Open Source

OpenGPT-X veröffentlicht großes KI-Sprachmodell

Das Sprachmodell "Teuken-7B" ist auf Hugging Face zum Download bereit. Es beherrscht die 24 Amtssprachen der EU und umfasst sieben Milliarden Parameter.

Sprachmodell Buchstaben

Multilinguales Sprachmodell für Europa veröffentlicht

Das große KI-Sprachmodell des Forschungsprojekts OpenGPT-X steht auf Hugging Face zum Download bereit: »Teuken-7B« wurde mit den 24 Amtssprachen der EU trainiert und umfasst sieben Milliarden Parameter. Akteure aus Forschung und Unternehmen können das kommerziell einsetzbare Open-Source-Modell für ihre KI-Anwendungen nutzen. Damit haben die Partner des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Konsortialprojekts OpenGPT-X unter der Leitung der Fraunhofer-Institute für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und für Integrierte Schaltungen IIS ein KI-Sprachmodell als frei verwendbares Open-Source-Modell mit europäischer Perspektive auf den Weg gebracht.

Teuken-7B ist aktuell eines der wenigen KI-Sprachmodelle, die von Grund auf multilingual entwickelt wurden. Es enthält ca. 50 Prozent nicht-englische Pretraining-Daten und wurde in allen 24 europäischen Amtssprachen trainiert. Es erweist sich über mehrere Sprachen hinweg in seiner Leistung als stabil und zuverlässig. Dies bietet insbesondere internationalen Unternehmen mit mehrsprachigen Kommunikationsbedarfen sowie Produkt- und Serviceangeboten einen Mehrwert. Die Bereitstellung als Open-Source-Modell erlaubt es Unternehmen und Organisationen, eigene angepasste Modelle in realen Anwendungen zu betreiben. Sensible Daten können im Unternehmen verbleiben.

Reduzierung der Trainingskosten

Das OpenGPT-X-Team widmete sich neben dem Modelltraining auch zahlreichen Forschungsfragen, zum Beispiel wie multilinguale KI-Sprachmodelle energie- und kosteneffizienter trainiert und betrieben werden können. Dazu wurde im Projekt ein multilingualer »Tokenizer« entwickelt. Die Aufgabe eines Tokenizers ist es, Wörter in einzelne Wortbestandteile zu zerlegen – je weniger Token, desto (energie-)effizienter und schneller generiert ein Sprachmodell die Antwort. Der entwickelte Tokenizer führte zu einer Reduzierung der Trainingskosten im Vergleich zu anderen multilingualen Tokenizern, wie etwa Llama3 oder Mistral. Dies kommt insbesondere bei europäischen Sprachen mit langen Wörtern wie Deutsch, Finnisch oder Ungarisch zum Tragen. Auch im Betrieb von mehrsprachigen KI-Anwendungen können damit Effizienzsteigerungen erreicht werden.

In die Modellentwicklung sind wichtige Forschungsergebnisse aus dem OpenGPT-X-Projekt eingeflossen, wie beispielsweise Tools und Technologien, um sehr große Datenmengen aufzubereiten, leistungsfähige europäische HPC-Infrastrukturen zu nutzen und ein effizientes Modelltraining durchzuführen. Trainiert wurde Teuken-7B mithilfe des Supercomputers JUWELS am Forschungszentrum Jülich. Neben den beiden Fraunhofer-Instituten und dem Forschungszentrum Jülich haben der KI Bundesverband, die TU Dresden, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), IONOS, Aleph Alpha, ControlExpert sowie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) als Partner an OpenGPT-X mitgearbeitet. Die in OpenGPT-X entstandene Technologie bietet den Partnern auch zukünftig die Basis für das Training weiterer eigener Modelle.

Links:

Die Hauptseite von OpenGPT-X

Modell-Download und Model Card

Technische Infos und Benchmarks zum Modell

Bild: Freepik

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