E-Fahrzeuge intelligent laden

Parken plus

Elektroautos parken und gleichzeitig laden ist in Deutschland längst möglich. Dennoch sind Ladestationen rar gesät – allerdings gibt es bislang auch nur 200.000 in Deutschland zugelassene E-Autos.

Parken plus

„Wenn Ladevorgänge intelligent verteilt werden, besteht weder die Gefahr, dass das Stromnetz überlastet wird, noch die Notwendigkeit, es auszubauen“, sagt Marko Fliege, CEO von Juston.

Diese Zahl wird jedoch schnell wachsen und damit auch die Notwendigkeit, z.B. Parkhäuser umfassend mit Ladesäulen auszustatten. Hardware-technisch ist dies möglich – doch welche Funktionen muss ein Softwaresystem bieten, um Fahrzeuge effektiv zu laden, Ladeprozesse automatisch abzurechnen und Stromnetze während der Stoßzeiten nicht völlig zu überlasten? 

„Wenn Ladevorgänge intelligent verteilt werden, besteht weder die Gefahr, dass das Stromnetz überlastet wird, noch die Notwendigkeit, es auszubauen“, sagt Marko Fliege, CEO von Juston. Das Unternehmen ist einer der Partner im Thüringer Verbundprojekt, das ein Geschäfts- und Servicemodell für virtuelle Parkhausspeicher entwickelt. Neben Juston, dem die Projektaufgabe zukomme, eine Abrechnungsplattform zu entwickeln, die die Nutzer und Betreiber von virtuellen Parkhausspeichern einbindet, sind vier andere Partner aus Forschung und Wirtschaft im Boot. Das Fachgebiet „Energieeinsatzoptimierung“ der TU Ilmenau z.B. entwickele in enger Zusammenarbeit mit dem Institutsteil Angewandte Systemtechnik (AST) des Fraunhofer IOSB ein System zur Optimierung des Last-Managements, das eine ideale Auslastung ermöglichen soll. 

Flexibilisierung zählt 

Die Grundidee dabei ist die Flexibilisierung von Ladevorgängen. Nicht alle parkenden Fahrzeuge müssen zum selben Zeitpunkt oder über gleich lange Zeiträume geladen werden. 

Unter der Prämisse, dass es Kurz- und Langzeitparker gebe oder dass einige nachts und andere tagsüber parken, könnten über eine intelligente Verteilung langsame Ladezeiten, Ladespitzen und Überlastungen vermieden werden. Unterschiedliche Preismodelle schaffen Anreize, nicht während der Stoßzeiten zu laden. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 07-08/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo. 

In den ersten Arbeitspaketen des Projekts wurden u.a. rechtliche Rahmenbedingungen analysiert, technische Anforderungen bestimmt, bereits bestehende technische Lösungen untersucht und daraus Systemlösungen abgeleitet. Geklärt wurden neben Möglichkeiten zur Installation von Testanlagen und Ladesäulen, steuerrechtliche Anforderungen, Eichrechtskonformität und die Kompatibilität von Software und Hardware. Ergebnis dieser Phase sei ein Systemkonzept, das die Lösung mit allen Leistungs- und Entwicklungsanforderungen, mögliche Einflussfaktoren sowie deren wirtschaftliche Wirkung beschreibe.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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