Autarkes Virtual-Reality-Headset

Oculus Quest im Test

Das neue VR-Headset von Oculus soll qualitativ hochwertige VR-Erfahrungen im Mainstream populär machen. Ein ambitioniertes Vorhaben, das dank starker Inhalte und beeindruckender Technik durchaus aufgehen könnte.

  • Junger Mann mit Oculus Quest in einem Wohnzimmer

    Virtual Reality ohne Grenzen: Eingebaute Sensorkameras erlauben viel Bewegungsfreiheit.

  • Detailaufnahme der Oculus Quest

    Die Touch-Controller sind im Lieferumfang enthalten.

Virtual Reality hat seit jeher ein Zugänglichkeitsproblem. Die klobigen Brillen gelten als kostspielig, erfordern teure Zusatzhardware und lassen sich oft nur umständlich einrichten. Die richtigen Nerds hat das bisher nicht wirklich abgeschreckt, interessierte Zaungäste mit nur mäßiger Begeisterung für neue Technologien gewinnt man so allerdings nicht. Auf genau die hat es Mark Zuckerberg aber abgesehen. Der Facebook-Chef hat es sich mit der Akquirierung des VR-Spezialisten Oculus im Jahr 2014 zur Aufgabe gemacht, die faszinierende Technik massentauglich zu machen. Die 2018 erschienene Oculus Go ist das erste Ergebnis dieses Plans. Ein völlig autarkes und kabelloses Headset, das auch von Laien rasch eingerichtet und bedient werden konnte. Das Gerät kam gut an, wollte anspruchsvollere Nutzer mit seiner technisch eher schwachen Ausstattung und der durchwachsenen Auswahl an Inhalten aber nicht ganz überzeugen. Das soll der Nachfolger nun anders machen.

Starke Perfomance mit grafischen Abstrichen

Oculus Quest knüpft unmittelbar an das Grundprinzip seines Vorgängers an – für den Betrieb des Gerätes sind keinerlei Kabel, Zusatzgeräte oder komplizierte Einrichtungsvorgänge erforderlich. Dafür soll die deutlich stärkere Hardware nun ein Spielerlebnis bieten, das auch erfahrene Nutzer begeistert. Die Rechenleistung der Brille muss dabei im Verhältnis zu seiner kompakten Bauweise betrachtet werden – an die Perfomance von Headsets, die am PC oder der Konsole betrieben werden, kommt die Oculus Quest nicht heran. Trotzdem werden mit dem immerhin schon zwei Jahre alten Mobile-Prozessor (Snapdragon 835, unter anderem im Galaxy S8 oder Pixel 2 verbaut) ordentliche Ergebnisse erzielt.

Das Display löst sauber mit 1440 x 1600 Pixeln pro Auge auf und auch die Framerate bleibt – je nach Anwendung – über weite Strecken stabil. Portierungen von zugkräftigeren Systemen wie der Playstation VR oder Oculus Rift sieht man die Abstriche im Vergleich zu den Originalversionen allerdings deutlich an. Runtergerechnete Texturen und fehlende Details wie gewissen Spiegel- oder Partikeleffekte sind der Preis, um manche der leistungshungrigeren Spiele auf dem Standalone-Headset lauffähig zu bekommen.

Große Auswahl und präzises Tracking

Videospielsysteme stehen und fallen in der Regel mit dem Umfang und der Exklusivität ihrer Inhalte. In dieser Hinsicht kann sich die Oculus Quest durchaus sehen lassen. Zum Verkaufsstart war mit Titeln wie „Superhot”, „Thumper”, „Moss” oder „Robo Recall” gleich eine ganze Reihe an modernen VR-Klassikern erhältlich. „Star Wars”-Fans durften sich zudem über das neue und Quest-exklusive „Vader Immortal” freuen. Insgesamt waren zum Launch mehr als 50 Spiele erhältlich, viele weitere sind bereits angekündigt. Populäre Apps wie Youtube oder Netflix können ebenfalls auf der Brille genutzt werden.

Ein klarer Höhepunkt des Headsets ist das präzise Tracking. Dafür sind vier Sensorkameras verbaut, die jede Bewegung des Spielers im Raum erfassen und auf den virtuellen Avatar übertragen. Das gilt auch für die mitgelieferten Touch-Controller, deren Bewegungen flüssig und latenzfrei übertragen werden. Alleine das sind Qualitäten, die man für 450 Euro bisher nicht mal ansatzweise bekam. Der Startpreis ist damit durchaus gerechtfertigt – zumindest sofern man bereit ist, sich regelmäßig mit dem Gerät auseinanderzusetzen. Für neugierige Gelegenheitsspieler dürfte es im Zweifel auch die günstigere Oculus Go tun.

Bildquelle: Oculus

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