Mehr Individualismus in der ersten Liga

Oneplus 7 Pro im Test

Die Oneplus-Community bezeichnet die Smartphones des chinesischen Herstellers gerne als sogenannte „Flaggschiff-Killer”, um das faire Preis-Leistungs-Verhältnis im Premiumsegment zu betonen. Technisch trifft das auch auf die Pro-Variante der siebten Generation zu, für jeden erschwinglich ist das Smartphone dafür aber nicht mehr unbedingt.

  • Frontansicht des Oneplus 7 Pro

    Das makellose Amoled-Vollbild-Display – ein klares Highlight.

  • Ein Mann macht ein Foto mit dem Oneplus 7 Pro

    Die Aufnahmen des Oneplus 7 Pro können sich durchaus sehen lassen, kommen aber nicht an die Bildqualität der Spitzenreiter heran.

  • Rennspiel auf dem Oneplus 7 Pro

    Anspruchsvolle Smartphone-Spiele bewältigt das Oneplus 7 problemlos.

Kaum einem chinesischen Smartphone-Hersteller ist es in den vergangenen Jahren gelungen, einen derart ausgeprägten Hype um die eigenen Produkte zu kreieren, wie Oneplus. Trotzdem besetzte das Unternehmen aus Shenzhen in seinen Anfangstagen eine gewisse Außenseiterrolle. Das Oneplus 7 Pro markiert nun gewissermaßen den Höhepunkt eines anhaltenden Imagewandels – raus aus der Nische, rein in das gehobene Premium-Segment. Das äußert sich zu aller erst im Preis, der je nach Ausstattung zwischen 700 und 800 Euro liegt. In dem Segment muss sich das Smartphone dann allerdings auch mit Top-Geräten wie dem Samsung S10 oder Google Pixel 3 messen lassen – vom einstigen Preisvorteil der Marke ist nur noch bedingt etwas zu spüren. Dafür weiß die Technik an gewissen Stellen umso mehr zu überzeugen.

Erstklassiges Display und starke Performance

Das auffälligste Merkmal des neuen Gerätes ist zugleich auch seine größte Stärke: das randlose Amoled-Vollbild-Display. Dank der clever untergebrachten Selfie-Kamera kann sich der hochauflösende 6,67-Inch-Bildschirm (QHD: 1440x3120 Pixel) ohne störende Einkerbung oder Kameraloch komplett über das gesamte Frontpanel bis hin zu den gebogenen Rändern ausbreiten. Dieser Aspekt kam im Test besonders beim Abspielen von hochauflösenden Videos oder anspruchsvollen Smartphone-Spielen zur Geltung, die das Panorama-Format in Gänze ausnutzen. Die erhöhte Bildwiederholungsrate von 90 Hz tut dabei ihr übriges und macht sich vor allem bei schnellen, bewegungsreichen Inhalten bemerkbar.

Der Snapdragon-855-Prozessor mit bis zu 12 GB RAM war im Test nicht wirklich an seine Grenzen zu bringen und bot selbst bei anspruchsvollen Anwendungen eine konstant flüssige und ruckelfreie Leistung ohne jegliche Verzögerungen. Die hohe Rechenleistung mag für den Alltagsgebrauch unerheblich scheinen, trägt aber auch im Hintergrund durchgehend zu der hohen Reaktionsgeschwindigkeit des Smartphones bei.

Solide Kamerafunktionen

Das Kamerasystem besteht aus einer Hautplinse, die mit 48 MP auflöst, einem Weitwinkelobjektiv (16 MP) und einem Teleobjektiv für einen dreifachen optischen Zoom. Die Frontkamera löst mit 16 MP auf, ist über ein Modul in das Gehäuse eingelassen und kann per Knopfdruck ausgefahren werden. Das funktionierte im Test einwandfrei, stellt langfristig aber ein anfälliges Verschleißteil dar. Ob dieser Preis am Ende zu hoch für das makellose Display ist, hängt letztlich davon ab, wie viel Wert man auf das Frontobjektiv legt. Die Ergebnisse, die sich mit dem Kamera-Set-up des Smartphones erzielen lassen, sind solide und können sich durchaus sehen lassen. An die Qualität von Platzhirschen wie dem Pixel 3 kommt man hier aber ganz klar nicht heran.

Bei genauerer Betrachtung sind es vor allem einige selbstverständliche Kleinigkeiten, die man hier vermisst. Das beginnt bei der nicht vorhandenen IP-Zertifizierung und geht über den fehlenden Kopfhöreranschluss bis hin zu der Tatsache, dass das Gerät nicht induktiv geladen werden kann. Wie schwer solche Defizite bei der Kaufentscheidung ins Gewicht fallen, ist stark von der individuellen Nutzung abhängig. Dennoch sollten gewisse Standards ab einer kritischen Preisgrenze einfach vorausgesetzt werden können. Wem ein großes und hochauflösendes Display sowie viel Rechenleistung wichtiger als Kamera oder Vielfalt bei der Peripherie sind, der kann hier eigentlich nicht viel falsch machen.

Pro

  • Brillantes Display
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Starke Perfomance

Contra

  • Hohes Gewicht
  • Keine IP-Zertifizierung
  • Kein Kopfhöreranschluss
  • Kein induktives Laden

Technische Daten

Abmessungen: 162,6 × 75,9 × 8,8mm
Display: 6,7 Zoll
Gewicht: 207 g
Betriebssystem: OxygenOS auf Basis von Android 9
SIM-Karte: Dual-Nano-SIM
Speicher: 128 GB/256 GB
Arbeitsspeicher: 6 GB/8 GB/12 GB LPDDR4X
Akku: 4000 mAh
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 855
Kameras: 48 MP + 16 MP (Ultra Wide Angle Lens) + 8 MP (Telephoto Lens) + 16 MP (Front)
Sensoren: In-display, Fingerprint-Sensor, Accelerometer, Electronic Compass, Gyroscope, Ambient-Light-Sensor, Proximity-Sensor, Sensor Core, Laser-Sensor
UVP des Herstellers: ab 699,-

Bildquelle: Oneplus

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