es durch den Managed-Service eigentlich nicht – im Gegenteil, es wird für die IT bei der Verwaltung vieles deutlich einfacher.
MOB: Inwieweit können sich die Mitarbeiter unterschiedliche Lieblingshandys aussuchen, ohne dass es beim Mobile Device Management (MDM) Probleme gibt? Kann dies überhaupt ein einziges MDM-Tool alleine managen?
Dzulko: Ja, das ist in der Regel kein Problem. Es gibt zwar MDM-Systeme, die ausschließlich Apple-Geräte verwalten, die meisten MDM-Lösungen können aber sowohl Android als auch iOS managen. Wir stellen bei Bedarf auch Lizenzen zur Verfügung, sodass die Mitarbeiter Verwaltungsprobleme oder Beschränkungen aus unserem Portfolio auswählen können. Die Zuzahlung variiert dann je nach Modell und Festlegung des Unternehmens. Choose your own Device (COYD) ist ein wichtiger Teil unseres Geschäftsmodells, denn nur wenn die Mitarbeiter zufrieden mit ihrem Handy sind, wird es auch privat genutzt – und das ist das Ziel: nur ein Handy für alles, ressourcensparender und praktischer
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
MOB: Da die Geräte nur geliehen sind, kommt dem Aspekt der Datensicherheit eine ganz besondere Rolle zu. Wie geht Ihr Unternehmen diese Problematik an?
Dzulko: Datensicherheit nimmt einen großen Stellenwert in unserem Service ein. Wem die Geräte gehören, ist dabei eigentlich egal. Die Daten des Unternehmens sind sicher durch das MDM. Das Unternehmen hat die Kontrolle über die Daten. Ein Sicherheitsrisiko für Unternehmen besteht eher bei Verlust, Diebstahl oder Defekt eines Gerätes. Wenn ein MDM installiert ist, gibt es aber die Möglichkeit, die geschäftlichen Daten aus der Ferne zu löschen, sodass kein Fremder Zugang hat. Wenn ein Gerät defekt ist und zu uns zurückkommt, erfolgt eine zertifizierte Datenlöschung, sodass nichts in falsche Hände gerät. Ein anderes Sicherheitsrisiko für sensible Kundendaten besteht für Unternehmen tatsächlich eher, wenn Mitarbeiter ihre privaten Handys im Rahmen von Bring your own Device (BYOD) nutzen. Zum einen verstößt das schnell gegen die DSGVO, wenn beispielsweise Whatsapp auch auf geschäftliche Kontakte zugreifen kann, und zum anderen birgt Schatten-IT ein riesiges Sicherheitsrisiko. Ist ein MDM installiert und privates und geschäftliches sauber getrennt, gibt es keine Probleme.
Bildquelle: Daniel Meyer