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Instore-Couponing: Interview mit Tobias Conrad, Deals.com

Online-Shopping auf mobilen Seiten

Interview mit Tobias Conrad, verantwortlich für das Deutschlandgeschäft beim Gutscheinanbieter Deals.com, über das Interesse der Deutschen am Online- bzw. Mobile-Shopping, die Möglichkeiten von Rabatt- und Gutschein-Code-Seiten und welche Rolle Instore-Couponing zukünftig spielen wird

„Ganz viele E-Commerce-Shops sind noch nicht mobiloptimiert“, gibt Tobias Conrad, verantwortlich für das Deutschlandgeschäft

Herr Conrad, im April 2014 haben Sie zusammen mit Ipsos eine Konsumentenstudie zum Thema „Online-Shopping/Couponing“ durchgeführt. Wie gestaltet sich das derzeitige Interesse der Deutschen am Online-Shopping?
Tobias Conrad:
Der E-Commerce-Markt sollte laut Prognosen für 2013 um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zunehmen, ist aber tatsächlich um ca. 40 Prozent gewachsen – also deutlich mehr als erwartet. Er ist sozusagen explodiert! Hierbei handelt es sich um allgemeingültige Marktzahlen. In unserer diesjährigen Gutscheinstudie haben wir verschiedene Fragen bzgl. Online-Shopping gestellt, beispielsweise: Wo findet Online-Shopping eigentlich statt? 92 Prozent der Befragten kaufen tatsächlich von zuhause aus online ein. Es ist noch kein Trend dahingehend zu erkennen, dass von unterwegs eingekauft wird. Darüber hinaus haben wir die Teilnehmer gefragt, womit sie einkaufen gehen. Hier gaben 52 Prozent den Laptop, 38 Prozent den Desktop und fünf Prozent das Tablet an. Online wird also lieber von zuhause aus mit dem Notebook auf dem Schoß eingekauft.

Also nicht mit dem Mobilgerät von unterwegs?
Conrad:
Genau. Zwar mögen die Digitalexperten und Nerds mittlerweile alles über das Tablet und Smartphone erledigen, aber der Großteil der deutschen Bevölkerung nutzt laut unserer repräsentativen Studie tatsächlich noch den Laptop.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Conrad:
Große Onlineshops wie Amazon, Otto und Zalando sind mobiloptimiert, haben also eine eigene Applikation oder ihre Webseite passt sich an die jeweiligen Endgeräte an. Aber ganz viele E-Commerce-Shops sind noch nicht mobiloptimiert, und wenn man diese mit dem Smartphone aufruft, gelangt man auf die normale Website. So ist es relativ schwierig, dort Produkte einzukaufen. Deshalb ist das Notebook mit seinem größeren Bildschirm aktuell noch das angenehmere Endgerät, um online einzukaufen.

Wie gestaltet sich das Interesse der Nutzer an Rabatt- und Gutschein-Code-Seiten, um beim Shoppen zu sparen?
Conrad:
39 Prozent der Deutschen haben so eine Seite schon einmal genutzt. 55 Prozent können sich vorstellen, zukünftig entsprechende Seiten zu nutzen: 36 Prozent davon gaben an, dass sie Gutscheinseiten kennen, diese aber noch nicht genutzt haben. Und 19 Prozent kennen Gutscheinseiten überhaupt nicht, können sich aber sehr gut vorstellen, diese zukünftig zu nutzen. Hier zeichnet sich also ab, dass das Thema „Couponing“ in Deutschland angekommen ist, aber das große Wachstum noch bevorsteht.

Wie schaut es mit Mobile-Couponing aus?
Conrad:
Laut unserer Studie haben 28 Prozent der Befragten schon einmal in einem mobilen Shop oder über eine App eingekauft, was noch sehr wenig ist. Und nur 10 Prozent nutzen Mobile-Couponing. Wir unterscheiden beim Couponing grundsätzlich zwischen drei Säulen: Online-Couponing, Mobile-Couponing und Instore-Couponing. Beim Online-Couponing holt man sich einen Gutschein-Code und löst diesen online ein. Beim Mobile-Couponing wird ein mobiler Coupon über das Smartphone oder Tablet in einem mobilen Shop eingelöst. Und beim Instore-Couponing erhält man in der Regel auf seinem mobilen Endgerät einen Gutschein in Form eines QR- oder Strich-Codes, den man in der Filiale vor Ort einlösen kann. Letztere Variante spielt vor allem in den USA und in England eine sehr große Rolle. In Deutschland werden wir sicherlich Ende dieses Jahres oder Anfang 2015 damit starten. Instore-Couponing ist wirklich ein großes Wachstumsfeld, das noch auf uns zukommen wird, d.h. dass man gezielt Leute via Couponing in den Shop leitet.

Ist Instore-Couponing den Nutzern bereits bekannt?
Conrad:
Bisher haben nur acht Prozent der von uns Befragten Instore-Couponing schon einmal genutzt, 22 Prozent haben davon bereits gehört, es aber noch nicht angewendet, und 44 Prozent kennen es nicht, können sich aber vorstellen, das zu nutzen.

Inwiefern wird der gesamte E- und M-Commerce-Markt den stationären Handel in Zukunft beeinflussen?
Conrad:
Letztlich muss man sich die Frage stellen, warum „online“ und „mobile“ so schnell gewachsen sind. Zum einen liegt es an der Auswahl: Online stehen alle möglichen Produkte zur Verfügung. Zum anderen zitieren die meisten, dass „online“ günstiger sei. Ich glaube, dass das Wachstum des E- und M-Commerce-Marktes die Händler dazu bringt, umzudenken. Der Point Of Sale muss neu gestaltet werden. Hier sollte es zukünftig mehr um das Erlebnis „Shopping“ gehen.

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