Freie Fahrt mit 5G

Paralympionikin kommt sicher ins Ziel

Die sehbehinderte Skifahrerin Noemi Ristau konnte nun dank moderner 5G-Technologie erstmals eine Abfahrt ohne ihren Guide absolvieren. Ermöglicht wurde dies durch Vodafone und Huawei, die vor Ort ein spezielles LTE-Netz aufbauten.

Paralympionikin kommt sicher ins Ziel

Dass Noemi Ristau nichts sieht, macht sich auf der Piste nicht bemerkbar. Dank des Smartphones auf ihrem Helm und mittels moderner 5G-Technologie ist sie nahezu in Echtzeit mit ihrem Guide verbunden – und meistert den Hang allein.

An diesem Tag ist für die 27-jährige Noemi Ristau alles anders. Hoch oben am Riederberger Horn in den bayerischen Alpen steht sie an einem verschneiten Steilhang. Die Wetterverhältnisse mit wenig über 0 Grad, strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel sind eigentlich perfekt für eine rasante Skiabfahrt. Doch davon sieht sie nichts. Noemi – eine der erfolgreichsten paralympischen Skifahrerinnen Deutschlands – ist blind. An diesem Tag wird sie zum ersten Mal seit ihrer Erblindung vor etwa 15 Jahren eine Abfahrt ohne Begleitung ihres Guides meistern. Möglich macht das neue Technologie im Mobilfunknetz von Vodafone.

Normalerweise fährt ihr Guide Paula Brenzel immer voraus, um über akustische Signale die Länge der Schwünge anzusagen. Heute sind die beiden nur über ein Smartphone miteinander verbunden – ohne Blickkontakt. Dafür baute der Düsseldorfer Netzbetreiber zusammen mit dem Netzausrüster Huawei vor Ort ein spezielles LTE-Funknetz auf. In diesem kommt mit Multi-Access Edge Computing (kurz: MEC) erstmals eine zukünftige 5G-Technologie zum Einsatz, die die Video-Übertragung der Smartphone-Kamera an Paula und ihre Anweisungen zurück an Noemi in unter zehn Millisekunden erledigte. Dies, so der Anbieter sei so schnell so.

Ein völlig neues Lebensgefühl

Mit der Solo-Abfahrt hat Noemi Ristau sich einen Lebenstraum erfüllt: „Als ich oben stand, war ich schon sehr aufgeregt, wirklich alleine runterzufahren. Das Gefühl kenne ich ja gar nicht mehr. Aber nach den ersten Schwüngen habe ich mich gar nicht so alleine gefühlt, weil ich ja immer Paula im Ohr hatte. Ich hatte fast vergessen, dass sie gar nicht bei mir war.“

Die junge Ski-Sportlerin beweist Pioniergeist in ihrem Sport. Für sie also keine Frage, sich dem 5G Ready „Speed Stunt“ zu stellen und gleichzeitig zur Protagonistin des neuen Films der gleichnamigen Video-Reihe zu werden. Viel zu lang hat sie sich nach einer Solo-Abfahrt gesehnt, wie sie sie noch aus Kindertagen vor ihrer Sehbehinderung kannte. Die extrem hohen Bandbreiten und minimalen Reaktionszeiten der 5G-Technologie machen es nun möglich. „Als ich unten ankam, fühlte ich noch immer totale Anspannung, aber auch eine unglaubliche Erleichterung und Freude, im Ziel angekommen zu sein und dass es auch auf der Fahrt so gut geklappt hat. Ich war sehr überrascht, dass sowas möglich ist und bin unendlich dankbar, als erste Blinde solch eine Erfahrung erleben zu dürfen“, so Noemi Ristau.

Multi-Access Edge Computing: Winzige Echtzeit-Rechenzentren direkt am Mobilfunkmast

Mit 5G wandere der zentrale Application Server, der für die Vermittlung einer Mobilfunkverbindung zuständig ist, zukünftig direkt an die Funkmasten und arbeite hier wie ein dezentrales Mini-Rechenzentrum. Die Daten, die innerhalb einer Funkzelle ausgetauscht werden, müssten so nur noch eine ganz kurze Strecke zurücklegen. Das spare Zeit und verringere die Latenz auf unter 10 Millisekunden. Zukünftig sollen so laut dem Mobilfunkanbieter z.B. im Straßenverkehr Autos, Fußgänger und Fahrradfahrer in Echtzeit miteinander kommunizieren und sich vor Gefahren warnen können.

Das Unternehmen forsche an weiteren Lösungen: Viele digitale Anwendungen würden schon bald das Labor verlassen und Marktreife erlangen. Autonom fahrende Autos etwa, die selbstständig Parkplätze suchen oder Roboter, die mit Menschen agieren, da sie in Echtzeit deren Reaktionen verarbeiten können. Vodafone mache in Tests bereits heute etliche Geräte und Anwendungen bereit für 5G, die bald Teil des Alltags sein sollen.

An ersten Standorten bringe der Anbieter mit  5G schon in diesem Jahr Geschwindigkeiten von über einem Gigabit nach Deutschland. Bis 2021 soll 5G rund 20 Millionen Menschen zur Verfügung stehen, was eine Echtzeitkommunikation ermöglichen würde.

Bildquelle: Vodafone Deutschland

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